Landvolk

Miteinander reden statt pauschale (Vor-) Urteile fällen

Mit einem Mähdrescher vor dem Brandenburger Tor wollen die Bauern anlässlich der Grünen Woche zeigen, wieviel Bürger ein Landwirt ernähren kann. Die Infostände gehören zur Aktionsplattform „Wir machen Euch satt“, die sich als Gegenbewegung zu "Wir haben es satt" versteht.

„Dialog statt Protest“ lautet das Motto zur nunmehr fünften Auflage der Aktionsplattform „Wir machen Euch satt“ anlässlich der Internationalen Grünen Woche. Am 18. Januar findet zur Eröffnung der Grünen Woche in Berlin die zentrale Aktion am Brandenburger Tor statt, zudem werden sich zahlreiche Landwirte bundesweit mit eigenen Ideen diesem Motto anschließen.

Die Kreisverbände im Landvolk Niedersachsen beteiligen sich an diesem Wochenende mit Aktionen, um die Verbraucher für wichtige intensiv diskutierte Themen der Landwirtschaft zu sensibilisieren und für ein Mehr an Akzeptanz zu werben, teilt der Bauernverband aus Niedersachsen mit.

In Berlin wecken vor dem Brandenburger Tor ein großer Mähdrescher, viel Korn, 153 Menschen – so viele ernährt ein Landwirt heute! - und ein Landwirt die Aufmerksamkeit, um mit den Verbrauchern ins Gespräch zu kommen. In Niedersachsen bereiten die Kreisverbände weitere Aktionen für dieses Wochenende vor: So wird beispielsweise die Vereinigung des Emsländischen Landvolks (VEL) gemeinsam mit den Bürgern in der Fußgängerzone „aktiv“ den Tisch decken: Nur mit den Erzeugnissen aus der Landwirtschaft kann man sich an den gedeckten Tisch setzen.

Landwirte sind laut dem Landvolk offen für den Dialog, stellen sich den Fragen der Verbraucher und wünschen sich, dass mehr Bürger nachfragen, was es mit der täglichen Arbeit auf den Höfen auf sich hat. Pauschale Kritik und Proteste in den (sozialen) Medien treffen Landwirte und ihre Familien sehr und führen teilweise so weit, dass sie sich ausgegrenzt und an den Rand der Gesellschaft gedrängt fühlen.

Mit Transparenz und Offenheit wollten Landwirte dieser Fehlentwicklung und Falschinformationen entgegentreten, so Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke. Daher lautet seine Forderung: "Redet mit uns statt über uns! Frag den Landwirt, warum er 300 Kühe hält statt 30, warum Pflanzenschutz sein muss, warum das Ferkel kastriert werden muss. Jeder Landwirt, jede Bäuerin und jeder Hofnachfolger werden nicht nur an diesem Aktionswochenende Antwort geben, sie sind auch darüber hinaus jederzeit Ansprechpartner. Das sind Infos aus erster Hand und keine Gerüchte aus dem Internet", sagte er.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Wilhelm Grimm

@ Gerd Uken.

Ein großer Mähdrescher vor dem Brandenburger Tor, das hat schon was. Die WHES-Leute kommen mit Hühnerkostümen und gackern albernd durch die Stadt. Im übrigen ist es gar nicht so einfach, eine Genehmigung für so eine Mähdrescheraktion zu bekommen.

von Wilhelm Grimm

Schön positiv bleiben !

Eine Aktion reicht natürlich nicht, aber es gibt auch viele Aktionen. Lasst uns nicht schon wieder mäkeln.

von Gerd Uken

Ob das mit so einer Aktion

gelingt bezweifle ich - aber macht natürlich mehr her als was da im letzten Jahr war..... Ich denke die Bürger haben ganz andere Sorgen als sich den“ Großen Mähdrescher“ anzuschauen.

von Willy Toft

Wir Landwirte haben es schwer, einen realistischen Blick rüber zubringen!

Die Schwarz- Weiß Malerei der NGO`s und anderer Organisationen machen uns das Leben nicht gerade einfacher! Zumal fast jeder Tierhalter in der Arbeitsfalle steckt, und kein Verständnis für die Häme aufbringen kann, die von diesen Organisationen ausgelöst wird. Kostendeckende Preise brauchen alle Landwirte, das würde auch die Lebensqualität in der Landwirtschaft steigern. Gerade das Gegeneinander in der Landwirtschaft macht es den Marktpartnern so leicht, immer wieder mit dem Preisdruck durch zu kommen! 80 Mio. Menschen zu überzeugen, die bisher schon kritisch mit uns umgehen, wird eine Mammutaufgabe, und ist fast unmöglich!

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