German Dairy Show

Alessja ist Deutschlands schönste Kuh

Die Armani-Tochter Alessja löst die langjährige Nationalsiegerin Lady Gaga vom Thron ab. Die Zweitkalbskuh gewann den Titel Grand und Supreme Champion auf der German Dairy Show.

Erstmals veranstaltete der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) eine gemeinsame Schau für fünf Milchviehrassen. Am Mittwoch startete die zweitägige Schau mit dem Bundesjungzüchterwettbewerb sowie dem Schaurichten der Rassen Fleckvieh, Braunvieh, Angler, Jersey sowie den rot- und schwarzbunten Holstein-Färsen. Am zweiten Schautag gingen die rot- und schwarzbunten Kuhklassen in den Ring. Ziel des neuen Schaukonzeptes war unter anderem, mehr Besucher nach Oldenburg zu locken. Doch mit 2.000 Besuchern am zweiten Schautag blieben die Publikumszahlen hinter den Erwartungen zurück.

Champion über alle Rassen

Erstmals kürten das Preisrichterteam einen gemeinsamen Supreme Champion der deutschen Nationalschau über alle Rassen. Dazu versammelten sich zum Finale der Veranstaltung alle Rassen im Schauring. Wie schon bei der Wahl zum Grand Champion Holstein fiel dabei die Wahl auf Loh TJ Alessja (V. Armani) vom Züchterkonsortium Lohmöller, Melbaum, Nosbisch und Blaise. Preisrichter Markus Mock begründete seine Entscheidung damit, dass sie auf internationalem Parkett die meisten Chancen hätte und zudem das beste Euter des Tages besitzt. Die mehrmalige Gewinnern Lady Gaga (V. Modest) gewann als älteste Kuh der Holsteinklassen und mit der höchsten Lebensleistung den Siegertitel der Lebensleistungsklasse.

Bei den rotbunten Holstein konnte die Mad Max-Tochter Natlaie von Henrik Wille die Preisrichterin Andrea Uhrig überzeugen. Sie kürte die Zweitkalbskuh zum Grand Champion Red Holstein. In der Färsenklasse der Red Holstein gewann Specialred (V. Awesome) von Jonas Melbaum den Siegertitel. Bei den schwarzbunten Holstein-Färsen setzte sich die Atwood-Tochter OHB Dream von Friedrich-Wilhelm Goedeker und Dieter Schlunke an die Spitze.

Rassesieger

Preisrichter der Rassen Rotvieh und Jersey war Thomas Hannen, während Ernst Grabner das richten der Fleckvieh- und Braunvieh-Tiere übernahm. Sie kürten die Kollund-Tochter Rana von Michael Peteresen aus Taarstedt zur Rassesiegerin Angler. Bei der Rasse Braunvieh setzte sich die Erafax-Tochgter Fuchsi von Bernhard Fuchs aus Argenbühl-Eglofs an die Spitze. Die Siegerin der Fleckviehklasse ist Wichtl-Tochter Blüte von Christian Zimmermann aus Oberzent. Sie beeindruckte die Preisrichter mit ihrer guten Form und zehn Abkalbungen. Bei den Jersey-Kühen siegte THL Prinzessin von Christian Börsch und Alexandra Leuchten aus Wipperfürth.

Bundeswettbewerb der Jungzüchter

Insgesamt 52 Jungzüchter aus dem gesamten Bundesgebiet kämpften bei den Wettbewerben im Clipping und Showmanship um den deutschen Titel. In der Altersklasse Jung siegte Laura Köster vor Clemens Kumlehn und Fenn Gödeker im Vorführen. Siegerin der älteren Klasse ist Alison Lohmöller gefolgt von Sara Raff und Leonie Wiewer.

Umzingelt von Öko: Konventionelle Bauern leiden unter Käferinvasion

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Artikel geschrieben von

Anke Reimink

Redakteurin Rinderhaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Renke Renken

Die Idealkuh

ist die Kuh, die bei hoher Leistung Lebensdauer erreicht , und das tut sie, wenn sie nicht auffällt im Stall, weil Klauen und Euter gesund sind. Leider , und das zeigen die Statistiken über Abgänge, Abgangsursachen und Lebensleistungen, findet das in der gesamten Zucht überhaupt keine Berücksichtigung, denn ein Großteil der Betriebe kommt über 22 - 25. 000 l Abgangsleistung nicht hinaus. Und genau das wird uns von den Kritikern immer wieder vorgehalten. Die Zuchtverbände haben den Schuß immer noch nicht gehört und prahlen mit den Schauerfolgen ihrer Genetik und den Leistungen. Aber spätestens, wenn der Gesetzgeber Reserveantibiotika in der Tierhaltung ganuz verbietet und den Antibiotikaverbrauch weiter einschränkt, werden sie endlich aufwachen und merken, was in den letzten 30 Jahren falsch gelaufen ist. Großspurig anzukündigen, das im Gesamtzuchtwert die Gesundheitsmerkmale ein paar Prozentpunkte stärker gewichtet werden, wird da nicht reichen. Aber es gibt auch Zuchtorganisationen, die sind da schon 2 Schritte weiter, während die meisten sich noch aalen im Blitzlichtgewitter solcher Shows.

von Hartmut Schröder

Schönheit alleine ist nicht genug

Ich kann Herrn Brade nur zustimmen. Die beste Kuh im Stall ist die welche ich nur drei mal im Jahr sehe. Und das ist nicht unbedingt die vermeintlich schönste. 1991 habe ich in Holland ein Praktikum absolviert und die Überschrift über die deutsche Holstein Schau war in der holländischen Fachpresse „Schönheit alleine ist nicht genug“. Die selbe Überschrift könnte man jetzt 30Jahre später wieder verwenden.

von wilfried Prof Dr. Brade

Siegertiere sind nicht die Tiere, die im Zuchtprogramm benötigt werden

Prof. Dr. Wilfried Brade (TiHo Hannover) Die auf den Holstein-Schauen und damit auch auf der Tierschau des BRS in Oldenburg hoch prämierten Kühe sind nicht die Kühe, die ein konventioneller Milcherzeuger in seinem Stall haben sollte. Übergroße Kühe im extremen Milchcharakter sind sehr stressempfindlich und werden nicht sonderlich alt. Nachweislich! Den jungen Leuten wird damit ein sogenannter 'Idealtyp' vorgestellt und mit Siegerplaketten geehrt, welcher auch im Zuchtprogramm nicht gefragt ist. Es sollte auch nicht verwundern, wenn die Siegerkuh einen Bruder bei Masterrind hat, der in den Gesundheitszuchtwerten letztlich unterdurchschnittlich bleibt…….. Die Schau in Oldenburg bot damit den sogenannten Exterieurfanatikern wiederum einen Raum, IHRE extrem einseitigen Vorstellungen von einer 'Ideal'-Kuh einem breiten Publikum aufzuzeigen. Die wirkliche Idealkuh fällt nicht durch Milchcharakter und Größe sondern durch Stressstabilität und Langlebigkeit auf. Damit wurde wiederum vor allem den jungen Leuten ein falsches Kuhbild offeriert! Zur Bewertung der Funktionalität gehört die tatsächliche züchterische Bewertung der Funktionaliät und Stressstabilität auf genomischer Basis. Vielleicht sollte man einfach Mindestzuchtwerte für die Tiergesundheit, Nutzungsdauer, spezielle Funktionalität und Stoffwechselstabilität als Voraussetzung zur Präsentation einer Holstein-Kuh auf einer zentralen Holsteinschau zukünftig stellen. Würde man dazu noch die Zulassung auf bewährte Altkühe (mindestens 8 Laktationen) beschränken, hätte man auch Freude am funktionellen Exterieur. Der BRS ist letztlich gefordert: weiter so wie bisher im Interesse der Exterieurfanatiker oder hin zur Kuh für den konventionellen, hart arbeitenden Milchbauer Ich bin auf zukünftige Entscheidungen des Dachverbandes und seiner Funktionäre mehr als gespannt. Den jungen Milchbauern empfehle ich, solche Schauen sehr kritisch zu hinterfragen! Prof W. Brade (TiHo Hannover)

von Matthias Zahn

@Redaktion

Warum gibts denn keine Fotos von der Kuh?

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