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Getrübte Freude

Nährstoffeinträge aus Landwirtschaft ins Wattenmeer gesunken

Durch schärfere Regeln tragen die Flüsse weniger Nährstoff ein die Nordsee. Für die Forscher kein Grund zur Freude: Denn dadurch sinkt das Algenwachstum und Schnecken, Muscheln und Krebse hungern.

Lesezeit: 3 Minuten

Seit den 1980er-Jahren sinken die Einträge von Nährstoffen in das Wattenmeer. Folge ist ein Rückgang des Algenwachstums. Das teilt das Institut Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven mit, dass die Folgen zusammen mit der Uni Oldenburg untersucht hat.

Grund für die erfreuliche Nachricht sind strengere Anforderungen für die Landwirtschaft und für kommunale Kläranlagen, wodurch weniger Nährstoffe in die Flüsse, wie die Elbe, die Weser oder den Rhein gelangen. Positiv wirkt sich die bessere Wasserqualität auf Seegraswiesen sowie auf Austern und andere Muscheln, die an Felsen wachsen, aus.

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Die Forschenden stellten auch beim Wattwurm einen Zuwachs der Biomasse um rund 75 % fest. Grund für diese Zunahme könnte der Meeresspiegelanstieg sein. Dadurch werde eine stärkere Strömung ausgelöst, die mehr Sand auf die Wattflächen transportiere, was für bessere Lebensbedingungen für den Wattwurm und andere Arten sorge.

Die Gesamtzahl der invasiven Arten erhöhte sich laut der neuen Studie von zwei auf insgesamt sechs Arten.

Es gibt aber auch Verlierer

Soweit die guten Nachrichten, die man in der Pressemitteilung des Instituts sowie den Medienberichten darüber schon gezielt suchen muss. Denn Tenor bei allen ist vielmehr, welche Folgen das nun sauberere Wasser für die übrige Tierwelt hat.

So stellen die Forscher eine signifikante Abnahme in der Häufigkeit, der Biomasse und der räumlichen Verbreitung von charakteristischen Wattenmeer-Arten wie Schnecken, Muscheln, Krebsen oder Würmern fest.

So hätten die Wattschnecke, der Bäumchenröhrenwurm oder die Sandklaffmuschel in ihrer Häufigkeit um mehr als 80 % abgenommen, sagt Erstautorin Dr. Anja Singer. In den 1980er Jahren belief sich die Gesamtzahl auf 90 Arten, 2018 waren es noch 81 Arten.

„Viel signifikanter ist die Abnahme der Gesamt-Individuenzahl der Arten pro Quadratmeter: Hier gab es einen gemittelten Rückgang um circa 31 %. Die Gesamtbiomasse verringerte sich sogar um circa 45 % im Vergleich zu den 1980er Jahren“, erläutert Prof. Ingrid Kröncke von Senckenberg am Meer und der Universität Oldenburg.

Weniger Algen bedeutet weniger Futter

Insbesondere Tiere wie die Wattschnecke oder verschiedene Muschelarten, die sich von an der Sedimentoberfläche wachsenden kleinen Algen ernähren, verzeichnen in den Auswertungen der Forschenden einen starken Rückgang, der sich dann auch in der Gesamtbiomasse und -häufigkeit dieser Arten niederschlägt.

Grund für die Abnahme sei ein vermindertes Nahrungsangebot durch schärfere Gesetze für die Landwirtschaft und die Kläranlagen. Die verringerte Nährstoffbelastung habe dann zu einem deutlichen Rückgang von Algenblüten geführt – der Nahrungsquelle der genannten Tiere.

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