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Ländliche Gerüche und Geräusche

Kuhglocken und Backstubenduft: Freie Wähler wollen „sensorisches“ Kulturgut schützen

Um Konflikte zwischen Landwirten und Anwohnern zu entschärfen, wollen die Freien Wähler im bayerischen Landtag ortsübliche Geräusche und Gerüche gesetzlich schützen. Vorbild könnte Frankreich sein.

Lesezeit: 2 Minuten

Bayerns Erfolg und Zukunftsfähigkeit liegen nach Ansicht der Landtagsfraktion der Freien Wähler (FW) in der Versöhnung von Tradition und Fortschritt. Deshalb fordert sie den Schutz ortsüblicher Geräusche und Gerüche des ländlichen Raums mit einem Dringlichkeitsantrag im Landtag. „Unsere Identität und das Heimatgefühl speisen sich aus jahrhundertealter Geschichte. Der Klang von Kuhglocken oder der Duft von frisch gebackenem Brot gehören zu unserem bayerischen Selbstverständnis. Dieses bedrohte Kulturgut „Sinneserbe“ gilt es unbedingt zu bewahren“, so der Fraktionsvorsitzende Florian Streibl.

Konflikte zwischen Landwirten und Anwohnern entschärfen

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In den vergangenen Jahren sei es vermehrt zu Konflikten gekommen – zwischen traditionellen Handwerks- und Landwirtschaftsbetrieben, die ortstypische Gerüche und Geräusche produzieren, sowie neuen Anwohnerinnen und Anwohnern, welche sich daran stören. „Frankreich hat es vorgemacht und Ende Januar 2021 per Gesetz den Schutz landestypischer Geräusche und Gerüche veranlasst. Diese wurden im französischen Umweltgesetz als „sensorisches Kulturerbe“ aufgenommen“, so Streibl weiter. Dabei obliege es den einzelnen Regionen, welche konkreten Geräusche und Gerüche darunter gefasst werden, um den jeweiligen Besonderheiten vor Ort Rechnung zu tragen.

Abwägung von Anwohnerinteressen und kulturellem Stellenwert

Bei der Festlegung habe stets eine Abwägung zwischen den Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner sowie dem kulturellen Stellenwert dieser Geräusche und Gerüche stattzufinden. „Mit einer entsprechenden Bundesratsinitiative wollen wir eine vergleichbare Regelung für Deutschland und Bayern im Bundes-Immissionsschutzgesetz schaffen“, so Streibl.

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks will der Koalitionspartner in Bayern, die CSU, den Vorstoß bislang nicht unterstützen.

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