Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Neuer Studiengang "Precision Farming" ist wegweisend

An der Technischen Hochschule in Höxter (NRW) kann man jetzt Precision Farming studieren. Gerade in Anbetracht des Klimawandels ist das Auslesen von technischen Daten wichtig für präzisen Ackerbau.

Der Dürresommer 2018 hat die Landwirte in Deutschland hart getroffen. Die Agrarbranche muss sich auf den Klimawandel einstellen. Ein zentrales Element - auch aus Sicht des Bundeslandwirtschaftsministeriums - ist die Stärkung der Digitalisierung in der Landwirtschaft. Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) hat mit dem bundesweit einzigartigen Studiengang Precision Farming auf dieses Erfordernis reagiert und damit auch international für Aufmerksamkeit gesorgt.

Studierende lernen in Höxter den effektiven Einsatz digitaler Daten mit dem Ziel, den Ertrag von Agrarflächen umweltschonend zu optimieren. Auf diese Weise haben Landwirte in Zukunft die Möglichkeit, auf klimatische und ökologische Veränderungen schnell und nachhaltig zu reagieren.

Landwirtschaftliche Maschinen liefern schon jetzt große Datenmengen, aber um diese systematisch auszuwerten, fehlt in den Betrieben oft das Knowhow. "Die Landwirtschaft wird sich in den kommenden Jahren wandeln wie kaum eine andere Branche. Diese Transformation ist notwendig, damit Agrarwirte in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben", erklärt Professor Burkhard Wrenger, der den Studiengang Precision Farming an der TH OWL leitet.

Seit dem Wintersemester 2018/2019 werden hier die Studierenden in den Themenfeldern Agrarwissenschaft, Informatik und Maschinentechnik ausgebildet. "Unsere Absolventen sind nicht nur Landwirte, sondern auch Informatiker und Ingenieure", erläutert Wrenger. "Sie sorgen dafür, dass landwirtschaftliche Flächen exakt die Nährstoff- und Wassermengen bekommen, die sie benötigen und gleichzeitig weniger Pflanzenschutzmittel auf dem Acker landet."

Der Landwirt der Zukunft kennt nicht nur den Wetterbericht, sondern kann auch Satellitenbilder und Geodaten auswerten. So kann er den Zeitpunkt für die Ernte optimal planen. "Die Ergebnisse kommen Pflanzen, Tieren, Umwelt und auch dem Verbraucher zugute", so Burkhard Wrenger.

Mit dem Studiengang Precision Farming ist die Technische Hochschule wegweisend. Und das nicht nur in Deutschland. Die Universität Missouri in den USA schickt regelmäßig Studierende nach Höxter, um sich über die Möglichkeiten der datengestützten "Präzisionslandwirtschaft" auszutauschen und von den Erfahrungen in Deutschland zu lernen. Von diesem internationalen Netzwerk und dem praxisorientierten Studiengang profitieren auch die Studierenden in Höxter.

Der Studiengang umfasst sieben Semester inklusive eines Praxissemesters, das die Studierenden auch als Auslandssemester umsetzen dürfen. Mit dem Studienabschluss als Bachelor of Science (B.Sc.) eröffnen sich den Expertinnen und Experten für Precision Farming Tätigkeiten beispielsweise in der Leitung und Beratung landwirtschaftlicher Betriebe sowie bei Herstellern von Agrarmaschinen und -anlagen.

Bewerbungen für diesen zulassungsfreien Studiengang nimmt die TH OWL aktuell für das Wintersemester 2019/20 entgegen. Informationen finden Interessierte auf http://www.th-owl.de/precision-farming.

Niederlande diskutieren über Halbierung des Viehbestandes

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

Schreiben Sie Alfons Deter eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Stefan Lehr

Precision Farming

Ich hoffe nur, dass den Studierenden auch beigebracht wird, wo der Kosten-Nutzen-Effekt bei PF liegt. Trotz haeufigem Nachfragen auf den verschiedensten Veranstaltungen ist es mir bis heute (nach ueber 10 Jahren!!) noch nicht gelungen eine klare Praxisaussage zu erhalten, was der Einsatz der ganzen PF-Technologie (Hard- und Software) je Hektar kostet. Ich kenne Betriebe mit 150 ha und 150.000 ha die mit Precision Farming arbeiten, aber bisher keine Aussage zu den konkreten Kosten machen koennen. Das waere fuer mich ein konkreter Studienansatz. Alles Andere findet sich dann. Trotzdem denke ich das es ein Schritt in die richtige Richtung ist.

von Christian Bothe

precision farming

Ich finde das eine gute Sache und eine Ausbildung dazu richtig und wichtig, auch wenn es Einschränkungen geben wird wie H.Grimm richtig bemerkt hat.

von Wilhelm Grimm

Precition Farming, das ist doch alles sinnlos,

wenn wir zur gleichen Zeit bei der DüV sinnlose Gleichmacherei über ganz Deutschland übergestülpt bekommen.

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen