NRW-Agrarstaatssekretär

Bottermann: „Wir haben ein Klimaproblem“

Immer höhere Auflagen bei mäßigen Milchpreisen. Direkte Entlastung dürfte es durch die Politik allerdings nicht geben.

Das Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben sprach für seine aktuelle Ausgabe 23/2021 mit dem nordrhein-westfälischen Agrarstaatssekretär Dr. Heinrich Bottermann über die Lage der Milchbauern.

Herr Dr. Bottermann, die Situation vieler Milchbauern ist angespannt. Welche Perspektive gibt es aus Ihrer Sicht für NRW-Milcherzeuger?

Bottermann: Auf den Höfen entstehen hohe Kosten, die man nicht ohne Weiteres korrigieren kann. Viele Betriebe müssen die Dürrejahre noch verdauen. Momentan können wir keine direkte Abhilfe schaffen.

Wir müssen die Marktgegebenheiten identifizieren und Lösungen finden. Die Verbraucher haben bei Milchprodukten immer höhere Erwar tungen an Qualität, Variabilität und Umweltleistungen. Die Milchbauern müssen versuchen, neue Wege zu gehen. Ansonsten befürchte ich einen starken Rückgang der Betriebe. Denn es ist keine Lösung mehr, die Milchleistung der Kühe weiter zu erhöhen. Das ist meines Erachtens weder unter Tierschutz- noch unter Umweltschutzargumenten zu erklären.

Was können Milcherzeuger dann machen, wenn sie die Milchleistung ihrer Kühe nicht steigern sollen?

Bottermann: Faktoren, die in der Öffentlichkeit gut ankommen, wie Weidehaltung, müssen ausgebaut werden. Kleine Molkereien oder Käsereien kommen gut an bei Verbrauchern. Wir wollen langlebige Kühe, keine Hochleistungssportler. Nur das findet Akzeptanz.

Hilft eine verpflichtende Haltungs- und...