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BDM und Grüne fordern sofortige Mengendrosselung

Angesichts der aktuellen Lage auf dem Milchmarkt haben der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) und der Sprecher für Agrarpolitik bei den Grünen Friedrich Ostendorff ihre Forderung nach einer Drosselung der Milchmenge wiederholt.

Lesezeit: 3 Minuten

Angesichts der aktuellen Lage auf dem Milchmarkt haben der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) und der Sprecher für Agrarpolitik bei den Grünen Friedrich Ostendorff ihre Forderung nach einer Drosselung der Milchmenge wiederholt.


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Mit der Anregung eines sofortigen Markteingriffs in Form eines erneuten Mengendisziplinprogramms auf EU-Ebene hat sich der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM in dieser Woche schriftlich an den Agrarausschuss des Bundestags und an die Bundes- und Länderministerien gewandt. Die jüngsten Ankündigungen weiterer deutlicher Milchpreisabsenkungen von verschiedenen Molkereien würden Anlass zur Sorge geben. Zusammen mit der weiter expansiven Entwicklung der Milchanlieferung lasse dies nur den Schluss zu, dass der Milchmarkt erneut auf eine Krise zusteuere.

 

Eine erneute Krise werde viele Betriebe vor noch größere existenzielle Probleme stellen, insbesondere diejenigen, die in den letzten Jahren investiert hätten. Der BDM fordert, diesmal deutlich schneller zu reagieren. „Es geht jetzt darum, einen pragmatischen Weg einzuschlagen, um nicht einen erneuten Strukturbruch in der Milchviehhaltung zu riskieren. Von der Diskussion mittel- bis langfristiger Strategien alleine haben viele Milchbetriebe nichts mehr, wenn nicht aktuell etwas unternommen wird“, erklärt BDM-Vorsitzender Romuald Schaber. „Wir müssen da ansetzen, wo wir einen schnell wirkenden Hebel haben, um eine tiefergehende Milchmarktkrise noch verhindern zu können – und das ist die Milchmenge.“

 

Agrarkommissar Phil Hogan habe im Rahmen der Grünen Woche bestätigt, dass das Instrument eines erneuten Mengendisziplinprogramms auf EU-Ebene weiterhin zur Verfügung stehe, berichtet der BDM in einer Mitteilung. Um das dafür notwendige Bewusstsein auf Ebene der Milcherzeugerverbände bzw. ihrer Vertreter zu schärfen, regt der Verband die schnelle Einberufung Runder Tische auf Landes- wie Bundesebene an, um eine lösungsorientierte Diskussion in Verantwortung für die Milchviehhalter und die ländlichen Räume zu führen.


Auch Friedrich Ostendorff (MdB), Sprecher für Agrarpolitik bei den Grünen, hat sich gestern zum Milchmarkt zu Wort gemeldet: "Die Zeichen auf dem Milchmarkt stehen auf Sturm. Die nächste Krise kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Selbst die Bundesregierung bestätigt den verstärkten Angebotsdruck, die zurückgehenden Erzeugerpreise und die unsichere Situation auf den Märkten. Wenn es ans Handeln geht, schiebt die Bundesregierung die Verantwortung jedoch auf die Marktteilnehmer ab. Das ist aber verantwortungslos. Wir haben es mit Marktversagen zu tun, das eindeutig politisches Handeln erfordert. Wir müssen uns jetzt frühzeitig auf die nächste Krise vorbereiten und passende Instrumente bereithalten."


Ostendorff hofft, dass die neue Ministerin sich weniger hasenfüßig verhalten wird als der scheidende Minister. Der Agrarpolitiker: "Einen Betriebsverlust, wie 2015/2016, wo wir 10 % der Betriebe verloren haben, können wir uns nicht noch mal leisten. Die Betriebe stehen am Rand des Machbaren. Wer jetzt noch steht, der hat kaum noch Reserven. In einer neuen Krise droht deshalb ein noch dramatischerer Ausstieg von Betrieben.

Wir müssen uns jetzt für die nächste Krise wappnen und Kriseninstrumente entwickeln. Wir brauchen eine Mengenreduzierung bei Marktkrisen. Das kann ein branchenfinanziertes, indexbasiertes Bonus-Malus-System sein, wie vom Bund der Milchviehhalter vorgeschlagen. Ich stehe aber auch dem ablieferbaren Milchkontingent (AMIKO) des Kollegen Kees de Vries aufgeschlossen gegenüber."

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