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Situationsbericht

Enormer Strukturwandel in der Tierhaltung – Deutlich weniger Rinderhalter

Der durchschnittliche Milchbauer hält in Deutschland 67 Kühe. Die größten Herden stehen in Ostdeutschland, die kleinsten in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen.

Lesezeit: 3 Minuten

Das Statistische Bundesamt zählt im Halbjahresrhythmus die Viehbestände in Deutschland. Nach den November-Ergebnissen hielt der starke Strukturwandel in der deutschen Nutztierhaltung auch 2019 weiterhin an. Zum 3. November 2019 gab es in Deutschland 11,6 Mio. Rinder. Das waren ca. 300.000 Tiere beziehungsweise 2,5 % weniger als im November 2018. Im November 2017 hatte die Zahl der Rinder noch bei knapp 12,3 Mio. gelegen.

75 % der Rinder in Beständen mit 100 und mehr Rindern

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Der Anteil der Betriebe mit 100 und mehr Rindern liegt zwar nur bei 27 %, sie halten aber drei Viertel aller Tiere (75 %), ergänzt der DBV in seinem aktuellen Situationsbericht. Dabei treten deutliche regionale Unterschiede auf. Während in den östlichen Ländern der Anteil der Tiere in den Größenklassen ab 100 Rinder um die 90 % liegt, werden in Süddeutschland nur etwa drei Fünftel der Rinder in Beständen mit 100 und mehr Rindern gehalten.

Durchschnittlicher Bestand bei 67 Milchkühen

Im Bundesdurchschnitt hält ein Milchviehhalter 67 Milchkühe. Groß sind die regionalen Unterschiede. Die größten Herden befinden sich in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Durchschnittsgrößen von 228 bzw. 235 Kühen. Relativ klein sind die durchschnittlichen Milchviehbestände in Bayern (41 Kühe), Baden-Württemberg und Hessen (jeweils 51 Kühe).

54 % der Milchkühe in Beständen mit 100 und mehr Milchkühen

In Beständen mit 100 und mehr Milchkühen – das sind 18 % aller Milchviehhaltungen – standen im Mai 2019 rund 54 % der deutschen Milchkühe. Die Anzahl der Milchviehhaltungen mit über 500 Milchkühen stieg 2019 auf 555. Deren Milchviehherden machen mit 455.700 Tieren gut 11 % des deutschen Milchviehbestandes aus, heißt es im Situationsbericht weiter.

Ganzjährige Anbindehaltung auf dem Rückzug

Nach Daten der Landwirtschaftszählung 2010 wurden auf rund 31.500 Betrieben rund 650.000 Kühe in ganzjähriger Anbindehaltung gehalten. Das entspricht einem Anteil von rund 35 % der Milchviehbetriebe und 15 Prozent aller Milchkühe. Wissenschaftler des Thünen-Instituts prognostizieren unter Berücksichtigung des Strukturwandels für das Jahr 2027 schätzungsweise 13.500 Betriebe mit rund 270.000 Milchkühen, die ganzjährig in Anbindehaltung gehalten werden.

Etwas weniger Ammen- und Mutterkühe

Im Mai 2019 wurden in Deutschland 652.600 Ammen- und Mutterkühe gezählt. Damit ist der Bestand an Ammen- und Mutterkühen im Jahresvergleich um 1,6 % zurückgegangen. Die Zahl ihrer Halter ist weiter leicht rückläufig (gegenüber 2018 - 0,8 %). Die insgesamt 49.500 Ammen- und Mutterkuhhalter hielten zuletzt im Durchschnitt 13 Ammen- und Mutterkühe. Der Schwerpunkt dieser Art von Rinderhaltung liegt in Ostdeutschland, wo 40 % aller deutschen Ammen- und Mutterkühe gehalten werden. Die meisten Ammen- und Mutterkühe werden mit rund 89.600 Tieren in Brandenburg gehalten. Der Durchschnittsbestand liegt dort bei 35 Ammen- und Mutterkühen.

Holstein-Schwarzbunt und Fleckvieh sind die dominierenden Rinderrassen

Die mit Abstand bedeutendsten Rinderrassen sind die Milchnutzungsrasse „Holstein-Schwarzbunt“ mit rund 4,74 Mio. Tieren, gefolgt von der Doppelnutzungsrasse „Fleckvieh“ mit rund 3,29 Mio. Tieren. Mit großem Abstand folgen Kreuzungstiere aus verschiedenen Fleischrinderrassen und die Milchnutzungsrasse „Holstein-Rotbunt“ mit 0,65 bzw. 0,54 Mio. Tieren. Bei der Viehzählung werden auch Büffel und Bisons erfasst. Davon gab es im Mai 2019 9.500 Tiere. Das Gesamtergebnis wird davon nicht beeinflusst.

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