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Kriminalität/Betrug

Die italienische "Agro-Mafia" ist auch bei uns aktiv

Die italienische Mafia hat die Landwirtschaft längst für sich endeckt. Der Bundesregierung liegen nun Erkenntnisse vor, dass es auch bei uns Produktbetrug und Erpressung gibt.

Lesezeit: 2 Minuten

Tätigkeiten der sogenannten Agro-Mafia in Deutschland waren kürzlich Thema einer Anfrage der Grünen an die Bundesregierung. Danach wurden sowohl in Ermittlungsverfahren als auch aus Auswertungen von Informationen aus Italien vereinzelt Erkenntnisse gewonnen, dass allgemein als "Agro-Mafia" bezeichnete kriminelle Strukturen gefälschte oder minderwertige Agrarerzeugnisse oder Lebensmittel in den Vertrieb bringen beziehungsweise Gastronomiebetriebe zur Abnahme genötigt werden. Diese kriminellen Strukturen seien "nach hiesiger Kenntnis der Italienischen Organisierten Kriminalität (IOK) zurechenbar".

Für die Organisationen der IOK stelle der Handel mit minderwertigen Agrarerzeugnissen und Lebensmitteln ein Betätigungsfeld dar, in dem hohe Gewinne erzielt werden können, schreibt die Bundesregierung weiter. Das Entdeckungsrisiko sowie die Strafandrohung für die Agierenden seien vergleichsweise gering. Aufgrund der im ersten Absatz genannten Indizien sei zu vermuten, dass dieser Phänomenbereich auch in Deutschland eine Einnahmequelle der IOK darstellt. Von einem großen Dunkelfeld sei auszugehen.

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Hintergrund

Das Thema „Agro-Mafia“ bezeichnet ein Problem, das im Zusammenhang mit der Erzeugung und dem Handel von (italienischen) Lebensmitteln steht. Die Bedeutung dieses Marktes soll für die Mafia in Italien im Zuge der letzten Wirtschaftskrise zugenommen haben und inzwischen sollen kriminelle Organisationen Umsätze von rund 15 Mrd. Euro jährlich erzielen.

Eine solche Infiltrierung des Lebensmittelmarktes durch die Organisierte Kriminalität (OK) bleibt nicht folgenlos. Lebensmittel sollen gepanscht oder falsch deklariert werden. Hierbei soll es auch zum Einsatz gesundheitsgefährdender Stoffe kommen. Experten weisen auf die hohe Profitabilität solcher Manipulationen hin. Das am häufigsten betroffene Lebensmittel ist demnach Olivenöl.

Neben dem Geschäft mit gefälschten Lebensmitteln sind Gruppierungen der IOK auch immer wieder mit anderen Delikten im Zusammenhang mit der Erzeugung und dem Handel von Lebensmitteln aufgefallen. So sollen z. B. auch in Deutschland italienische Gastronomen gezwungen worden sein, oftmals minderwertige Lebensmittel zu überteuerten Preisen abzunehmen. Des Weiteren sollen Vertriebswege von Lebensmitteln auch zum Transport von Drogen wie Kokain benutzt worden sein.

Knapp die Hälfte der Beanstandungsgründe geht auf eine falsche Kennzeichnung zurück

Lebensmittelkriminalität ist Bestandteil des polizeilichen Sondermeldedienstes für Umwelt- und Verbraucherschutzdelikte. Im Rahmen dieses Sondermeldedienstes besteht auf Ebene der polizeilichen Zentralstellen (Bundeskriminalamt/Landeskriminalämter) eine institutionalisierte Kooperation. Welche Regelungen unterhalb der Zentralstellenebene bestehen, liegt in der Entscheidungshoheit der Länder.

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