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topplus Reportage Melkstand

Zwei Melksysteme in einem Stall

Vor knapp zwei Jahren ist ein automatisches Melksystem im Stall eingezogen. Trotzdem ist ein Teil des alten Melkstandes geblieben – für Ludwig Schussmüller die richtige Entscheidung.

Lesezeit: 3 Minuten

Auf der einen Seite der Melkgrube ehemaligen Doppel-5er-Fischgrätenmelkstandes von Ludwig Schussmüller hängen die Melkzeuge. Auf der anderen Seite steht ein automatisches Melksystem. Seit Juni 2021 nutzt der Milchkuhhalter beide Systeme von Lemmer Fullwood.

Zu dem Betrieb in Reichertsheim in Bayern gehören 85 Fleckviehkühe, etwa 70 davon in Milch. Frischmelker und behandelte Kühe – meist fünf Tiere – gehen für einige Tage in den Melkstand ehe sie in die Roboterherde wechseln. „Für mich ist es leichter, die Kühe gesammelt zu melken und die Milch direkt zu separieren, als jede Kuh einzeln in den Roboter zu holen und eine Stunde auf die Milch zu warten“, so der Landwirt.

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Drei Milchleitungen

Schon immer hatte er zwei Milchleitungen im Melkstand verbaut. Heute nutzt er eine, um die Sperrmilch aufzufangen, die andere sammelt die Biestmilch. Die Milch vom Melkroboter fließt durch eine dritte Leitung in einen großen Tank zur Ablieferung an die Molkerei. Der Landwirt schätzt es sehr, keine Kannen tragen zu müssen. „Und es ist keine Kontaminierung der Tankmilch möglich“, sagt er.

Sowohl bei behandelten als auch bei frischmelkenden Kühen macht Ludwig Schussmüller vor dem Herdenwechsel einen Hemmstofftest. Eine Kuh, die gekalbt hat, bleibt mindestens für acht Tage im Melkstand, um die Biestmilch aufzufangen. Bei negativem Hemmstoffergebnis wechseln die Tiere in die große Herde.

Schneller mit Melkstand

Auch Jungkühe lernt der Betriebsleiter im Melkstand an. „Die Eingewöhnung von Erstlaktierenden möchte ich nicht missen. Und ich habe die Gelegenheit, mir die frischmelkenden Tiere zweimal täglich ganz genau anzusehen“, weiß der Landwirt zu schätzen. Zudem nutzt er den Melkstand zum Trockenstellen. Durch die räumliche Nähe kann Schussmüller während der Melkzeit auch den Milchfilter am AMS wechseln und die tägliche Wartung durchführen.

Daten zur Tiergesundheit und der Milchleistung liefert nur der Melk­roboter. Der Melkstand hat keine Milchmengenmessung. Wenn eine Milchleistungsprüfung ansteht, arbeitet Ludwig Schussmüller mit einem Laktokorder, der die Milchmenge misst und eine Probe bereitstellt. Die Fleckviehkühe geben durchschnittlich 9.000 kg Milch je Kuh und Jahr. Aktuell liegt das Mittel der melkenden Kühe bei täglich 29 kg und einem Zellgehalt von 125.000 je ml Milch.

Für den Betriebsleiter gibt es aktuell keinen Grund, das Melken komplett zu automatisieren.

Ich bin schneller, wenn ich die Kannenkühe im Melkstand melke. Und ich kann sie gut beobachten."
Ludwig Schussmüller

Die Melkstandkühe befinden sich in einem Strohstall, sodass der Landwirt nicht jede Kuh einzeln aus der Herde zum Melken holen muss. Bei der Versorgung der Kälber bekommt er Unterstützung von seiner berufstätigen Frau Monika. Sohn Johannes macht gerade eine Ausbildung und möchte zukünftig den Milchkuhbetrieb übernehmen.

Der Melkstand gibt dem Landwirt Sicherheit: „Wenn der Melkroboter längere Zeit ausfällt, kann ich auch einen Teil der Kühe im Melkstand melken. Das beruhigt ungemein.“

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