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Bauern fordern entschlossene Aktionen zur Beendigung der Milchkrise

Die Bauern in Westfalen-Lippe verlangen von der Bundesregierung, dem Lebensmitteleinzelhandel und den heimischen Molkereien größere Anstrengungen zur Beendigung der Krise am Milchmarkt.

Lesezeit: 3 Minuten

Die Bauern in Westfalen-Lippe verlangen von der Bundesregierung, dem Lebensmitteleinzelhandel und den heimischen Molkereien größere Anstrengungen zur Beendigung der Krise am Milchmarkt. Nur wenn sich Politik und die gesamte Wertschöpfungskette ihrer Verantwortung stellten, könne nach Ansicht des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) die dringend erforderliche Erholung der Erzeugerpreise erreicht werden.


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„Schon seit dem Herbst 2014 leiden unsere Milchbauern unter ruinösen Milchpreisen und erhalten aktuell für den Liter Milch einen Grundpreis zwischen 24 und 27 Cent. Dies deckt nicht einmal die Produktionskosten. Wir brauchen jetzt entschlossene Schritte zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im Markt, sonst werden viele Betriebe ihre Milchkühe verkaufen müssen“, so WLV-Vizepräsident Wilhelm Brüggemeier in Münster.


Nach Einschätzung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands hat der hoch konzentrierte deutsche Lebensmitteleinzelhandel (LEH) seine Gewinnspanne bei Milchprodukten in den letzten Monaten angesichts eines hohen Angebots an Milch deutlich zu Lasten der Milchbauern ausgeweitet. Zugleich verlange der LEH fast wöchentlich von den Milchbauern neue Anstrengungen bei der Umsetzung strengerer Nachhaltigkeitsstandards – ohne die dadurch entstehenden höheren Produktionskosten auszugleichen.


„Wer ständig die Messlatte beim Tierwohl oder sonstigen Nachhaltigkeitskriterien erhöht, der muss auch bereit sein, diesen Mehrwert zu bezahlen. Dazu bieten die in Kürze beginnenden Preisverhandlungen bei Trinkmilch zwischen den Molkereien und dem LEH eine sehr gute Gelegenheit“, so Brüggemeier.


Zugleich fordert der WLV auch von den Molkereien ein stärkeres und verantwortungsvolleres Auftreten. Diese müssten die anstehenden Preisverhandlungen dazu nutzen, höhere Erlöse beim Handel durchzusetzen und dürften sich nicht gegenseitig unterbieten. Die aktuelle Preismisere im Milchmarkt ist nach Ansicht des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands ganz wesentlich die Folge politischer Konflikte - namentlich der Ukraine-Krise und der daraus resultierenden wechselseitigen Embargos zwischen der Russischen Föderation und der Europäischen Union. Der Verband fordert daher auch politische Initiativen zur Beilegung der wirtschaftlichen Folgen dieses Konflikts.


Allein der Verlust des russischen Absatzmarktes bedeutet für die heimischen Milcherzeuger nach Experten-schätzung einen Erlösrückgang von vier Cent je Kilogramm Milch. „Es kann nicht sein, dass dieser politische Konflikt weiter auf dem Rücken von uns Bauern ausgetragen wird, ohne dass wir wirksame Hilfen zur Überwindung von Liquiditätsengpässen erhalten. Wir brauchen keine staatlichen Eingriffe in den Milchmarkt, aber im Steuerrecht eine deutliche Erhöhung des Freibetrages für Landwirte und endlich eine Risikoausgleichsrücklage“, betonte Brüggemeier.


Letztlich müssten sich aus Sicht des WLV auch die Milchbauern selbst noch besser auf Marktschwankungen vorbereiten. Um künftig schwankende Milchpreise besser betrieblich abpuffern zu können, müsste verstärkt über Preissicherungen über Warenterminmärkte und neue vertragliche Regelungen zwischen Milchbauern und Molkereien nachgedacht werden.

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