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Scheitern erlaubt: Warum viele Agrar- und Food-Geschäftsideen scheitern und was man daraus lernen kann

Nicht aus jeder Geschäftsidee wird ein erfolgreiches Unternehmen – im Gegenteil. Mit mehreren Ideen gescheitert ist auch Christian Dieckmann. Er spricht über seine Misserfolge und gibt Tipps.

Ob mit Trockenfleisch-Produkten, einem Zuckerersatzprodukt oder Produkten vom Affenbrotbaum: Gleich mehrmals mit jungen Unternehmen gescheitert ist Christian Dieckmann aus Berlin. Alle drei Start-ups des Agrarökonomen gingen innerhalb von kurzer Zeit baden. Trotz der Rückschläge ist der Unternehmer heute selbstständig und berät mit seinen Erfahrungen Start-ups aus dem Lebensmittelsektor, wie man solche Fehler vermeiden kann. Aus seiner Sicht besonders wichtig: darüber reden, was man falsch gemacht hat.

Ihre Erfahrungen und Misserfolge lassen sich auf viele andere Geschäftsmodelle übertragen. Etwas allgemeiner gesprochen: Wo liegen aus Ihrer Sicht die Hauptprobleme von Start-ups im Agrar- und Lebensmittelsektor?

Christian Dieckmann: Einer der schlimmsten Fehler ist, am Markt vorbei zu gründen. Man sollte sich genau überlegen, ob die Marktlücke wirklich eine ist. Oder ob da nicht schon ein anderer gescheitert ist, weil es einfach keinen Bedarf gibt. Die Konkurrenz wird dabei häufig unterschätzt. Zu denken: „Das wird schon kein Großer kopieren“ – davor kann ich nur warnen. Natürlich ist es möglich, dass die Nachfrage durch die Decke geht, aber de facto dauert es lange und braucht viele verkaufsfördernde Maßnahmen wie Verkostungen, bis ein Produkt wahrgenommen und gekauft wird. Die meisten Verbraucher kaufen das, was sie kennen.

Viele Gründer gehen sehr idealistisch an ihre Idee heran und stoßen dabei technisch und ökonomisch schnell an Grenzen. Wenn man alles in der besten Qualität haben möchte – als Bio-Fairtrade, nachhaltig und regional – dann wird es richtig teuer. Und dann darf man sich nicht wundern, wenn die Kunden Konkurrenzprodukte kaufen, die günstiger sind. Viele Gründer haben da sehr ambitionierte Ziele und stellen fest, dass die Komplexität von Lebensmitteln nicht zu unterschätzen ist. Das hat viel mit Logistik, Vertriebsarbeit und Rezepturentwicklung zu tun und ist kein Selbstläufer.

Welche Tipps können Sie Gründern aus dem Agrar- und Lebensmittelsektor mit auf den Weg geben?

Dieckmann: Man sollte ehrlich zu sich selber sein und rechtzeitig den Absprung schaffen, wenn eine Idee nicht gut ist, auch wenn man selbst dafür brennt. Ehrliches Feedback ist dabei enorm wichtig. Man sollte...

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