Einloggen / Registrieren

Startseite

Schlagzeilen
Messen & Termine
Themen
Wir für Euch
Heftarchiv
Sonstiges

Bürokratieabbau Maisaussaat Stilllegung 2024

Berlin

Bauern demonstrieren vor Südzucker-Pizzafirma gegen Verarbeitung ausländischer Rohstoffe

In Berlin lassen Landwirte ihrem Unmut über die Südzuckertochter Freiberger Lebensmittel freien Lauf. Sie könnten nachweisen, dass billige Rohwaren aus dem Ausland eingesetzt würden.

Lesezeit: 3 Minuten

Am Mittwoch demonstrierten Landwirte verschiedenster Verbände und Bewegungen, unterstützt von LsV Mittelfranken, vor der Firma Freiberger Lebensmittel GmbH am Zerpenschleuser Ring in Berlin. Es handelt sich dabei um Europas größte Pizzafabrik. Sie sei eine hundertprozentige Tochter der Südzucker AG, einer bäuerlichen Genossenschaft, wie LsV betont.

Die Landwirte fordern eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung der verarbeiteten Rohstoffe auf der Verpackung in Klarschrift. Die Herkunft des verarbeiteten Getreides und Gemüses müsse erkennbar sein. Und es müssten alle Produktionsstufen benannt werden, so dass der Konsument bei tierischen Produkten transparent von Geburt, Aufzucht bis Schlachtung und Verarbeitung alle Schritte nachvollziehen kann, so die Forderung.

Das Wichtigste aus Agrarwirtschaft und -politik montags und donnerstags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß der AGBs und den Datenschutzhinweisen zu.

Auch wenn Tiere ihr Leben im Ausland verbracht haben und nur die Schlachtung in der Bundesrepublik stattfand, sei dieses heute als deutsches Fleisch deklariert, prangert LsV an. In einigen Ländern, aus denen große Produktmengen nach Deutschland gelangen, seien z.B. noch fast 150 Pflanzenschutzmittel zugelassen, welche bei uns bereits seit Jahren verboten sind. Auch seien dort Antibiotika als Wachstumsförderer erlaubt, was in der EU seit 2006 verboten ist.

Die Demonstranten weisen zudem auf unnötig lange Transporte von Rohstoffen hin. Das ließe sich vermeiden, wenn auch die Produzenten von verarbeiteten Lebensmitteln und Convenience Food auf hochwertige deutsche Urprodukte zurückgreifen würden.

„Wir fordern Transparenz für den Verbraucher, dieser muss auch bei verarbeiteten Produkten erkennen können was er isst. Auch können wir nicht politisch diese Kennzeichnung fordern, aber in den eigenen Reihen nicht umsetzen. Die Herkunftskennzeichnung ist auch ein Ausdruck der Wertschätzung gegenüber den heimischen Bauern und deren Arbeit“, sagt Andreas Forster, einer der Organisatoren.

Ihnen lägen Nachweise vor, dass auch ausländische Rohstoffe verarbeitet werden. „Von einem Unternehmen welches indirekt in bäuerlicher Hand ist, erwarten wir den Einsatz deutscher Rohstoffe. Alles andere ist eine Abwertung der Arbeit der Landwirte anderer Produktionssparten!“, sagt Mitorganisator Frank Schmidt, selber Zuckerrübenbauer.

Für „pikant“ halten die Demonstranten, dass der Deutsche Bauernverband zwar ebenfalls Herkunftskennzeichnung und Importbegrenzung fordere, sein Präsident Joachim Rukwied aber im Aufsichtsrat der Südzucker sitze. Daher sei Rukwied zur Demo eingeladen, um dies zu erklären.

War Rukwied eingeladen oder nicht?

Auf Anfrage von top agrar online teilte der DBV teilte mit, die Aktion nicht kommentieren zu wollen und auch keine Fragen zur Rolle von Rukwied zu beantworten. Besonders sauer stößt dem Verband auf, dass es keine offizielle Einladung gegeben habe, die Initiatoren aber im Nachgang in ihrer Pressemitteilung behaupten, Rukwied habe diese ignoriert und sei nicht gekommen!

LSV kontert, man habe Generalsekrtetär Krüsken eine Einladung geschickt, die er weitergeben wollte.

Auch die Freiberger GmbH erklärte am Mittwoch nach der Demo: "Es wurde weder ein Gespräch mit uns gewünscht noch eine Protestnote überreicht. Vor diesem Hintergrund ist es uns nicht möglich, ein Statement abzugeben. Wir möchten uns aber bedanken, dass die Versammlung friedlich verlaufen ist."

Laut LsV war Lutz-Michael Krebs, Werksleiter der Firma Freiberger, am Mittwoch allerdings vor die Tür getreten. Er sei aber nicht bereit gewesen, mit den anwesenden Demonstranten in Dialog zu treten oder einen Gesprächstermin zu vereinbaren, heißt es. Krebs habe lediglich seine Visitenkarte übergeben und erklärt, einen Austausch nur schriftlich führen zu wollen. Die Entgegenname des Forderungsschreibens soll er verweigert haben. Dieses wurde von den Demonstranten in den Briefkasten geworfen.

Die Redaktion empfiehlt

Wie zufrieden sind Sie mit topagrar.com?

Was können wir noch verbessern?

Weitere Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Vielen Dank für Ihr Feedback!

Wir arbeiten stetig daran, Ihre Erfahrung mit topagrar.com zu verbessern. Dazu ist Ihre Meinung für uns unverzichtbar.