Mitgliederrat stimmt zu

FrieslandCampina zieht 10 ct/kg Mehrmilch ab

Der niederländische Molkereikonzern FrieslandCampina passt das Milchmengenwachstum stärker an das Marktwachstum an: Steigern die Mitglieder ihre Milchproduktion stärker als vereinbart, gibt es 10 ct/kg Abzug für die Mehrmilch.

Der Mitgliederrat der Molkereigenossenschaft FrieslandCampina hat dem Vorschlag für ausgewogenes Milchmengenwachstum zugestimmt. So soll es jetzt und in Zukunft zu einem Gleichgewicht zwischen dem Rohmilchangebot und der Nachfrage aus dem Markt kommen. Dazu ist eine Änderung in der Milchgeldordnung nötig, die der neuen Strategie von FrieslandCampina mit Markt- und Nachhaltigkeitsfokus entspricht, berichtet die Molkerei in einer Mitteilung.

Ausgewogenes Wachstum liegt vor, wenn das Gesamtangebot an Rohmilch der Mitglieder gleich schnell wächst wie die Nachfrage aus dem Markt. Der Wachstumsspielraum der Milcherzeuger hängt dabei von der Wachstumsrate des Marktes ab. Diese legt das Unternehmen auf Grundlage von Prognosen für das künftige weltweite Wachstum jeweils für einen Zeitraum von zwei Jahren fest.

Für die Jahre 2019 und 2020 hat FrieslandCampina die marktgerechte Wachstumsrate von 1,5 ermittelt. Darüber hinaus entsteht für die Mitglieder Wachstumsspielraum durch Betriebe, die aus der Produktion aussteigen, die Genossenschaft verlassen oder ihre zugewiesene Bezugsmenge nicht ausschöpfen.

Abzug von 10 ct/kg

Wenn die Milchmenge der Mitglieder das marktgerechte Wachstum übersteigt, gilt für die einzelnen Milchviehbetriebe, deren Wachstum die ihnen zugewiesene Bezugsmenge übersteigt, ein Abzug von 10 Cent pro Kilogramm Milch für die zusätzlich gelieferte Rohmilch.

Für besondere Milchströme (Milch mit bestimmten Mehrwerten) kann die Molkerei nach eigener Aussage von der marktgerechten Wachstumsrate abweichen, wenn die Nachfrage stärker ist als das Rohmilchangebot.

„Im vergangenen Jahr haben die Mitglieder der Molkereigenossenschaft oft miteinander gesprochen und über das Gleichgewicht zwischen dem Rohmilchangebot und der Nachfrage aus dem Markt eingehend diskutiert. Der Mitgliederrat hat dem Vorschlag für ausgewogenes Wachstum zugestimmt. Dadurch kann das Unternehmen sich besser auf den einträglichen Absatz von Milchproduktion einstellen und den einzelnen Milchviehbetrieben wird eine ausgewogene Betriebsentwicklung ermöglicht“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Molkereigenossenschaft FrieslandCampina, Frans Keurentjes.

Die Änderung der Milchgeldordnung tritt am 1. Januar 2019 in Kraft. Die Mitglieder haben die Änderung im Laufe diesen Jahres diskutiert, teilweise gab es heftige Kritik.

Artikel geschrieben von

Patrick Liste

Redakteur Rinderhaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Eibo Eiben

FC ...

… ein etwas "weniger" ruinöser Wettbewerb - … den Tieren und Mitarbeitern kommt das wohl zu Gute! Tierwohl, Investitionen, betriebliches und "familiäres" Auskommen …, im Grunde auch "mehr" Sicherheit - das fällt mir spontan dazu ein - wie es war, jedes Jahr etwa 4% weniger Betriebe (Strukturwandel, weichen oder wachsen …), das muss ja nicht "immer" so weiter gehen ...

von Gerd Uken

@Renke

Das wäre die Lösung auf Grund der GV/ha wäre dann die halbe Milchproduktion weggefallen. Nach meinen Informationen muss NL noch 800.000kg P reduzieren um auf die von der EU vorgegebenen Zahl zu kommen. Umgerechnet 18.000 Kühe. Das da Bezrügereien vorprogrammiert sind lässt sich denken da die Fleischrinder von der P Quote befreit sind.

von Renke Renken

Eine festgelgte GV - Obergrenze

pro ha , und viele Probleme sind mit einem Schlag gelöst. Gleichzeitig würden eine Menge Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt freigesetzt werden.

von Gerd Uken

R F/C ist in irgendeiner Form

immer Vorreiter jetzt stehen die ersten Produkte im Regal mit Planet Proof Siegel. Wer sich an bestimmte Unwelt und Zuerstandards hält bekommt zuerst 1 später 2 und ab 2022 sogar 3,5 Cent mehr. So bindet man auch Milcherzeuger. A Ware macht das in ähnlicher Form mit ihrer Milch für Albert Hein. Es wird nur komplizierter u. noch mehr Kontrolle!!

von Rudolf Rößle

Ouote

kommt in irgend einer Form wieder zurück. Wäre sie nicht abgeschafft worden, hätten wir jetzt keine Überproduktion und Preise über 40 Cent.

von Gerd Uken

Wer in den Niedrlanden

Nach dem 2.7.2015 eine Kuh mehr melken möchte zahlt für 43 kgP Quote auch 8000€ oder least für 210€/ Jahr. Also die Quote ist dort eine ganz andere geworden! Wer sich nicht daran hält riskiert ein Busgeld u. Gefängnisstrafe bis zu 6 Jahren

von Gerd Uken

Da hat jetzt aber einer falsch gedacht

Erst mal wird gar nicht viel passieren, die wachstumswilligen Betriebe nehmen ihre Einkagen bei R F/C mit und gehen zu A Ware. Kaufen von der „ Vertreckprämie und den Genoanteilen P Quote -sofern die LW Ministerin den Kauf frei gibt. R F/C muss keine Milch mehr frei stellen für DFM ( kommt noch von der letzten Fusion). Bei R F/C wird die Milch weniger und die Verwertung in Bulkprodukte fällt z.T. weg. Die Wertschöpfung steigt somit auch der Mikchpreis für die die dort verblieben sind. Außerdem lässt R F/C Milch im Werklohn verarbeiten und muss keine überschüssige Milch mehr am Spotmarkt verkaufen wie 16/17! Ein Win Win für beide Seiten hat rein gar nichts mit Quote zu tun weil die Milchmenge ja auch noch jährlich steigen soll , der Machfrage angepasst

von Alois Riedl

Die Quotenkosten sind zurück!

Lange hat es nicht gedauert und Molkereiwechsel werden somit wieder teurer.

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