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Krisenstimmung in der Direktvermarktung

Die Preise steigen. Die Bereitschaft der Kunden, in Hofläden hochpreisig einzukaufen, sinkt. Wir haben zwei Beraterinnen gefragt, wie sie die aktuelle Situation einschätzen.

Lesezeit: 3 Minuten

Die Preise für Futtermittel, Energie und Dünger steigen. Verpackungsmaterial ist knapp und teuer, Lieferketten sind teilweise nahezu gerissen. Eine Belastung für die Betriebe und die Direktvermarkter. Explodierende Energiekosten, Teuerungen in allen Lebensbereichen und steigende Kreditzinsen lassen gleichzeitig die Bereitschaft der Verbraucher sinken, Geld für höherpreisige Lebensmittel auszugeben.

Sparsamkeit als Kriegsfolge. Davon betroffen sind die Supermärkte, die ihre Kunden an die Discounter verlieren. Und die Hofläden: Viele bekommen die Krise heftig zu spüren, viele klagen über Umsatzeinbrüche. Kunden bleiben weg oder kaufen nur noch kleine Mengen ein. Wir haben mit zwei Beraterinnen gesprochen und nachgefragt, welche Rückmeldungen sie aktuell von den Hofläden bekommen und was sie den Direktvermarktern raten.

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Kaum noch Anfragen für Gründungen

Dass die Stimmung in der Direktvermarktung aktuell nicht so rosig ist, merkt Caroline Hertell von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein vor allem daran, dass aktuell kaum Anfragen für Beratungen zur Hofladengründung kommen. „Wir hatten in den vergangenen zwei Jahren wirklich viele Fragen zu Neueröffnungen“, erklärt die Beraterin für Direktvermarktung. „Diese bleiben nun aus.“

Bestehende Hofläden klagen derzeit vor allem über fehlende Kunden und geringere Zahlungsbereitschaft, gleichzeitig werden die Direktvermarkter von den Preiserhöhungen der Lieferanten regelrecht überrumpelt. „Für die Hofläden ist das aktuell eine unbefriedigende Lage, die dazu führt, dass sie selbst die Preise anziehen müssen. Die Bereitschaft der Kunden, Geld im Hofladen zu lassen, ist hingegen gesunken“, sagt Caroline Hertell. „Die Umsatzeinbußen aktuell stehen dem Boom des vergangenen Jahres gegenüber.“

Direktvermarktung kann sich weiter lohnen

Direktvermarktung könne sich weiterhin lohnen und auch der Grundtrend zur Regionalität sei nicht einfach weg. Den Betrieben empfiehlt sie deshalb, das Geschäftsmodell noch einmal zu überprüfen. „Viele Direktvermarkten sind in den letzten zwei Jahren nur gerannt. Der Boom und gleichzeitiger Personalmangel haben dazu geführt, dass sie strategische Fragen vernachlässigt haben, um der Nachfrage gerecht zu werden.“ Nun sei es an der Zeit, zu prüfen, ob zum Beispiel Werbung an anderen Stellen oder eine Sortimentsumgestaltung sinnvoll sein können.

Betriebe werden ausgebremst

Dr. Sophia Goßner ist an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) für die Direktvermarktung und Bauernhofgastronomie zuständig. Auch sie beobachtet eine eher gedämpfte Stimmung. Vor allem Betriebe, die zum großen Boom während des Corona-Lockdowns in die Direktvermarktung eingestiegen sind, werden nun ausgebremst. „Der Dämpfer ist durchaus schmerzlich – vor allem für die Neueinsteiger“, sagt Dr. Sophia Goßner. „Die Hofladenbetreiber sind aktuell sehr bemüht, Mittel und Wege zu finden, sich für die Kunden wieder interessant zu machen und eine dauerhafte Kundenbindung zu erreichen.“

Dabei würden die Betriebe sehr proaktiv vorgehen. Neben besonderen Angeboten, Events und Aktionen versuchen einige Hofläden die Kunden weiterhin zu locken. „Auch Kunden- oder Bonuskarten können beispielsweise eine Möglichkeit sein, einen Kaufanreiz zu schaffen“, sagt Dr. Sophia Goßner. Allerdings betont sie, dass jeder Betrieb für sich selbst abwägen muss, was ein geeigneter Weg sein könnte. „Nicht jedes Konzept passt zu jedem!“, sagt sie. „Wägen Sie ab, welcher Weg für Sie und Ihren Betrieb geeignet ist und denken Sie immer an die entsprechende Kundenkommunikation.“

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