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Lavendel von deutschen Feldern

Im Gegensatz zur französischen Provence findet man in Deutschland bisher relativ wenig Lavendel. Doch der heimische Anbau kann funktionieren, etwa um daraus Öl oder Textilien zu gewinnen.

Lesezeit: 3 Minuten

„Die Chancen auf dem Markt sind gut. Regionale Wertschöpfung und ökologisch erzeugte Textilien liegen im Trend.“ Davon sind die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) überzeugt. Im Projekt "AlbLavendel" überprüfen sie daher in Kooperation mit der Uni Hohenheim und der Firma naturamus, welche Sorten und Methoden sich eignen, um daraus ätherisches Öl herzustellen. Auch für die Verwertung der großen Mengen an Reststoffen, die bei der Produktion anfallen, gebe es Ideen: Die DITF erforschen, wie daraus Fasern für klassische Textilien und Faserverbundwerkstoffe hergestellt werden können.

Bei der Firma naturamus in der Schwäbischen Alb bestehe eine hohe Nachfrage nach hochwertigen ätherischen Ölen für Arzneimittel und Naturkosmetik. Viel spreche dafür, Lavendel vor Ort anzubauen. Allerdings bedeute der Anbau von Lavendel auf der Alb Neuland. Die Universität Hohenheim testet deswegen an vier Standorten fünf verschiedene Sorten, zum Beispiel auf dem Sonnenhof bei Bad Boll. Ende des Jahres werden die ersten Ergebnisse erwartet.

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Lavendelanbau in NRW

Offizielle Zahlen zum Lavendelanbau in Deutschland gibt es bislang nicht. Ein paar Pioniere widmen sich jedoch bereits dem Anbau der Pflanzen, darunter auch der Dufthersteller Taoasis im nordrhein-westfälischen Lage. Er bewirtschaftet rund 19 ha Lavendelfläche nach Demeter-Richtlinien. Den Grundstoff für seine Produkte baut Gründer Axel Meyer seit rund zehn Jahren selbst an. „Neben den großen Feldern für die Produktion haben wir auch Testfelder“, berichtet Katharina Tenbrink, Leiterin Qualitätssicherung bei Taoasis gegenüber der Welt. Dort werde auch die Menge von natürlichen Düngemitteln variiert, wie sie nach Demeter erlaubt sind.

Zur Weiterverarbeitung gelange die Lavendelernte in einen Edelstahlbehälter, in welchem Wasserdampf durch die Blüten geleitet wird, sodass der heiße Dampf das ätherische Öl mitnimmt. Ist das Dampf-Öl-Gemisch kondensiert, trenne es sich, das gesuchte Öl werde in ein kleines Glasgefäß abgeleitet, in dem sich das wertvolle Öl sammle. Rund einen halben Liter gewinne man pro Destillationsvorgang.

Da bei der eigenen Lavendelernte bislang nur vergleichsweise wenig Öl gewonnen werden könne, wird diese ausschließlich in wenigen ausgewählten Produkten weiterverarbeitet, etwa in Raumsprays und Duftrollern. In anderen Produkten wird das heimische Lavendel-Öl zu zehn Prozent eingesetzt, der Rest sei Jojobaöl. „Wir kaufen auch Lavendelöl in Bio- oder Demeter-Qualität von verschiedenen Anbaupartnern weltweit zu“, so das Team. Zumindest bislang noch. Denn seit dem Umzug zum neuen Standort nach Lage vergangenes Jahr sind weitere fünf Hektar an Lavendelfeldern hinzugekommen.

Fasern verwerten?

Bei der Gewinnung der ätherischen Öle aus Lavendel falle ein großer Teil an Reststoffen an, der bisher noch nicht verwertet wird. Aus dem Lavendelstängel könnten jedoch Fasern für Textilien gewonnen werden. Wissenschaftler der DITF untersuchen daher verschiedene Vorbereitungstechniken und Methoden, um aus dem Material Lang- und Kurzfasern herzustellen. Die Länge, die Feinheit als auch die Festigkeit der Faserbündel entscheiden über die Verwendungsmöglichkeiten. Feine Fasern sind für Bekleidung geeignet, gröbere Faserbündel für technische Anwendungen“, so Projektleiter Thomas Stegmaier.

Die für den Leichtbau so wichtigen Faserbundwerkstoffe können auch mit nachwachsenden Naturfasern hergestellt werden, wie zum Beispiel bereits mit Hanf oder Flachs. Selbst aus Hopfen-Gärresten wurde an den DITF bereits Faserverbundmaterial hergestellt. Fasern aus den Reststoffen von Lavendel könnten den Projektbeteiligten zufolge ein weiterer natürlicher Baustein für Hightech-Anwendungen sein.

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