Menschenwürde und Vielfalt

Bundestagswahl: Landjugend mahnt zur Wahl toleranter Parteien

Die Landjugend steht nach eigener Aussage für Demokratie und Vielfalt. Der BDL ruft dazu auf, keine Nazis, Extremisten oder Rassisten zu wählen. Die jungen Menschen auf dem Land müssten Farbe bekennen

Der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) setzt sich für Menschenwürde und Respekt, solidarisches Miteinander und Gleichberechtigung für alle ein. Diese Grundwerte des Verbandes bilden auch das Wertegerüst der Gesellschaft. Das hat die stellvertretende Vorsitzende des BDL, Anne-Kathrin Meister, vor der Bundestagswahl klargestellt.

Sie fordert landauf und landab alle auf, es ihr gleichzutun: „Der ländliche Raum ist Heimat für uns - der Ort zum Leben. Darum müssen wir mitbestimmen, wer für Mehr Politik fürs Land sorgt.“ Und das heißt vor allem eins: Landjugend wähle Demokratie, keine Nazis, Extremisten oder Rassisten, betonte Meister.

Sie ruft alle jungen Menschen auf dem Land auf, Farbe zu bekennen und mit ihren Stimmen zu zeigen, dass rechte Politik bei der Jugend auf dem Land keinen Anklang findet.

Der größte Jugendverband im ländlichen Raum macht immer wieder mit Studien, Arbeitshilfen und Positionen gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus auf sich aufmerksam. Als Demokratiewerkstatt bietet er seit über 71 Jahren einen Lern- und Erfahrungsraum für Demokratie, ganz nach dem Muster, das der 16. Kinder- und Jugendbericht zuletzt eindrücklich beschrieb.

Für den BDL sind die freiheitlich-demokratische Grundordnung und die Werte des Grundgesetzes der Gradmesser für Demokratie und Zusammenhalt. In jeder Gruppenstunde, jeder Vorstandssitzung und jeder Mitgliederversammlung geht es ums Austauschen und Argumentieren, um das Aushandeln von Kompromissen und Verständigen auf einen gemeinsamen Nenner. Dabei ist der BDL parteipolitisch unabhängig, aber noch lange nicht neutral: „Das geht gar nicht anders. Wir sind alle Demokratinnen und Demokraten. Also sind wir alle gefordert, einzuschreiten, dagegen zu halten oder Nein zu sagen, wenn unsere Demokratie bedroht wird“, stellt Anne-Kathrin Meister klar.

Rechtsextreme stellen sich als Mitte dar

Die Mitte-Studien, die seit 2002 untersuchen, wie verbreitet rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen sind, alarmieren. Ihrer aktuellen und repräsentativen Umfrage von 2020/2021 zufolge ist der Rechtsextremismus die wohl größte Herausforderung für die Demokratie. Auch wenn dies die Gefährlichkeit anderer Extremismen nicht schmälert: „Vom Rechtsextremismus geht im besonderen Maß eine gewalttätige Bedrohung der Demokratie aus. Zudem erreicht er die Mitte stärker. Rechtsextreme nehmen für sich in Anspruch, die Mitte zu sein, oder sie suchen mit ihrer Propaganda die Mitte, rekrutieren in der Mitte und schlagen Brücken über den Rechtspopulismus“, heißt es dort.

„Darum gibt es für uns nur eins: Menschenwürde, respektvollen Umgang miteinander und Demokratie wählen“, fasst die stellv. BDL-Bundesvorsitzende zusammen. Ihr Jugendverband verurteilt, dass zunehmend Minderheiten, Repräsentanten, Wissenschaftler und diejenigen, die sich für die Demokratie zur Wehr setzen oder diese schützen wollen, angegriffen werden.
„Wir setzen auf Zusammenhalt und gegenseitiges Vertrauen und lassen uns nicht von Zerrbildern oder Vorurteilen vergiften“, macht sie stellvertretend für den BDL Mut.


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