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topplus So bewältigen Landwirte die Krise

Ferien auf dem Bauernhof: Hoffen auf den Sommer

Seit Mitte März stehen auf dem niedersächsischen Ferienhof der Familie Warnken die Wohnungen leer. Seit letzter Woche dürfen sie wieder Gäste auf ihrem Hof begrüßen.

Lesezeit: 3 Minuten

Wir sind so positiv ins Jahr gestartet, viele Wochen waren schon ausgebucht“, berichtet Martina Warnken, die mit ihrem Mann Stephan den Huxfeld-Hof, in der Nähe von Bremen, bewirtschaftet. Zum Betrieb gehören 60 Milchkühe, Kälber sowie sieben Ferienwohnungen und ein Appartement. Hühner, Kaninchen, Ziegen, ein paar Pferde sowie Spielplatz und Spielscheune machen das Angebot komplett. „Wir sahen uns auch für die Zukunft gut aufgestellt“, so die Betriebsleiterin.

Seit Mitte März ist alles anders. Fast alle Ferienwohnungen stehen leer, der einzige Gast: ein Geschäftsreisender. Denn für berufliche Zwecke bleibt die Nutzung erlaubt. Andere Betriebe, erzählt Warnken, versuchen ihre Wohnungen an Arbeitnehmer zu vermieten, als Homeoffice-Ersatz.

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Nicht mehr aufzuholen

„Die jetzige Situation ist einfach nur bitter. Einige Gäste haben sich zwar auf Umbuchungen eingelassen, die meisten Kunden aber ließen sich die gezahlten Beträge erstatten“, resümiert die Gastgeberin. Sie geht davon aus, dass sich die Situation auch im Mai noch nicht ändert. „Das Geld fehlt einfach, schon um die Investitionen aus dem Winter wieder reinzuholen“, beschreibt Martina Warnken die Misere. Da helfe auch der landwirtschaftliche Betrieb nicht weiter, in dem gerade die Ausgaben für die Frühjahrsbestellung anstünden.

Wie viele andere haben Warnkens Soforthilfe beantragt und setzen auf Einsparungen: Der Betrieb hat die festangestellte Reinigungskraft in Kurzarbeit geschickt und verzichtet auf die Mithilfe der drei Minijobber. „Das tut uns wirklich leid“, so die Betriebsleiterin, „aber angesichts der finanziellen Ausfälle bleibt uns im Moment nichts anders übrig“.

Mit Ferienwohnungen könne man auch keine Alternativen anbieten, wie z. B. manche Gastronomiebetriebe einen Außer-Haus-Service. „Und auch später sind die aktuellen Einbußen nicht aufzuholen. Jedes Bett kann schließlich nur einmal gebucht werden“, erklärt Martina Warnken.

Gäste wollen kommen

„Jetzt hoffen wir auf Pfingsten und den Sommer. Die Gäste wollen gerne kommen“, weiß Warnken aus den Gesprächen mit ihren Kunden. Es bleibe jedoch die Unsicherheit, wann und wie es weitergeht.

Warnkens sehen sich auf jeden Fall gut aufgestellt, um zumindest mit Einschränkungen und Auflagen wieder starten zu können. Gerade in Ferienwohnungen seien die Gäste für sich und könnten die Abstandsregeln gut einhalten. „Klar, dass z. B. die Spielscheune zu bleiben muss, Hygieneauflagen einzuhalten sind und Aktionen wie Grillabende und Traktorfahrten ausfallen müssen“, so die Gastgeberin. „Aber das nehmen wir gerne auf uns.“

Exit-Strategie

Landurlaub biete doch in der Regel genau die passenden Bedingungen für einen Urlaub in Corona-Zeiten, betont Martina Warnken, die gleichzeitig Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Urlaub und Freizeit auf dem Lande e. V. Niedersachsen ist. Die Abstands- und Hygieneregeln könnten eingehalten werden und trotz Einschränkungen gebe es reichlich Möglichkeiten, den Urlaub sinnvoll zu gestalten. Mit dem Verband arbeitet Martina Warnken auch schon an einer entsprechenden „Exit“-Strategie für betroffene Urlaubsbetriebe.

Letztendlich müssen wir aber wohl davon ausgehen, dass das gesamte Jahr schwierig bleibt“, so Martina Warnken.

Für die Zeit nach der Coronakrise aber, davon ist sie fest überzeugt, wird der Landurlaub in Deutschland gestärkt aus der Krise hervorgehen.

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