BDL fordert gesetzliches Verbot der Anbindehaltung

Der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) fordert, die Anbindehaltung von Rindern gesetzlich zu verbieten. Bei der ganzjährigen Anbindung soll eine Übergangsfrist von fünf Jahren gelten, bei der saisonalen Anbindung von zehn Jahren. Das geht aus dem aktuellen Positionspapier hervor, das top agrar vorliegt.

Der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) fordert, die Anbindehaltung von Rindern gesetzlich zu verbieten. Bei der ganzjährigen Anbindung soll eine Übergangsfrist von fünf Jahren gelten, bei der saisonalen Anbindung von zehn Jahren. Das geht aus dem aktuellen Positionspapier hervor, das top agrar vorliegt.

In dem vierseitigen Papier geht die Nachwuchsorganisation des Deutschen Bauernverbandes zunächst auf das Tierwohl in der Rinderhaltung ein. Dabei wägt sie zwischen Anbinde- und Laufställen ab. Der BDL appelliert an alle, die gesundheitlichen Vorteile der Tiere durch tägliche freie Bewegungsmöglichkeiten anzuerkennen und die Beurteilung des Tierwohls nicht von der Bestandsgröße abhängig zu machen.

Die Landjugend setzt sich deshalb dafür ein, die Anbindehaltung von Rindern gesetzlich zu beenden. "Dadurch wird zum einen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen MilchviehalterInnen erhalten und zum anderen dem drohenden Abnahmestopp von Milch aus Anbindehaltung durch den Lebensmitteleinzelhandel zuvorgekommen", heißt es wörtlich.

Ein abruptes Verbot der Anbindehaltung lehnt der BDL aber ab. Er fordert eine Übergangsfrist von fünf Jahren bei der ganzjährigen Anbindehaltung und von zehn Jahren bei der saisonalen Anbindehaltung. Zudem fordert der BDL die Bundesregierung auf, sich für eine europaweit einheitliche Lösung stark zu machen.

Auch auf die Bewahrung der traditionsreichen Kulturlandschaften und die politischen Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit der Anbindehaltung von Rindern geht der BDL ein. Er fordert

  • den Erhalt der traditionellen Kulturlandschaften in Deutschland,
  • die Pflege der traditionsreichen Kulturlandschaften - wenn erforderlich - finanziell zu honorieren,
  • Zulagen bei benachteiligten Produktionsstandorten,
  • den Erhalt von kleinen und mittleren Familienbetrieben in der Landwirtschaft zu unterstützen,
  • eine zusätzliche Umbauprämie für Betriebe, bei denen aufgrund äußerer Umstände höhere Kosten zu erwarten sind,
  • den Erhalt der Betriebserlaubnis und die Förderung von Modernisierungen von Stallbauten durch nationale und europäische Finanzmittel,
  • Planungssicherheit für die (Jung-)Landwirtinnen in Bezug auf Stallbauten zu gewähren.

Das komplette Positionspapier  

Ausführliche Informationen zur Anbindehaltung von Kühen lesen Sie in der aktuellen top agrar-Ausgabe 8/2018 ab Seite R 18.

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Diskussionen zum Artikel

von Hans Nagl

???

"Dadurch wird zum einen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen MilchviehalterInnen erhalten und zum anderen dem drohenden Abnahmestopp von Milch aus Anbindehaltung durch den Lebensmitteleinzelhandel zuvorgekommen", heißt es wörtlich. Wie wird dann Milch Tschechien oder Polen deklariert ??????

von Forst Genossenschaft Hardegsen

Jung und naiv - BDL als Keiltreiber innerhalb der Landwirtschaft?!

Die Jugendorganisation des DBV treibt ja mitunter fragwürdige Blüten. Da wird das gefordert was man sich beim DBV nicht traut. Ob nun zum Thema "Hofabgabeklausel" wo versucht wird Jung gegen Alt auszuspielen und nun auch beim Thema "Anbindehaltung", wo man die eigenen ... mehr anzeigen

von Detmar Kleensang

Ja, die Landjugend traut sich was

Weg mit den Alten! Sei es mithilfe einer sozial absolut ungerechten Hofabgabeklausel oder nun via Abschaffung sämtlicher Anbindehaltung. In jedem Fall muss laut BDL der Staat in den Markt eingreifen. Weil die Landjugend selber nicht dazu in der Lage ist, etwas besser zu machen oder mit ... mehr anzeigen

von Hans Nagl

Vielleicht

Auch noch die Abgabe von kostenlosen Pachtflächen fordern .

von H G

das regelt die Zeit

Es ist völliger Quatsch da von Seiten des BDL Druck auszuüben. Das wird sich mit der Zeit von selber regeln. Wir haben doch weiß Gott andere Probleme, wie den Berufskollegen, die kurz vor der Rente stehen noch das Leben schwer zu machen.

von Wilhelm Grimm

Volle Zustimmung HG,

Seit 50 Jahren kämpfe ich für den Laufstall, weil er sehr viele Vorteile auf allen Ebenen bietet. Wenn eine Bauernfamilie ihre Rinder gut versorgt, dann dürfen wir nicht den Schlaumeier machen und von der Familie nicht noch große Investitionen und viel Beton verlangen. Leben und leben lassen !!!

von Matthias Haep

Bei der Hitze läuft schon mal was im Oberstübchen schief. Der BDL fordert ein Verbot aufgrund gesundheitlichen Vorteile der Laufstallhaltung. Dann sollen sie mal eine seriöse Studie vorlegen das es den Tieren im gut geführten Anbindestall mit Weidehaltung gesundheitlich schlecht ... mehr anzeigen

von Hans Nagl

Leute langsam.

Wie lange hält ein Stall 30 vielleicht 50 Jahre, und seit ca. 30 Jahren wird kein Anbindestall mehr gebaut. Also langsam es erledigt sich mit etwas Ruhe.

von Gerd Uken

Und als nächstes fordern sie

Die Weidehaltung abzuschaffen wegen der „Geruchsbelästigung „ Liebe LaJu geht’s noch bei Euch??

von Wilhelm Gebken

Der BDL hatte vor kurzem ein Höchstalter für die Besetzung von Verbandsposten gefordert, ich fordere jetzt ein Mindestalter!

Vor allem beim BDL. Denn so kurzsichtig kann es nun wirklich nicht weitergehen.

von Erwin Schneiderbauer

Hier stinkts gewaltig,

....

von Hermann Stroemer

Zwei Möglichkeiten

Bei aller berechtigter und unberechtigter Kritik an der BDL. Beim Thema Anbindehaltung gibt es zwei Möglichkeiten. Die Landwirtschaft und die Politik nehmen sich des Themas an, mit entsprechend langen Übergangszeiten. Oder aber der Handel bestimmt das Tempo. Und wie schnell das gehen ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

@ Hermann Stroemer

Der Handel bestimmt demnächst alles Mögliche und Unmögliche. Er hat mehr Macht über Bauern als die Fürsten früherer Tage. Einen Knicks machen wir doch heute schon vor deren Einkäufern, demnächst werden wir denen noch die Füße küssen oder das Recht der "Ersten Nacht" einräumen ... mehr anzeigen

von Hermann Stroemer

@Grimm

Das Thema GVO wurde von Landwirten und Molkereien in Süddeutschland angeschoben um sich besser im Markt zu positionieren. Der Handel hat sich dessen angenommen und die Sache zum Quasistandard bei ihren Hausmarken gemacht. Könnte bei der "kettenfreien" Milch (der Begriff kommt nicht von ... mehr anzeigen

von H. Bogen

Ein Satz macht mir wircklich Angst

"zum anderen dem drohenden Abnahmestopp von Milch aus Anbindehaltung durch den Lebensmitteleinzelhandel zuvorgekommen". Sind wir wircklich schon so weit das man aus Angst vor dem LEH etwas fordert. Leider liegt aber der Grund für die Aussagen der BDL ganz woanders, bei uns in der ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

@ Hermann Sroemer.

Die unsägliche Forderung nach GVO-frei stammt von den GRÜNEN und den NGOs, die wiederum den Handel gefügig gemacht haben. Ob da "Spenden" fließen, weiß ich nicht, Wenn Bauern und Molkereien nun mit mischen, zeigt das nur, dass alle Bauern mittel-und langfristig in den Sog der ... mehr anzeigen

von Erwin Schneiderbauer

Dann sag ichs nochmal, etwas schonender!!

Der BDL fordert das, was sich der BV nicht traut Also ist er der Handlanger selbiger! Zum K.....

von Reinhold Klüh

Taktisch dumm

Der BDL hat damit seinen Standpunkt einer liberalen Haltung aufgegeben und sich vom LEH ins Bockshorn jagen lassen. Der BDL sollte mehr um seine politische Glaubwürdigkeit bemüht sein.

von Christop Bommes

Keine Stellvertreterkriege führen

Wer möchte schon die antiquierten Haltungsformen gegenüber der Öffentlichkeit verteidigen, die man selbst schon seit 30 Jahren nicht mehr praktiziert? Und gegen die zu große Einflussnahme des LEH gibt´s das Kartellrecht. Argumente helfen auch, aber das dauert eben...

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