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Interview

Zwei Schwestern sprechen über Hofübernahme

Die Junglandwirtinnen Tanja und Maren Boltes aus Niedersachsen übernehmen den Milchviehbetrieb ihrer Eltern. Journalist Oliver Heinze hat sich mit den beiden Schwestern unterhalten.

Lesezeit: 4 Minuten

Die Schwestern Maren und Tanja Boltes sprachen mit Redakteur Oliver Heinze über die Herausforderung, den Milchviehbetrieb ihrer Eltern zu übernehmen und darüber, wie sie sich auf die Zukunft einstellen. Hier finden Sie das Interview als Audiodatei.

Sprecher: Sie übernehmen bald den Milchbetrieb Ihrer Eltern – dann schon in der 13. Generation. Warum setzen Sie diese Tradition in der heutigen Zeit fort, wo Ihnen doch alle Türen offen stehen?

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Maren B.: Wir sind, seit wir klein sind, eigentlich mit in den Stallungen. Wir sind damit eigentlich ja aufgewachsen. Und so in diese ganze Leidenschaft zur Landwirtschaft eigentlich auch sehr rein gewachsen.

Tanja B.: Für mich war die Motivation, den Betrieb zu erhalten. Man möchte die Tradition der letzten 13 Generationen ja auch fortführen und auch für die nächsten Generationen den Betrieb so erhalten und weiterführen. Und da ist es natürlich toll, wenn man dann noch von seiner Schwester unterstützt wird.

Sprecher: Das müssen Sie uns genauer erklären – was heißt das auf einem Milchbauernhof im Einzelnen? Haben Sie eine Vision davon, wie Ihr Hof in zehn Jahren aussehen soll?

Maren B.:Wir haben jetzt sehr viel investiert über´s Jahr. Früher hatten wir einen Melkstand. Da waren zwei feste Zeiten festgelegt. Nun sind´s Melkroboter, da können die Kühe selber hingehen und können selber entscheiden, wann sie gemolken werden. Da müssen wir nicht mehr vor Ort sein. Wir haben Wasserbetten eingebaut. Ja, das sind die Liegematten von den Kühen. Und wir haben Ventilatoren eingebaut, wenn wirklich große Hitze ist, dass die Luft einfach gut zirkulieren kann im Stall und dass die eine gute Luft im Stall haben. So sehen wir eigentlich, dass unser Hof gut gewappnet ist für die nächsten, ja, 10 Jahre bestimmt. Nur ist es aktuell wirklich gar nicht so einfach. Es soll viel verändert werden, es soll auch sehr viel strenger gemacht werden. Veränderungen sind nie verkehrt, aber trotzdem muss mit uns zusammen agiert werden, mit uns Landwirten. Und, ja, wir als junge Menschen haben doch schon´n büschen Bedenken davor, wie die Zukunft sich so gestalten soll.

Sprecher: Auf ihrem Hof halten Sie 140 Milchkühe. Worauf legen Sie in der täglichen Versorgung besonders großen Wert?

Maren B.: Natürlich auf die Gesundheit, also dass es den Tieren gutgeht. Wir müssen sie ja schließlich 365 Tage versorgen im Jahr. Wir haben Feiertage, wir haben Wochenenden, wir gehen auch mal feiern. Und auch dann sind wir da für unsere Tiere.Wir wollen einfach, dass sie lange leben, dass sie lange in unserem Bestand bleiben. Und in diese Tiere stecken wir natürlich auch viel, viel Herzblut und auch viel, viel Geld rein natürlich, ist ja klar. Weil das Futter kostet, und die ganze Aufzucht kostet. Und somit möchte man auch gerne, dass dieses Tier ein langes Leben hat und uns irgendwo mit der Milch nachher die Kosten sozusagen zurückgibt. Also einfach, dass wir eine win-win-Situation haben!

Tanja B.: Der Kuh-Komfort ist uns sehr wichtig. Ja, die haben ein schönes Kuhleben und wir geben alles dafür, dass es den Tieren gut geht.

Sprecher: Wie gehen Sie mit den gesellschaftlichen Diskussionen rund um die Landwirtschaft um?

Tanja B.: Wir öffnen unseren Hof und gehen offen mit kritischen Fragen um. Jeder, der will, kann unsere Milch-Tankstelle nutzen. Milch-Tankstelle, da kann jeder hinkommen und sich seine Milch, die frisch von der Kuh gemolken wurde, kaufen. Und außerdem haben wir Schulklassen auf´m Hof, wir hatten letztens den NABU da.

Maren B.: Wir hatten hier, ja, Studenten, die uns einen Pfad fertiggemacht haben, so einen Kuh-Pfad, wo man halt vom Kalb bis zur Kuh alles erkunden kann. So dass Leute hier auch so ´n Teil vom Hof angucken können, ohne, dass wir dabei sind.

Tanja B.: Außerdem ist vor allem meine Schwester in Social Media sehr aktiv. Und wir drehen von unserer Arbeit für My Kuh Tube Videos. My Kuh Tube ist eine Plattform, wo Landwirte von ihrer Arbeit Videos machen und die da online stellen.

Maren B.: Das ist einfach der Charme der ganzen Sache, weil viele Verbraucher kriegen diesen Einblick einfach gar nicht so schnell. Die kommen gar nicht so zwischen die Tiere wie wir es können. Und deswegen machen wir diese Videos, damit die Leute auch wirklich nahe dran sind an der ganzen Materie. Wir haben die Kamera in der Hand und schnacken drauf los und erzählen einfach mal, was da grad so passiert.

Das Interview wurde im Auftrag von news aktuell, ein Tochterunternehmen der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, aufgenommen und steht anderen Publikumsmedien zur Veröffentlichung zur Verfügung.

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