Artenvielfalt

Landwirtschaft zu wenig auf Ernährungssicherung ausgerichtet

Daten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zeigen, dass viele Bestäuberarten vom Aussterben bedroht sind.

Die globale Landwirtschaft ist nach Einschätzung eines Forscherteams unter Beteiligung von Biologen der Martin-LutherUniversität Halle-Wittenberg (MLU) zu wenig auf die Ernährungssicherung der Weltbevölkerung ausgerichtet. Daten der FAO zeigten, dass derzeit 16 der 20 am schnellsten wachsenden Feldfrüchte auf der Erde auf eine Bestäubung durch Insekten und andere Tiere angewiesen seien, erklärten die Forscher jetzt in der Zeitschrift „Global Change Biology“.

Fällt Ernte künftig komplett aus?

Allerdings seien viele Bestäuberarten vom Aussterben bedroht. Daraus erwachse die Gefahr, dass die Ernte künftig eventuell komplett ausfalle oder zumindest deutlich kleiner sei. Verstärkt werde das Problem dadurch, dass Monokulturen angebaut würden. Das sei vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern der Fall. Die ärmeren Regionen hätten damit das größte Risiko für Ernteausfälle. Zu spüren seien diese aufgrund der Handelsverflechtungen aber auf der ganzen Welt. Die Wissenschaftler plädierten dafür, die Landwirtschaft weltweit zu diversifizieren. Kleinere Flächen sollten mit unterschiedlichen Feldfrüchten bestellt werden. Wichtig ist laut den Forschern zudem, dass Anbauflächen naturnaher gestaltet werden. Durch Blühstreifen, Hecken und Nistmöglichkeiten ließe sich sicherstellen, dass es genügend Lebensraum für Bestäuber gebe.

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