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Webseminar

Solidarische Landwirtschaft als Zukunftsmodell

Das BZL und das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft gaben Einblicke in Arbeitsweisen einer Solidarischen Landwirtschaft. Sie verwiesen u.a. auf pandemiebedingte Steigerung des Selbstversorgungsgrades

Lesezeit: 3 Minuten

Die Prinzipien einer Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) scheinen im Kern recht simpel: Finanziert wird nicht das einzelne Lebensmittel, sondern die Landwirtschaft als Ganzes. Was geerntet wird dann unter den Teilhabern gleichermaßen aufgeteilt. So beschreibt es das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL). Im Webseminar „Solidarische Landwirtschaft: Was ist das und wie fängt man es an?“ gaben das BZL in Kooperation mit dem Netzwerk Solidarische Landwirtschaft e.V. Landwirtinnen und Landwirten einen detaillierten Einblick in die Arbeitsweisen einer solchen Betriebsaufstellung. Klaus Strüber, Berater für Solidarische Landwirtschaft und Organisationsentwicklung, referierte über Vorgehensweisen zum Einstieg in diese Arbeit.

Solidarische Landwirtschaft als gemeinschaftliche Projektfinanzierung

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In Deutschland gibt es aktuell etwa 300 bis 400 vor allem kleine Betriebe die nach den Prinzipien der Solidarischen Landwirtschaft, der gemeinschaftlichen landwirtschaftliche Nutzung des Ackerflächen, arbeiten. Der Landwirt und ehemalige Maschinenbauer Klaus Strüber hat als Gründer einer der ersten deutschen Solawis und als Referent für das Netzwerk langjährige Erfahrungen mit der Arbeitsweise. Vor allem in den letzten Jahren sehe er immer mehr Menschen, die zur Selbstversorgung wechseln wollen. Vor allem durch die Corona-Pandemie sei der Anteil noch gewachsen. Vor dem Hintergrund der Finanzierung eigener Anbauflächen scheitere dieser Wunsch jedoch in den meisten Fällen, so Strüber.

Innerhalb eines Solawi-Projektes teilen sich interessierte Personen die Anbaufläche. Durch die gemeinsame Nutzung sinken die Produktionskosten pro Person. „Solawi ist eine gemeinschaftliche Projektfinanzierung“, so der Berater. Gemeinsames Bewirtschaften bedeute dabei das Teilen von Risiken und Verantwortung und die gemeinsame Gestaltung von Wirtschaftsprozessen und Anbaumethoden.

Diverse Landwirtschaft und wenig Monokultur

Bei der Planung von Anbauprozessen sollten sich Landwirte und Solawi-Mitlieder ausreichend weit im Voraus Gedanken machen, was produziert werden soll und wie bspw. bei vorhandener Tierhaltung auch das Fleisch weiterverarbeitet werden könne, weiß der ehemalige Demeter-Landwirt: „Solawi geht vom Acker bis zum Teller.“ Interessierte Landwirte sollten sich darüber bewusst sein, welche Möglichkeiten vorhandene Standorte, Gebäude und Flächenausstattung mitbringen und in welcher Menge produziert werden kann. So könne bereits im Voraus entschieden werden, für wie viele Personen eine Solawi Platz bietet.

Solidarische Landwirtschaft geht vom Acker bis zum Teller." - Stüber

Einen Anspruch auf festgesetzte Erntemengen und eine bestimmte Auswahl an Lebensmitteln gibt es in einer Solawi nicht. „Es wird eben nicht die eine Ernte finanziert. In guten Jahren gibt es viele Lebensmittel, in ertragsarmen Jahren weniger für jeden“, erklärt Strüber. Das gehöre zum Grundprinzip dieser Arbeitsweise. Für die anfängliche Planung sollten sich die Landwirte als Kennzahl setzen, dass ein Ernteanteil in etwa zwei Personen versorgen kann. Dementsprechend könne dann eine angemessene Mitgliederzahl angesetzt werden.

Funktionierende Kommunikation ist Pflicht

Soll ein Betrieb zur solidarischen Arbeitsweise umgestellt werden, bedarf dies einer entsprechenden Kommunikation zur Werbung von Mitgliedern. Dafür seien vor allem Informationsveranstaltungen wichtig, in denen Kosten und Bedingungen erläutert werden. „Vielen Personen, die in eine Solawi eintreten, muss erst einmal erklärt werden, warum es hier im Winter keine Tomaten gibt“, berichtet Stüber über zwischenzeitliche Unzufriedenheiten. Wichtig sei außerdem die Kommunikation zur Mithilfe. Diese solle von jedem Mitglied freiwillig geschehen. „Aus bäuerlicher Sicht hat man nicht viel von Personen ohne Motivation zum Anpacken“, so der ehemalige Solawi-Landwirt. Mitgliedern müsse klar sein, dass es nicht darum gehe, was der einzelne bekomme, sondern was er zu Bewirtschaftung beitragen könne.

Interessierten Landwirten, die nicht sofort den gesamten Betrieb umstellen wollen, empfiehlt der Berater eine Kombination aus einer Solawi und dem bestehenden Betrieb oder einer Direktvermarktung. So könne Risikosicherheit auch in Zeiten der Neustrukturierung des Betriebes gewährleistet werden.

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