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„Bisschen Gaudi“: Journalist kritisiert Klöckners Aussage zu Whes-Demo

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat über die Berliner „Wir haben es satt“-Demonstration vom letzten Samstag gesagt, das da auch ein bisschen Gaudi und Zuspitzung dabei gewesen sei. Das sorgte anschließend bei Twitter für Unverständnis. Ein ARD-Journalist griff die CDU-Politikerin an; diese konterte mit einem eigenen Tweet.

Ein Interview von Bundesagrarministerin Julia Klöckner im ARD-Magazin „Bericht aus Berlin“ sorgt gerade für Diskussionen. Eingeleitet wurde das Gespräch mit einem kritischen Beitrag über die Agrarpolitik der Ministerin. Im Interview stellte Klöckner daraufhin mit Bedauern fest: „Sie berichten als öffentlich-rechtlicher Sender leider sehr sehr einseitig. Sie werden den vielen Landwirten gar nicht gerecht, wenn das Ihr Beitrag zur Internationalen Grünen Woche ist.“

Zur Demonstration „Wir haben es satt“ am Samstag in Berlin und zur Kritik an den Flächenprämien befragt sagte die CDU-Politikerin, es seien Schlepper mit 300 PS dabei gewesen. Diese kosteten eine viertel Million Euro. „Also da kann man jetzt nicht davon sprechen, dass die Demonstranten nicht von den Agrarsubventionen profitieren.“ Sie habe auch mit einem Neuland-Bauern gesprochen, der 800 Schweine habe, in Rheinland-Pfalz sei das Agrar-Fabrik. Sie möchte alle Seiten zusammenführen und das müsse mit Respekt geschehen.

Schlagabtausch per Twitter

Für Diskussionen sorgte dann allerdings der folgende Satz: „Ich finde das Versammlungsrecht richtig und freue mich - weil, diese Demo findet seit Jahren statt, egal wer Agrarminister ist, egal welche Entwicklungen es gegeben hat. Es ist ja auch ein bisschen Gaudi und vor allem Zuspitzung dabei und das ist auch in Ordnung in einer Demokratie.“

Dieses Zitat kritisierte ARD-Journalist Georg Restle, Moderator des Magazins MONITOR, in seinem Twitter-Account: „Für Julia Klöckner sind Proteste von Bauern gegen ihre Agrarpolitik ‚Gaudi‘. Zeigt, wie ernst sie ihren Job nimmt“, schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst.

Klöckner konterte am Montag und warf Restle „Stimmungsmache“ vor. „Lieber Herr Restle, gerade weil Sie für die Öffentlich-Rechtlichen arbeiten, haben Sie eine besondere Verantwortung für Ausgewogenheit“, beantwortete Klöckner den Tweet. „Sie sollten dann bitte die richtige Einordnung und das ganze Zitat bringen. Sie machen bewusst Stimmung durch Selektion. Schade.“

Tweet zwischen Klöckner und Restle (Bildquelle: Twitter)

Video ab Minute 9

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Reinhard Hornhues

ARD und die Bauern

Ich finde es schade, das wir mit unseren Beiträgen für die öffentlich- rechtlichen Sender eine Plattform finanzieren die einen Herrn Restle die Möglichkeit bietet so einseitig und unverschämt gegen eine Berufsgruppe zu berichten . Gerade der WDR ist unterwandert von ideologisch geprägten Journalisten. Sie werden ihrer Aufgabe " öffentlich - rechtlich " nicht gerecht. Vielleicht auch mal gut das es eine Ministerin selber erlebt und etwas Verständnis für uns Landwirte öffentlich bekundet.

von Karlheinz Gruber

Großen Respekt Frau Ministerin

wenn Sie diesen Kurs beibehalten dann haben Sie meine volle Unterstützung. Und an die Redaktion von Monitor. Sie haben es selber gesagt. Lobbyisten von Ökoverbänden. Also erkennen sie doch einfach mal die Realität an und hören bitte auf mit öffentlichen Geldern Meinungsmache in eine Richtung zu betreiben. Über den Ami-Präse schimpfen Sie wenn der mit FAKE NEWS kommt, Frau Klöckner hat Ihnen dieselbe Praxis knallhart aufgezeigt. Also STOPPT DAS BAUERNBASHING mit öffentlichen Geldern!!!!!

von Wilhelm Grimm

@ Gerhard Steffek

Da muss Frau Klöckner durch oder sie wird ewig zum Büttel von ARD und ZDF und des Umweltbundesamtes mit den ganzen Umweltschutzorganisation. Der "Spiegel" hat schon mal die Reißleine gezogen. Auch ARD und ZDF müssen sich zur Wahrheit bekennen.

von Gerhard Steffek

Vorsicht Frau Klöckner -

da laufen sie aber schnell Gefahr sich das Mundwerk zu verbrennen. Widerspruch vertragen diese Skandaljournalisten ja schon gar nicht.

von Volker Hahn

Eine mutige Ministerin

die zumindest sehr schlagfertig den Gutmenschen des öff.-re. Paroli bieten kann. Immerhin macht sie ihr Kreuz breit für die ganz überwiegende Mehrheit der Bauern. Die Sendung war doch darauf ausgelegt, sie vorzuführen. Wenn sie es noch schaffen würde, ihr Ministerium in ALLEN Abteilungen mit kompetenten Mitarbeitern zu bestücken, dann wäre schon viel gewonnen.

von Gerd Uken

Frau Klöckner könnte ja mal

Den Landwirt mit seinem neuen Schlepper oder den 800 Schweinen fragen warum gerade er auf der WHES Demo war? Fühlt der sich jetzt schon vom Weltmarkt abgehängt? Dies als Gaudi ab zu tun( wenn man das Video ganz zu Ende) damit zeigt sie wenig Verständnis auch wenn sie erst 10 Monate im Amt ist. Viel hat sie ja auch nicht bewegt, in Sachen Milch mahnt sie nur die Branchenlösung an.... Die Umsetzung P.148 oder auch die Milchgüteverordnung- herrscht Totenstille.

von Christian Bothe

Frau Klöckner

Das war mal eine gute Ansage von Frau Klöckner(hatten wir leider lange nicht) Gerade wenn ich an die letzte Monitor Sendung der ARD denke und diesem H. Restle und seinen Informanten. Das ganze war eine Spielwiese am Brandenburger Tor und man hatte sogar Traktoren...Wiederholung Grüne Woche 2020.

von Wilhelm Grimm

Respekt Frau Klöckner und Übelkeit zum üblichen Imponiergehabe des ARD-Journalisten Restle,

der bei der Unwahrheit ertappt wurde. Ich habe mir diese Gaudi-Veranstaltung bereits mehrfach angesehen. Es nehmen zwar auch Bauern daran teil, aber nur wenige. Das aber verschweigt Herr Restle. Er sollte zukünftig der Wahrheit zum Sieg verhelfen.

von Berthold Lauer

Nicht nur die Öffentlich-Rechtlichen, auch der ein oder andere Kollege sollte zur Kenntniss nehmen, dass dort eben nicht stellvertretend für alle Landwirte demonstriert wurde, auch wenn einige und insbesondere Medienvertreter dies gerne so rüberbringen. Insofern finde ich an diesen Äußerungen von Frau Klöckner nichts auszusetzen.

von Gerd Uken

So was kommt vor

Ist ja auch einfacher Donnerstags vor 1200 geladen Gästen -die stellen auch nicht solche Fragen wie ein ARD Reporter!

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