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Ilchmann: DMK drückt Milchpreis für ganz Deutschland

Nachdem der niederländische Bauernverband den europäischen Milchpreis-Vergleich für den Monat Juni veröffentlicht hat, schießt die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft erneut gegen das Deutsche Milchkontor: Die Genossenschaft arbeite nicht für die Bauern, sondern gegen sie.

Lesezeit: 2 Minuten

Nachdem der niederländische Bauernverband (LTO) den europäischen Milchpreis-Vergleich für den Monat Juni veröffentlicht hat (top agrar berichtete), schießt die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) erneut gegen das Deutsche Milchkontor (DMK): Die AbL wirft dem DMK vor, den Milchbauern mit aktuell 20 Cent je Liter Milch Grundpreis deutlich weniger auszuzahlen, als bei einem verantwortungsvollen Vorgehen möglich wäre.

 

„Mit 20 Cent je Liter Grundpreis ist das DMK nicht nur in Deutschland Schlusslicht. Auch unter Europas größten Molkereien zahlt das DMK den Bauern den schlechtesten Milchpreis“, führt Ottmar Ilchmann, stellvertretender AbL-Vorsitzender aus. So liege der Milchpreis des DMK im Juni 2016 satte 5 Cent je Liter unter dem europäischen Durchschnitt. „Durch seine schiere Größe und die Heranziehung des DMK-Preises als Referenzwert bei anderen Molkereien drückt das DMK den Auszahlungspreis für ganz Deutschland und durch die Übernahme der niederländischen Molkerei DOC auch dort“, so Ilchmann in einer Mitteilung.

 

Der Milchbauer aus Ostfriesland macht für den erheblichen Rückstand bewusste Fehlentscheidungen im Management des Molkereikonzerns DMK verantwortlich. „Wir haben die DMK-Führung seit Anfang des Jahres immer wieder aufgefordert, kurzfristige Maßnahmen zum Abbau der preisdrückenden Überschussmengen vorzunehmen. Dann hätte es diese schlechten Kontraktabschlüsse mit den Handelsketten für das Halbjahr Mai bis Oktober nicht gegeben und das DMK könnte den Milchbauern jetzt wenigstens den Durchschnitt der anderen Molkereien auszahlen“, sagt Ilchmann.

 

Laut AbL war das DMK ein wichtiger Lieferant für die Billigangebote der Discounter, die im Mai dieses Jahres das Preisniveau für Standardprodukte stark gesenkt hatten. Nun würden die damaligen schlechten Kontraktabschlüsse als Begründung dafür angeführt, dass der Auszahlungspreis der Molkerei nicht entsprechend anderer Verwertungen anzieht.

 

„Die Spitze dieser Genossenschaftsmolkerei hat sich im Frühjahr dafür entschieden, keine mengenbegrenzenden Maßnahmen zu ergreifen, wie es andere Molkereien in Europa getan haben. Die Herren in Vorstand, Aufsichtsrat und Geschäftsführung wussten, was sie taten. Sie sind für den aktuellen Strukturbruch in der Landwirtschaft wesentlich mitverantwortlich“, wirft Ilchmann der Molkereiführung vor. „Diese Genossenschaft arbeitet nicht für die Bauern, sondern gegen deren berechtigte Interessen.“


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