Vorwürfe

ARD-„Die Story“: Gekaufte Agrarpolitik – wie Industrie und Agrarlobby durchregieren

Am Montagabend um 22.55 Uhr berichtet die ARD in der Doku-Enthüllungsreihe „Die Story“ über mögliche Verflechtungen von Bauernverband, Agrarwirtschaft und Politik. Darum geht es...

„Gekaufte Agrarpolitik – wie Industrie und Agrarlobby durchregieren“ lautet der Titel der aktuellen Sendung „Die Story“ am 29. April im Ersten. Es geht darum, dass Landwirte, Vertreter von Bauernverbänden und Firmen gleichzeitig in der Politik tätig sind. Hintergrund ist eine Studie des Instituts Arbeit und Wirtschaft (IAW) der Universität Bremen im Auftrag des Nabu. Demnach würde „eine überschaubare Gruppe von Akteuren aus Politik, Bauernverband und Agrarwirtschaft“ Schlüsselpositionen besetzen.

Download Studie

Aktuell berichtet auch die Süddeutsche Zeitung darüber. Dort heißt es: „Es ist ein dichtes Geflecht aus Politikern, Agrarkonzern-Managern, Bankern und Verbandsfunktionären, das in Brüssel und Berlin maßgeblich mitbestimmt, wie Landwirte arbeiten und was bei Verbrauchern auf dem Teller landet. (…) Viele, die als Interessensvertreter ihres Berufsstandes und in Parlamenten unterwegs sind, hängen eng mit Düngemittelfirmen, Landtechnikherstellern oder Banken zusammen. Die Landwirtschaftspolitik in Brüssel und Berlin ist durchsetzt von Abgeordneten, die auch Lobbyisten sind.“

Wie die Süddeutsche Zeitung weiter aus der Studie zitiert, sei das ein wesentlicher Grund dafür, weshalb Umwelt und Natur, Tierwohl, Gewässer- und Klimaschutz bei politischen Entscheidungen häufig auf der Strecke blieben. "Ambitionierte Bemühungen" um Reformen in der Agrar- und Umweltpolitik, sowie eine bessere landwirtschaftliche Praxis würden "systematisch von Interessenvertretern verhindert oder deutlich verwässert", heißt es. Von "Hinweisen auf eine koordinierte und strategisch orientierte Einflussnahme auf Prozesse der Meinungs- und Willensbildung, sowie von politischen Entscheidungsprozessen" ist die Rede.

Die Zeitung nennt beispielhaft die Verantwortungen von DBV-Präsident Joachim Rukwied oder CSU-Politiker Albert Deß. Kritik kommt auch von der SPD-Abgeordneten Maria Noichl. Ihrer Ansicht nach hätten Partikularinteressen häufig Vorrang vor dem Gemeinwohl. Vor allem die Interessen der kleinen Bauern drohten unter die Räder zu geraten.

Der Deutsche Bauernverband hat sich dazu nicht geäußert.

Zum SZ-Artikel "Fragwürdige Verflechtungen"

Die Redaktion empfiehlt

Bei der Verschärfung der Düngeverordnung deuten sich Kompromisse an. Es Signale, dass von der 20-%-Unterdüngung in roten Gebieten noch abgewichen werden kann. Ein Überblick über alle wichtigen...


Diskussionen zum Artikel

von Heinz Hahn

Was auf dem Teller landet...

...Bestimmt allein der Käufer im Laden. Das Angebot an Lebensmitteln war nie größer als heute. Das Problem, immer weniger können aus den billigen Grundnahrungsmitteln ein gutes Gericht kochen. Der Bericht in meinen Augen nicht gelungen...

von Peter Held

Ist doch was dran an der Doku!

Über das Lobbyismusgedrängel zwischen verschiedenen Branchen der Agrarindustrie und dem Bauernverband, sowie konservativen Abgeordneten ist doch was dran. Der Film war so schlecht nicht. Onno Poppinga u. a. und einige andere Autoren haben das intransparente Interessengeflecht schon vor ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

Journalisten und deren „fachliche“ Recherchen...

Schaue mir gerade das in der Mediathek an und schon der Beginn der Reportage zeigt, das es sehr einseitig dargestellt wird und Häusling klar dem Mainstream folgend auf Wahlkampf eingestellt ist!Agrarwende und Umstellung auf eine reine Ökolandwirtschaft ist Unsinn, da es die Wende in ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Was man mit 8 Milliarden GEZ Gebühren jährlich so alles sauber recherchieren könnte....

, stattdessen verbreitet man nachweislich falsche Behauptungen, dass "immer mehr Gülle anfällt", "das Grundwasser immer schlechter wird", "immer mehr Fleisch produziert wird" oder "die Umwelt, Natur usw. auf der Strecke bleibt". Wenn wir Landwirte mit unseren staatlichen Zuwendungen ... mehr anzeigen

von Bernd Müller

Es ist unglaublich!!!

Mit wieviel falschen Fakten hier wieder argumentiert wurde!!! Nur zwei Beispiele: 1. „es wird immer mehr Gülle ausgebracht“ 2. „es wird immer mehr Fleisch produziert“ . Es werden einfach Behauptungen aufgestellt die faktisch falsch sind. Das ist für mich falscher Lobbyismus ... mehr anzeigen

von Ottmar Ilchmann

@Berges

Wieso Werbung für die Grünen, die CDU/CSU kam doch auch drin vor ;-)

von Matthias Zahn

@Heinrich Esser

Vollkommen richtig!

von Hubertus Berges

Wahlwerbung

„Sie sahen einen Betrag der Partei Bündnis 90 die Grünen zur Europawahl. Für den Inhalt dieser Sendung sind ausschließlich die Parteien verantwortlich.“

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Sonderbare Welt

Nabu Leute freuen sich wenn Ihre Vertreter an den Schalthebeln der Macht sind. Bauern (wenn Sie denn welche sind) schlagen sich die Köpfe ein wenn Ihre Vertreter als einflußreiche Lobbyisten verunglimpft werden.

von Reiner Matthes

wem hilfts ?

wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte: Nabu und andere Splittergruppierungen (z.B. SPD) versuchen durch herumprügeln auf der Deutschen Landwirtschaft ihre Vorteile zu ziehen.

von Heinrich Esser

Es ist doch im Grunde ein offenes Geheimnis

Im DBV sind nicht nur Landwirte Mitglied, sondern auch Industrieunternehmen. Wie kann das denn bitte zusammenpassen? Deswegen wird vom Verband auch nie eine Erhöhung der Erzeugerpreise erwünscht, weil man dann einigen großen Mitgliedern auf die Füße tritt. Zudem sind einige DBV-Chefs ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Mit Frau Künast begann die "Gekaufte Agrarpolitik"

Das ernste Thema BSE wurde missbraucht, um Stimmung gegen die bisherige Agrarpolitik zu machen und einen Keil zwischen die Mitglieder des Bauernverbandes zu treiben nach der alten Römer-Taktik: "Teile und herrsche". Das ist bis auf die bekannten Ausnahmen wie z.B. AbL gescheitert. Nun ... mehr anzeigen

von Gerhard Lindner

Ich lass mich mal überraschen von dem Bericht, falls ich es aufgrund der späten Sendezeit nicht verschlafe. Nur jammern wir nicht schon seit langem, und dies enrnehme ich auch diesen Kommentaren, sowie den seit Jahren unterschiedlichen Schuldzuweisungen untereinander, dass wir Landwirte ... mehr anzeigen

von Hermann Reinmuth

Wir befinden uns bester Gesellschaft

alles ein Filz mehr unter www.nachdenkseiten.de/?p=50355

von Thorsten Schäfer

Eine "Studie"

im Auftrag des Nabu... Ganz ohne Lobbyinteressen, redaktionell aufgerarbeitet von "Aktivsten" des BUND und der Grünen Heinrich Böll Stiftung (Valentin Thurn), vermutlich auch Mitglied bei beiden. Hat glatt aufgedeckt, wer die Mitglieder des Forum Moderne Landwirtschaft sind? Oder das ... mehr anzeigen

von Hermann Reinmuth

Wir befinden uns bester Gesellschaft

alles ein Filz mehr unter www.nachdenkseiten.de/?p=50355

von Klaus Volker Reuhl

praxisfremde Gängelei

Wir brauchen dringend eine Agrarpolitik ohne praxisfremde Gängelei. Wenn dann jemand vom Bauernverband in der Wirtschaft aktiv ist, muss das ja nicht gleich nicht verwerflich sein. Es kommt darauf an wie er die Interessen seiner Mitglieder gegenüber den Praxixfremden Ideologen vertritt.

von Gerhard Steffek

Was ist eigentlich daran so schlimm -

wenn Leute mit Entscheidungsbefugnis auch noch Ahnung von der Materie besitzen. In jedem Wirtschaftsbetrieb ist eine entsprechende Ausbildung Voraussetzung für den entsprechenden Posten. Nur in der Politik reicht es aus ein gewiefter Dummschwätzer zu sein um eine gut dotierte Stelle zu ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Einseitigkeit!!!

Die ÖR-Sender sollten, wenn sie schon so einen Artikel bringen, dann aber auch bitteschön bringen wie stark die ganzen NGO's in der Politik vernetzt sind. Wenn ich da so an Thumbrinck und Floßbarth, wie auch die Schulze selber denke.... Steckt man den Rahmen dann so weit wie ihn das ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Christian Friedrich Hebbel (1813-1863)

"Wenn man die sämtlichen Journalisten, wie sie da sind, ins Zuchthaus sperrte. würde man gewiss nicht so viele Unschuldige hineinsperren, als jetzt schon im Zuchthaus sitzen".

von Klaus Fiederling

Lieber Kollege ter Veen,

TA hat im Nachgang zu dem späten Sendetermin die Möglichkeit für seine Landwirte, die mit der modernen Technik noch nicht so sicher umgehen können und die Sendung verpasst haben, von der Mediathek der Öffentlich Rechtlichen eine Verlinkung hier einzustellen; insbesondere für unsere ... mehr anzeigen

von Bernhard ter Veen

ich versteh die "Kritik" der Komentatoren

nicht... Wenn "jemand" dieses Geflecht -endlich- einmal auffliegen lässt sind manche Leute noch unzufrieden damit. Ihnen kann man wohl oder übelst "GARNICHTS" recht machen... die ewig unzufriedenen müssen sich die Sendung ja nicht anschauen. Meine Wenigkeit jedenfalls freut sich auf ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Unser Wetterdienst vermeldet beständige Dunst- und Nebel-Wetterlagen...

Ob DAS, was die Süddeutsche schon am 28. April 2019 ihren Lesern zu berichten wusste, auch alles der Wahrheit entspricht!? - Sehr interessant wäre es sicherlich für jeden jetzt interessiert aufmerksamen TA-Abonnenten, wenn die dem Artikel zugrunde liegende Studie des Instituts Arbeit ... mehr anzeigen

von Diedrich Stroman

Bauernbasching der öffentlich rechtlichen,!

Vom feinsten, genauso läuft's bei den öffentlich-rechtlichen Sendern Lobbyisten und Politiker in einem Boot schanzen sich die Zwangsabgabe des Bürgers zu bei üppigen Gehältern, pfui Teufel, die ganzen Lobbyisten der Wirtschaft samt der Autolobby durchtränkt mit Politik und ... mehr anzeigen

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Lächerlich...

Ich bin vor Lachen fast vom Stuhl gefallen - unsere Landwirtschaft ist doch wohl die am härtesten sanktionierte der EU!!. Viele Länder der Gemeinschaft machen immer noch weiter wie bisher und das mit Unterstützung ihrer Regierungen und der EU. Klimabilanz ist doch ein Fremdwort bei ... mehr anzeigen

von Alexander Spahr

Achja,.....

.....und der Chef des NABU sitzt im Bundesumweltministerium, das ich nicht lache.....Wiedermal eine Hetzsendung im öffentlich-rechtlichen die keiner braucht.

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