Mobile Schlachtung

Geflügel mobil schlachten: eine Nische oder mehr?

Landwirt Matthias Mayr entwickelte eine mobile Schlachteinheit für Geflügel. So will er die regionale Wertschöpfung halten und das Tierwohl steigern. Was ist bei der mobilen Schlachtung zu beachten?

Keine langen Transportwege, kein Stress vor der Schlachtung: Direktvermarkter Matthias Mayr suchte eine Möglichkeit, seine Hühner auf schonende Weise zu schlachten. Der Junglandwirt führt seit 2015 gemeinsam mit seiner Frau Theresa den Oberländerhof nahe Innsbruck in Österreich. Neben 500 Legehennen in zwei Mobilställen leben rund 3.000 Masthühner auf dem Betrieb. Der ehemalige Milchviehbetrieb hat in den vergangenen Jahren eine Neuausrichtung hin zur mobilen Geflügelhaltung mit Direktvermarktung erfahren.

Wie viele Geflügelhalter mit Mobilställen steht auch der Oberländerhof vor der Herausforderung, einen regionalen Schlachter für die verhältnismäßig kleinen Bestandseinheiten zu finden. Der Transport lebender Tiere über hunderte Kilometer zum nächsten Schlachthof kommt für die meisten Direktvermarkter nicht infrage und entspricht nicht der Vorstellung von Tierwohl, Regionalität und Qualität. Mit dem Schlachtmobil hat Mayr nun eine Lösung für das Schlachtproblem gefunden. Bruderhähne oder Suppenhühner können zudem das Angebot von Eiern in der Direktvermarktung abrunden.

Konzept selbst erarbeitet

Jedes Jahr die Legehennen zu verladen und zum Schlachthof zu transportieren, das wollte Matthias Mayr vermeiden. Da stationäre Schlachthäuser im Vergleich zu mobilen Schlachtstätten für den einzelnen Landwirt sehr teuer und in der Regel zu groß sind, kam diese Option für den Landwirt nicht infrage. Nach intensiver Recherche zu den rechtlichen Möglichkeiten der mobilen Schlachtung arbeitete Mayr über fünf Jahre ein Konzept aus, das er zusammen mit Behörden, dem Maschinenring und der Landwirtschaftskammer Tirol in die Praxis umsetzte. Da Mayr knapp zwei Jahre als Berater für Geflügelwirtschaft arbeitete, konnte er auf sein Netzwerk zurückgreifen. „Die mobile Schlachtung von Geflügel war auch für die Behörden Neuland“, sagt er.

Als die Firma Stückler, die Hänger für die mobile Schlachtung herstellt, auf ihn aufmerksam wurde und ihn fragte, ob er die Beratung und Vermarktung und den Aufbau übernehmen wollte, stimmte er...

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