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Zwei Melksysteme: „Der Melkstand bleibt!“

Schon immer haben Schlichtmanns im Melkstand gemolken. Vor knapp vier Jahren sind zusätzlich Roboter in einen neuen Stall eingezogen, der die Herde erweitert.

Lesezeit: 3 Minuten

In Oldendorf in Niedersachsen liegt der Hof von Familie Schlichtmann. Dort stehen rund 250 melkende Kühe, 80 Trockensteher und 40 hochtragende Rinder. Ein Pachtbetrieb beherbergt die Jungtiere. Die Familie melkt im 24er-SwingOver Melkstand. Gleichzeitig melken vier automatische Melksysteme in 1,5 km Entfernung weitere 236 Kühe.

„Wir wollten die Herde erweitern“, sagt Betriebsleiter Söhnke Schlichtmann. Sowohl finanziell als auch von der Gebäudenutzung war es jedoch sinnvoll, die Altgebäude weiterhin zu bewirtschaften. Daher hat sich die Familie 2019 für das Konzept mit zwei Melksystemen entschieden und einen neuen Stall auf freier Fläche gebaut.

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Bewusst für zwei Systeme entschieden

Den Landwirten war klar, dass es durchdachte Strategien für das Herdenmanagement und die Arbeitsaufteilung braucht. Die Gea-Melkroboter sind mit 96 % Auslastung nahezu am Limit und melken täglich je 2.600 kg Milch. Die Kühe brauchen mit einem Milchfluss von 3,4 kg/min weniger als sechs Minuten je Melkung. „Das klappt nur, wenn keine Kuh Probleme macht“, so Söhnke Schlichtmann. Im neuen Stall sind vorrangig hochleistende Kühe. Hier können sie öfter zum Melken. Das mittlere Tagesgemelk liegt mit 45 kg am AMS daher deutlich über dem der Melkstandherde (28 kg). Auch Färsen entwickeln sich am Roboter in Kondition und Wachstum besser. „Die Jungkühe ziehen die älteren mit“, so der 42-Jährige.

Altmelkende Tiere kommen je nach Milchleistung zurück zur Hofstelle. Ebenso die Kühe, die der Roboter nicht mehr alleine ansetzen kann oder die nicht selbstständig zum Melken laufen. „Jeden Dienstag stallen wir zwischen sieben und 15 Tiere um.“ Der Tausch funktioniert in beide Richtungen.

Kürzere Melkzeit

In der Melkstandherde gibt es die Altmelker und eine weitere Gruppe mit rund 75 Tieren. Diese besteht aus Frischmelkern und Heimkehrern aus dem Roboterstall. Der 2006 umgebaute und stetig erweiterte Melkstand hat Gea-Technik aus dem Jahr 2012 inklusive Milchmengenmessung.

Söhnkes Vater Hermann ist hauptverantwortlich für das konventionelle Melken: „Es ist gut, dass wir Frischmelker zweimal täglich vor der Nase haben und auch das Anlernen von Färsen ist deutlich leichter.“ Er bemerkt jedoch, dass AMS-Kühe kurz nach dem Herdenwechsel sozialen Stress spüren. „Sie müssen sich auf feste Melkzeiten umstellen, haben plötzlich Nachbarinnen beim Melken und das Vakuum ist etwas höher“, so der 67-Jährige. Erstlaktierenden fällt das Umstellen schwerer als älteren Kühen.

„Bevor wir die Melkroboter hatten, lag die Melkzeit bei 2,5 Stunden. Jetzt sind es noch 1,5 Stunden bei genauso vielen Tieren“, sagt er. Die Zeitersparnis macht er daran fest, dass die hochleistenden Kühe jetzt am AMS sind.

Daten zur Brunsterkennung und Fressaktivität liefern Halsbänder. Beide Melksysteme sind vernetzt und laufen in einem Managementprogramm zusammen.

Alle Daten sind immer überall verfügbar."
Söhnke Schlichtmann

Aktuell gibt jede Kuh im Mittel 10 400 kg energiekorrigierte Milch im Jahr. Das entspricht einer abgelieferten Menge von 10.700 kg (3,88 % Fett, 3,48 % Eiweiß). Die Eutergesundheit hat sich durch die automatischen Melksysteme deutlich verbessert. Waren es früher noch 250.000 Zellen/ml Milch, sind es heute nur noch 160.000 Zellen.

Das Maximum je kg Milch

Was die Melksysteme betrifft, sind sich Vater und Sohn einig: „Wir würden es wieder machen.“ Der Hofnachfolger schätz die Flexibilität, auch, wenn die Arbeitszeit die gleiche bleibt. Es ist kurzfristig möglich, mehr Tiere zu melken. Und es muss keine Kuh den Hof verlassen, weil sie nicht zum Roboter passt. Neben Söhnke und Hermann arbeiten die beiden Ehefrauen auf dem Betrieb. Zudem gibt es vier ausgebildete Festangestellte und zwei Azubis.

Für Söhnke Schlichtmann ist klar: „Der Melkstand ist das letzte, was den Hof verlässt. Zu unserem Konzept passen die beiden Melksysteme ideal. Wir versuchen, aus jedem Kilogramm Milch das Maximum herauszuholen.“

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