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Mutbäuerinnentag

"Wir müssen die Hoftüren wieder digital öffnen"

Die Rolle und das Selbstverständnis der Bäuerinnen auf den Betrieben haben sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Der "Mutbäuerinnen-Tag" soll Frauen in der Landwirtschaft stärken.

Lesezeit: 5 Minuten

Am 22. November fand in Andorf (Oberösterreich) der erste Mutbäuerinnen-Tag statt. "Das Veranstaltungszentrum war bis auf den letzten Platz besetzt. Bäuerinnen kamen nicht nur aus Oberösterreich, sondern auch aus Salzburg, Kärnten, der Steiermark und Niederösterreich", freuen sich die Initiatorinnen Ruth Boßmann, Milchbäuerin und Land schafft Verbindung Österreich-Obfrau aus Mank, und Martina Mittermayr, ebenfalls Milchbäuerin und Mitglied der AGÖ aus Andorf.

„Der Stand der Frau in der Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Genau so gewandelt hat sich auch die Rolle und das Selbstverständnis der Bäuerinnen auf den Betrieben. Wir wollen die Frauen stärken, für sich selbst einzustehen, sowohl auf den Höfen, als auch in der Gesellschaft,“ führt Ruth Boßmann als wesentliche Gründe für diese Veranstaltung auf.

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Die Vortragsreihe begann mit Rechtsanwalt Dr. Levente B. Nagy, welcher die Möglichkeiten einer rechtlichen Absicherung der Frau in der Landwirtschaft erläuterte. Er führte ausführlich die verschiedensten Möglichkeiten auf, von der gemeinsamen Betriebsführung durch beide Ehegatten als beste Möglichkeit bis hin zur Mitversicherung der Ehefrau. Auch auf Partnerschaften ohne Trauschein wurde eingegangen und auf Möglichkeiten für pflegende Angehörige hingewiesen. In der anschließenden Fragerunde wurden sehr viele Fragen durch die Besucherinnen gestellt, was deutlich zeigt, wie sehr die Frauen das Thema interessiert und dass bei dieser Thematik noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten ist.

"Wir müssen Neugierde und Empathie zeigen"

Im Anschluss referierte Ruth Boßmann über Kommunikation in den sozialen Medien und welche besondere Macht Bilder hierbei haben. „Wir brauchen Mut statt Wut für die Kommunikation. Daher auch der Name Mutbäuerin. Die Lebensrealitäten und das Wissen von uns 3% Bäuerinnen und Bauern ist eine ganz andere als von den restlichen 97% der Bevölkerung. Wir dürfen nicht von böser Absicht ausgehen, sehr oft ist es Unwissen. Wir müssen Neugierde wecken und Empathie zeigen, damit wir uns wieder aufeinander zubewegen können“, führt Boßmann aus. Sie erläuterte, dass wir digital unsere Hoftüren wieder öffnen können.

Dabei sollte jedoch in Ich-Botschaften kommuniziert werden. „Dies schafft eine persönliche Ebene und diese schafft Vertrauen. Der Konsument vertraut einer Bäuerin, die er kennt, eher, als anonym gehaltenen Informationen oder einem Gütesiegel. Du-Botschaften enthalten oft, teilweise auch ungewollt, Unterstellungen und Angriffe, diese bauen nur eine Mauer auf.“ Außerdem referierte Ruth Boßmann über die rechtlichen Rahmenbedingungen bei Bildnutzungen und darüber, wie ideale Bilder für die sozialen Medien ausgewählt werden können und was dabei zu beachten ist.

Zahlen und Fakten in Posts müssen stimmen

Im Anschluss an die fachlichen Aspekte der Social-Media-Nutzung referierte Christian Bachler aus der Steiermark über seine persönlichen Erfahrungen mit den sozialen Medien und warnte auch durch persönliche Erfahrungsberichte vor dem ein oder anderen Fallstrick. Bachler führte aus: „Wenn ihr etwas postet, dann müssen die Zahlen und Fakten stimmen. Sonst nehmt ihr euch die Glaubwürdigkeit.“ Bei Christian Bachler ist Social Media eine Erfolgsgeschichte für seinen gesamten Betrieb. Er erzählte den Bäuerinnen seine Geschichte und wie er zu den sozialen Medien fand. Der mit vielen Anekdoten gespickte Vortrag führte mit heiterer Stimmung in die Mittagspause.

Nebenbei, aber doch sehr wichtig: Der Mittagstisch war komplett regional. Mittermayr und Boßmann betonen, dass ihnen dies sehr wichtig war. „Wir müssen mit positivem Beispiel vorangehen. Auch in der Gastronomie ist Regionalität möglich und nach dieser haben wir den Caterer ausgesucht,“ sagt Ruth Boßmann. Martina Mittermayr ergänzt: „Alle Zutaten waren aus Österreich und wir wussten sogar, von welchem Bauern das Tier gekommen ist.“

"Der erste Eindruck ist wichtig"

Weiter ging es nachmittags mit dem Vortrag von Medienfrau und ehemaliger Bundesrätin Mag. Doris Schulz. Sie sprach darüber, wie wichtig der erste optische Eindruck ist. „Wir Menschen sind Augentiere,“ führte sie aus. Anschließend ging es ins Detail, sowohl was Körperhaltung, als auch, was die angemessene Kleidung angeht. Der sehr Vortrag war mit vielen plastischen Beispielen versehen, welche sehr humorvoll dargebracht wurden.

Der Tag schloss mit einem Impulsvortrag zu Kraft und Resilienz der Bäuerinnen ab. Dieser Vortrag von Dipl. Päd. Karin Haider zeigte den Frauen auf, wie sich für sich persönlich Kraftquellen finden können und rundete den Tag ab. „Wir wollten den Bäuerinnen einmal etwas völlig anderes bieten und die Stärke von uns Frauen festigen,“ sagt Martina Mittermayr. „Wir hoffen, das ist uns gelungen. Außerdem bauen wir ein Netzwerk von Mutbäuerinnen auf. Es wird sehr bald weitere Veranstaltungen geben, welche individuelle Themen tiefer aufbereiten. Hierzu sind bereits Vorschläge und Anfragen von den Frauen gekommen, die wir gerne aufgreifen,“ schließt Ruth Boßmann.

-Die Veranstalterinnen-

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