Pleitewelle droht

Verband warnt vor Brauereisterben 2023

Noch dieses Jahr könnten die ersten Brauereien für immer schließen, warnt der Deutsche Brauerbund. Die hohen Kosten des Brauprozesses lassen sich nicht über den Absatz erwirtschaften.

Lange halten die Brauereien die Kostensteigerungen bei Energie und die Engpässe bei Kohlensäure nicht mehr durch. Der Deutsche Brauer-Bund warnt vor einer Pleitewelle, die schon zum Jahreswechsel einsetzen könnte.

Offenbar sei noch nicht jedem Akteur klar, wie ernst die Lage ist: Nach der Absatzkrise während der Coronapandemie würden die hohen Kosten nun zu herben Verlusten führen. 2022 werde als eines der schwärzesten Jahre in die Geschichte eingehen und die Aussichten für 2023 seien ebenfalls düster.

„Immer mehr Branchen stehen mit dem Rücken zur Wand“, sagte DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele. „Die Verknappung von Ressourcen, Rohstoffen und Werkstoffen nimmt bedrohliche Ausmaße an. Der Mangel an Kohlensäure oder Ad Blue ist nur Vorbote einer Entwicklung, die sich dramatisch beschleunigen wird, sollten in nächster Zeit – etwa gefördert durch ein mögliches Gas-Prämienmodell – weitere Zuliefererbranchen wegen hoher Energiekosten ihre Produktion einschränken oder einstellen“, so Eichele.

Der Staat müsse dringend bei den Preisen für Gas und Strom eingreifen und Planungssicherheit bringen. „Welche Unternehmen können Hilfen beantragen? Welche Kriterien sind zu erfüllen? Welche Laufzeit haben die Programme? Es kommt jetzt darauf an, so schnell wie möglich alle Einzelfragen zu klären und die Hilfen in Kraft zu setzen, bevor es zu spät ist“, sagte der Hauptgeschäftsführer.

Abwehrschirm der Regierung wichtiger Schritt

Mann

Holger Eichele (Bildquelle: Pressebild)

Den von der Bundesregierung in Aussicht gestellten „Abwehrschirm“ zur Senkung der dramatisch gestiegenen Energiepreise begrüßt der Verband als späten, aber richtigen Schritt. Laut Eichele komme es jetzt darauf an, dass die Bundesregierung keine weitere Zeit verliert und für Unternehmen „unbürokratische Hilfen auf den Weg bringt, die schnell kommen und schnell wirken“.

Zusätzliche Sorgen bereitet der Brauwirtschaft die zunehmend schwierige Lage des Gastgewerbes, wo angesichts explodierender Kosten und sinkender Umsätze laut einer aktuellen DEHOGA-Umfrage erneut zwei Drittel der Betriebe um ihr Überleben bangen. Die Brauereien sind die engsten Partner der Gastronomie und haben bereits durch die mehrmonatigen Lockdowns in der Corona-Krise schwere Einbußen erlitten.

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