Dürre2018: Hitze im Iglu - So schützen Sie Ihre Kälber

Kälbern sieht man es häufig nicht an, doch auch sie stresst die Hitze. Das beeinflusst Leistung und Gesundheit der Tiere. Wir haben Tipps zusammengestellt, wie Sie Ihre Kälber vor Hitze schützen.

Bei Kühen äußert sich Hitzestress direkt in einer verminderten Milchleistung. Kälbern sieht man es häufig nicht an, doch auch sie stresst die Hitze. Das beeinflusst Leistung und Gesundheit der Tiere. Je wärmer es ist, je höher die Luftfeuchte und je stärker die Sonneneinstrahlung, desto eher geraten Kälber in Hitzestress. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen in der Schweiz hat Tipps zum Schutz von Kälbern gegen Hitzestress zusammengestellt:

Frisches Wasser: Schon ab dem ersten Lebenstag sollten Sie Kälbern Wasser zur Verfügung stellen. Denn durch Schwitzen und Atmen verlieren sie viel Flüssigkeit. Der Flüssigkeitsbedarf steigt bei höheren Temperaturen aber deutlich und das müssen sie in Form von Wasser ausgleichen können. Obwohl Kälber bei Hitze einen höheren Energiebedarf haben, bremst Wassermangel ihre Futteraufnahme, denn sie brauchen es, um das Futter einzuspeicheln. Eine verminderte Flüssigkeitszufuhr hat deshalb auch geringere Gewichtszunahmen zur Folge. Bei Wassermangel verringert sich außerdem die Wärmetoleranz von Kälbern wodurch sie noch schneller Überhitzen.
 
Schatten geben: Verhindern Sie direkte Sonneneinstrahlung. Gerade bei der Haltung im Iglu besteht die Gefahr, dass Kälber lieber im Auslauf in der Sonne als im überhitzten Iglu liegen. Sowohl das Iglu als auch der Auslauf müssen deshalb im Schatten stehen oder beschattet werden.
 
Luftbewegung schaffen: Achten Sie darauf, dass die Wärme auch abtransportiert werden kann. Dafür sollten die Iglus an Orten mit möglichst viel Luftbewegung stehen. Rücken Sie die Kälberiglus außerdem weiter auseinander und öffnen Sie die Lüftungsöffnungen.
 
Stress vermeiden: Erledigen Sie Arbeiten wie Enthornen oder Umstallen morgens früh solange es noch kühler ist. Damit vermeiden Sie zusätzlichen Stress für die Tiere.

Höhenberger (Bildquelle: Höhenberger)

Einfache Maßnahme mit großer Wirkung: top agrar-Leser Martin Höhenberger aus Colmberg (Baden-Württemberg) schützt seine Kälber mit einem Silonetz, das er längs durchgeschnitten hat. Das Netz zieht er nur so weit über das Holzgerüst, wie er es gerade benötigt. Damit das Netz beim Einstreuen der Iglus nicht stört, rollt er es von hinten ein.

Artikel geschrieben von

Katharina Lütke Holz

Redakteurin Rinderhaltung

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