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Weidetierhaltung

Zahl der Wolfsrisse erneut stark gestiegen

Die Anzahl der durch den Wolf geschädigten Nutztiere ist 2020 um 37 % gegenüber dem Vorjahr auf 3.959 gestiegen. Der Bauernverband übt an dem Bericht des DBBW scharfe Kritik.

Lesezeit: 2 Minuten

Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hat die neuen Zahlen der von Wölfen verursachten Schäden veröffentlicht. Danach lebten im Monitoringjahr 2019/20 in Deutschland nachgewiesenermaßen 128 Wolfsrudel, 39 Wolfspaare und 9 einzelne Wölfe. Die Anzahl der geschädigten Nutztiere stieg um 37% gegenüber dem Vorjahr an. Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich die Zahl der Wolfsrisse damit fast verdoppelt. Wurden im Jahr 2018 insgesamt 2.067 Nutztiere vom Wolf getötet, waren es 2019 schon 2.894 Nutztiere und im Jahr 2020 insgesamt 3.959.

Der Umweltbeauftragte des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und Vorstand im Forum Natur (AFN), Eberhart Hartelt, übte an der Veröffentlichungspraxis der DBBW starke Kritik. Mit Blick auf die von Jahr zu Jahr deutlich steigenden Schäden in Nutztierbeständen nannte Hartelt es am Freitag „beschämend“, den im Internet veröffentlichten Bericht zu lesen. Dieser sei eine reine „Copy & Paste-Arbeit“, bei dem weitgehend nur die Zahlen alljährlich aktualisiert würden.

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Besonders betroffen von Wolfsschäden sind die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Schafe werden am häufigsten von Wölfen getötet, 3.444 im Jahr 2020, gefolgt von Gehegewild (248), Rindern (153) und Ziegen (92). Aber auch 13 Pferde, 7 Alpaka und 2 Herdenschutzhunde fielen dem Wolf zum Opfer. Im Vergleich zu den Vorjahren ergibt sich ein erschreckendes Bild. Wurden im Jahr 2018 insgesamt 2067 Nutztiere vom Wolf getötet.

Aus für die Weidetierhaltung

Aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes werden die aktuellen Zahlen erhebliche Auswirkungen auf die Weidehaltung in Deutschland haben: „Die neue Rissstatistik zeichnet das Ende der Weidetierhaltung vor. Der Wolfsbestand muss endlich reguliert werden. Ansonsten wird die Haltung von Schafen, Ziegen, Pferden und Rindern auf der Weide zum Auslaufmodell“, erklärt Hartelt. Die Risse von Schafen, Ziegen, Pferden, Rindern und landwirtschaftlichen Wildtieren nehmen exponentiell zu und steigen damit proportional mit dem Wolfsbestand an. Ein frühzeitiges konsequentes Eingreifen ist daher zwingend erforderlich, um zu verhindern, dass das exponentielle Wachstum außer Kontrolle gerät, betont Hartelt.

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