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topplus Rückverfolgbarkeit

Wie funktioniert die Blockchain-Technologie in der Landwirtschaft?

Bei der Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln ist die Blockchain derzeit in aller Munde. Wir erklären die Technologie und wie sie landwirtschaftliche Lieferketten transparenter machen soll.

Lesezeit: 3 Minuten

1. Was kann die Blockchain?

Die Blockchain-Technologie soll für eine genaue und aktuelle Rückverfolgbarkeit von Waren in landwirtschaftlichen Lieferketten sorgen. Die Idee: Alle Beteiligten haben zu jeder Zeit dieselben Informationen über das Produkt vorliegen – auch, wenn viele Akteure involviert sind: Landwirt, Viehhändler, Schlachthof, Logistiker, verarbeitende ­In­­dustrie, Supermarkt, Verbraucher.

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2. Datenbank für Transaktionen

Die Blockchain ist eine Datenbank für alle Arten von Transaktionen, die zwischen den Akteuren der Kette ausgetauscht werden. Eine Transaktion ist dabei jegliche Information über einen Prozess, also z. B. Information über die getätigten Bezahlungen oder vergebene Bio-Zertifikate. Ein Schweinemäster könnte beispielsweise nicht nur Angaben über das Verkaufsdatum, die Anzahl der Tiere oder die genaue Abteilangabe bereitstellen, ­sondern auch sämtliche, für die Kette ­relevanten, Daten über die Haltung oder ­Fütterung der Tiere.

3. Dezentrales Netzwerk

Die Transaktionsdaten liegen nicht an einem zen­tralen Ort. Es gibt keinen Mittelsmann, der die Information aufnimmt, bewertet und ­weitergibt. Die Transaktionsdaten werden vielmehr an alle Computer des ­Netzwerks gleichzeitig gesendet. Alle Akteure haben somit eine Kopie der vollständigen Datenbank und sehen jede Transaktion, die jemals stattgefunden hat. Sie sind damit gleichwertig. Das Prinzip gleicht einem „digitalen Kassenbuch“. Man kann es sich wie ein Protokoll vorstellen, das allen Teilnehmern zugänglich ist.

4. Eine digitale Unterschrift

Bevor diese Daten unabänderlich in die Blockchain eingespeist werden, müssen die Akteure sie verifizieren. Sie setzen dafür ihre kryptografisch verschlüsselte, digitale Unterschrift darunter.

5. Einbau in die Blockchain

In kurzen, regelmäßigen Abständen werden die verifizierten Transaktionen in einen Block zusammengefügt, erneut ­kryptografisch versiegelt und in die für die Akteure freigegebene Blockchain eingebaut. Das Einbauen nennen Fachleute „Mining“. Daten, die einmal in der Blockchain aufgenommen sind, können nachträglich nicht mehr geändert werden. Diese Unveränderlichkeit ist ein entscheidender Faktor für die Funktionsfähigkeit der Blockchain.

6. Verlinkung der Blöcke

Die Fälschungssicherheit lässt sich so erklären: Die ­Blöcke folgen in einer linearen, chronologischen Reihenfolge aufeinander. Jeder Block ist durch einen „Hash-Code“ untrennbar mit dem vorherigen verbunden. Jeder neue Block enthält das gesamte zurückliegende Transaktionsprotokoll. Will man einen Block manipulieren und z. B. eine nicht eingehaltene Kühlkette ­verbergen oder konventionell gehaltene Schweine zum Biopreis weiterverkaufen, dann müsste man alle folgenden Blöcke ebenfalls ändern. Gefälschte Daten würden den anderen Akteuren auffallen, da diese ja jede Transaktion validieren müssen.

Was heißt das für die Landwirtschaft?

Der Landwirt befindet sich mit allen anderen Akteuren der Lieferkette auf Augenhöhe. Damit gibt er tiefe Einblicke in seine Produktion, kann aber auch nachprüfen, was die anderen Akteure mit seinem Produkt machen. ­Vormals unsichtbare Produktmerkmale wie eine besondere Haltung oder Regionalität könnten nachvollzogen und entsprechend vergütet werden.

Nicht gleich Bitcoin

Wer über Blockchain spricht, meint oftmals die Kryptowährung Bitcoin. Im öffentlichen Diskurs sind diese Begriffe miteinander verschmolzen. Wer die Blockchain als Anwendung im Agrar- und Ernährungsbereich verstehen möchte, sollte sich von Bitcoin freimachen. Blockchain wurde zwar mit Bitcoin geboren. Sie bleibt wohl auch bis auf weiteres die größte Blockchain-Anwendung. Aber jede Industrie kann die Blockchain für sich nutzen. So ist Bitcoin als Währung z.B. eine öffentliche Blockchain und verbraucht daher extrem viel Energie. Angewendet im Agrarbereich wäre sie nur für bestimmte Akteure einer bestimmten Lieferkette zugänglich. Somit ist dort auch der Energieverbrauch geringer.

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