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topplus Claas Torion

Starker Radlader mit Teleskoparm

Der Radlader Torion 738 T Sinus von Claas hebt Lasten bis auf knapp 5 m Höhe. Wie sich der bullige Helfer am Hof bewährt, hat top agrar in der Praxis getestet.

Lesezeit: 5 Minuten

top agrar-Testteam Hartberg: Georg Schuller und Hans Grasser

Das Beste aus zwei Welten hat Claas nach eigener Aussage in dem Modell Torion T 738 Teleskopradlader vereinigt. Damit gemeint ist die Kombi aus doppelt gelenktem Sinus-Radlader mit der Hubhöhe eines Teleskopladers. Wir konnten die Maschine mit 73 PS für einige Wochen ausgiebig in der Praxis testen.

Schnell gelesen

Mit dem Torion 738 T Sinus bietet Claas ein Modell mit teleskopierbarem Arm an.

Im Test hat der Lader mit sehr guter Wendigkeit und Hubleistung überzeugt.

Der 73 PS-Motor hat mit 5,4 l im Schnitt sparsam gearbeitet. Bei Bergauffahrten hätten wir uns mehr Durchzug erhofft. 

Der Preis für die Testmaschine liegt bei ca. 215.000 € brutto. Dafür bietet der Torion 738 T Sinus aber die wohl höchste Hubhöhe für einen Radlader, kombiniert mit bester Übersicht und Komfort.

4,65 m Hubhöhe

Der Teleskopradlader hat eine an der Unterkante der Schaufel gemessene max. Hubhöhe von 4,65 m. Das Eigengewicht beträgt ohne Werkzeuge 6.500 kg. Damit ist er kein Leichtgewicht. Dennoch beträgt der Wenderadius nur 1,55 m – ein sehr guter Wert.

Durch sein Knickpendelgelenk schwenkt er 30 ° zu jeder Seite, und zusätzlich wird durch die Hinterachsen-Schenkel-Lenkung nochmals 25° in jede Richtung gelenkt. 

Unter der Haube arbeitet ein Yanmar-Motor mit 54 KW (73 PS) ohne AdBlue, der die Abgasstufe 5 erfüllt. Der Verbrauch liegt bei den verschiedenen Arbeiten inkl. Straßenfahrten bei sparsamen 5,4 l. Für steile Bergstraßen ist die Leistung unserer Meinung nach allerdings etwas zu knapp bemessen. Denn in diesen Situationen geht es doch etwas langsam voran. Im Hofbereich ist die Leistung bei allen angefallen Arbeiten ausreichend gewesen.

Geräumige Kabine

Die Kabine ist sehr geräumig, für einen Beifahrer ist kein Platz vorgesehen. Der Geräuschpegel in der Kabine ist niedrig. Der Arbeitsplatz bietet eine gute Übersicht über alle Bedienelemente, nach vorne an den Hubarm und zu den Werkzeugen. Auch die Rundumsicht ist gut. Die Beleuchtung mit Led-Scheinwerfen ist ausgezeichnet.

Zum Getriebe: Der hydrostatische Antrieb ist mit einem 2 Gang-Getriebe kombiniert. Die Gänge schalten durch den aktiv synchronisierten Smart shifting-Fahrantrieb automatisch und beschleunigen so permanent ohne Zugkraftunterbrechung auf eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Das Fahren auf der Straße mit 40 km/h stellt keine Probleme dar, der Lader bleibt konstant und schaukelt sich nicht auf.

Zusätzlich können zwei Fahrbereiche gewählt werden und die Fahrgeschwindigkeit mit 20 km/h begrenzt werden. Ein Sperrdifferenzial kann man manuell am Joystick zuschalten, wenn es benötigt wird.

Bedienung meist über Joystick

Die Bedienung erfolgt überwiegend über den Joystick auf der Armlehne und über die beiden Fußpedale. Am Joystick befinden sich alle Funktionen, die man benötigt, um den Hubarm und die Werkzeuge zu bedienen. Zusätzlich gibt es eine Schaltwippe zur Änderung der Fahrtrichtung und einen Knopf für die Differenzialsperre.

Die Bedieneinheit für die Maschinen- und Sicherheitsfunktionen befindet sich gut erreichbar auf der rechten Seite. Die Klimaanlage ist leicht regelbar und trägt zu einer guten Temperierung bei. An der rechten Säule befindet sich der 9-Zoll große Touchscreen. Dieser Monitor ist übersichtlich und einfach zu bedienen. Über den Bildschirm können alle Einstellungen wie Ölflussmengen, Kalibrieren der Werkzeuge etc. vorgenommen werden. Am Monitor wird die momentane Positionierung des Laderarms in Grad angezeigt. Dies ist hin und wieder sehr hilfreich.

Am Display wird die Höhe der Heckentlastung angezeigt. Bei Überlast schaltet eine Sicherung ab, um ein Kippen zu vermeiden. Diese kann man mittels Knopf kurz deaktivieren, um über die Überlastsicherung zu steuern. Dies ist aber nicht zu empfehlen.

Man kann auch Aushubhöhe und Absenktiefe, Schaufelrückführung etc. programmieren (Smart Loading). Es reicht ein Antippen, und der Hubarm fährt automatisch in die gewünschte Position. Am Zusatzsteuergerät kann man die Ölflussrichtung von der Kabine aus ändern: Falls man die Schläuche falsch angeschlossen hat, ist kein Umhängen notwendig, um seine gewohnte Bedienung beizubehalten.

Im Anbaugerätemenü kann man zwischen Schaufel 1 und Schaufel 2 auswählen. Wählt man das jeweilige Symbol aus, muss man es zudem mit einer Taste tief unten auf der Konsole bestätigen. Dann lädt das Terminal alle Einstellungen wie Endlagendämpfung, Werkzeugzylindergeschwindigkeit sowie Schwingungstilgung und gespeicherte Positionen. Das ist gut gelöst. Noch besser wären mehr Speicherplätze mit unterschiedlichen Symbolen für z. B. Greifschaufel, Palettengabel, Ballenzange oder Lasthaken. Für all diese Geräte gibt es übrigens im Untermenü ein digitales Lastendiagramm, an dem man sich orientieren kann.

Robuster Teleskoparm

Der Teleskoparm mit integrierter ­Z-­Kinematik ist sehr robust ausgelegt. Durch die Z-Kinematik waren die Losbrechkraft und Auskippgeschwindigkeit hoch. Beim Eindrehwinkel wäre etwas mehr wünschenswert. Die Hubleistung ist hoch, die Arbeitshydraulik stemmt 2,3 t über den gesamten Hubbereich. Die dynamische Lastbegrenzung reguliert automatisch den Ladeprozess, wenn sie in den kritischen ­Bereich kommt. Die Kipplast im geknickten Zustand beträgt 3.800 kg. Die Standsicherheit ist top, auch bei schwerer Beladung kamen wir selten in den kritischen Bereich.

Die Bedienung des Handgases funktioniert im Standbetrieb oder kombiniert mit einer fixen programmierten Fahrgeschwindigkeit. Bei dieser wird die Motordrehzahl und Geschwindigkeit im Terminal eingestellt und per Taste abgerufen. Sie ist aber leider nicht manuell einstellbar, so wie es bei Traktoren üblich ist. Somit ist mehr Gas nur über die Pedale zu erreichen, indem man das Inchpedal (Bremse) betätigt und mit dem Fahrpedal etwas Gas gibt.

Flüssigkeiten und Filter sind bequem zu prüfen. Die Kühler werden durch das feine Sieb der Motorhaube optimal geschützt. Zum Ausblasen lassen sich die Kühler ausklappen, somit ist das Ausblasen einfach. Zusätzlich hat der Torion einen Reversierlüfter. In regelmäßigen Abständen wechselt der Lüfter die Drehrichtung und bläst den groben Schmutz weg. Diese Abstände können in der Kabine verstellt werden. Alle Schmierpunkte sind gut zugänglich.

Pro und Kontra

Torion 738T Sinus

+ Bedienung

+ Hochwertige Verarbeitung

+ Übersicht

+ Standfestigkeit

- Handgasbedienung

- Eindrehwinkel Schaufel

- Preis

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