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Wut statt Dialog?

Termin stand lange fest: Klöckner wollte mit Bauer Willi sprechen

Julia Klöckner hatte am 22. Oktober keine Zeit, um nach Bonn zur Bauerndemo zu kommen. Am gleichen Tag traf sie sich aber mit Bauer Willi. Das ärgert einige Landwirte. Wir haben mit ihm gesprochen…

Lesezeit: 3 Minuten

Genau an dem Tag, als in ganz Deutschland Bauern in vielen Städten auf die Straße gingen, hatte Bundesagrarministerin Julia Klöckner keine Zeit – es war Sitzungswoche im Bundestag. Das kam bei vielen Landwirten nicht gut an. Wütend reagierten aber einige, als am Nachmittag bekannt wurde, dass die Ministerin am Dienstagmorgen ein persönliches Gespräch mit Dr. Willi Kremer-Schillings geführt hat. Im Netz gab es ein entsprechendes Foto.

Der als Bauer Willi bekannte Landwirt aus dem Rheinland schreibt seit Jahren in seinem Blog www.bauerwilli.com über die Sorgen der Bauern und hatte auch die Idee mit den Grünen Kreuzen. Wir haben nachgefragt, wie es zu dem Gespräch kam und worum es ging.

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So erklärt Kremer-Schillings gegenüber top agrar online, dass der Termin durch Zufall entstand. Er habe im September als Mitglied des Praktikernetzwerkes des Landwirtschaftsministeriums einen privaten Brief an die Ministerin geschrieben. Darin habe er gefragt, wie es mit dem Praktikerrat weitergehen soll, wenn die Ministerin Entscheidungen treffe, die entgegen der Expertise der Fachleute seien. Ende September erhielt er dann überraschend ein Gesprächsangebot für den 22. Oktober, die Ministerin wolle sich mit ihm treffen. „Zu diesem Zeitpunkt gab es noch gar keinen Termin für eine Demo in Bonn“, stellt Kremer-Schillings klar und betont: „Frau Klöckner hatte um das Gespräch gebeten!“

In seinem Blog schreibt er dazu: „Was ich am 22.10. gemacht habe, war, im Rückblick gesehen, ein Fehler. Als der Termin für die Demo feststand, hätte ich den Termin bei Frau Klöckner absagen sollen. Habe ich nicht gemacht und daher Asche auf mein Haupt.“

Der Landwirt zeigt sich verbittert über die anschließend geäußerten Meinungen. Er habe viele böse Mails mit derben Beschimpfungen erhalten, so Kremer-Schillings. Beispiel: „Du bist und bleibst ein ekelhafter und selbstsüchtiger Populist. Ich bete, dass wir uns nie begegnen müssen. Schäm dich!!“

„Im Moment ist meine Stimmungslage so, dass mir für eine Fortsetzung meines Engagement für die Landwirtschaft die Motivation abhanden gekommen ist. Ich frage mich, warum ich das mir und meiner Familie eigentlich weiter antun soll? Besonders nach dem gesundheitlichen Warnschuss vor einigen Tagen. Ich werde in Zukunft kürzer treten, nur noch ausgewählte Termine wahrnehmen, nicht mehr auf jede Mail, Messenger oder PN antworten und ruhiger werden. So zumindest mein Vorsatz. Die Kritik an meinem Verhalten ist angekommen. Ich habe kein Problem damit, mich hiermit dafür öffentlich zu entschuldigen“, schreibt der Rheinländer.

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