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Jetzt Klee ins Dauergrünland nachsähen?

Mit der Nachsaat von Leguminosen im Grünland lässt sich N-Dünger einsparen und mehr Protein ernten. Wann und wie das sinnvoll ist, berichtet Hubert Kivelitz von der Landwirtschaftskammer NRW.

Lesezeit: 4 Minuten

Die Kosten für mineralischen Stickstoff sind enorm gestiegen. Neben dem effizienten Einsatz von N-Dünger könnten auch stickstofffixierende Futterleguminosen für Grünlandbetriebe sinnvoll sein. Nennenswerte Anteile von Leguminosen im Grünland verbessern aufgrund der Schmackhaftigkeit für die Futteraufnahme und die Futterqualität durch höhere Rohproteingehalte.

Grundsätzlich lassen sich Rot- und/oder Weißklee im Dauergrünland etablieren, z.B. mit Übersaaten, Durchsaaten oder Umbruch mit Neuansaat. Das Etablieren von Leguminosen in eine bestehende Grünlandnarbe ist insofern eine Herausforderung, als dass die vorhandenen Gräser und Kräuter eine starke Konkurrenz darstellen. Besonders der Weißklee ist im ersten Jahr sehr konkurrenzschwach.

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Für eine erfolgreiche Nachsaat von Leguminosen müssen grundsätzliche Voraussetzungen stimmen. Dabei sind folgende Punkte wichtig:

  • Optimalen Saattermin wählen (nach dem 1. Schnitt oder im Spätsommer)
  • Standortinformationen beachten (Grundnährstoffversorgung, v.a. P2O5, pH-Wert)
  • Lücken in Grünlandnarbe schaffen (scharfes Striegeln, Eggen) – damit die Altnarbe keine zu große Konkurrenz darstellt
  • Ggf. Kalkung bei pH <5,5
  • Bei niedrigen Phosphat- und Kali-Gehalten (B) auf Gehaltsklasse C aufdüngen (P-Mangel hemmt das Leguminosen-Wachstum)
  • Flache Nachsaat bzw. Durchsaat (z.B. mit spezieller Grünland-Direktsaattechnik)
  • Keine Gülledüngung nach der Nachsaat
  • Reduziere N-Düngung (abhängig vom Kleeanteil), denn N fördert vor allem die Gräser und benachteiligt damit indirekt den Rot- und Weißklee

Was ist bei Saatzeiten zu beachten?

Wie Versuchsergebnisse vom LAZBW (Baden-Württemberg) gezeigt haben, ist der größte Nachsaaterfolg von Rot- und Weißklee im Grünland nach dem 1. Schnitt zu erwarten. Dabei kommt die sommerliche Wärme der Anfangsentwicklung und der Bildung der Knöllchenbakterien entgegen. Allerdings geht das nötige Striegeln oder Eggen, auf Kosten der Erträge des 2. Aufwuchses. Das lässt sich mit der Nachsaat im Spätsommer vermeiden, allerdings entwickeln sich dann auch Leguminosen langsamer.

Nachsaatmengen:

Rotklee nach dem 1. Schnitt 5-8 kg/ha; im Spätsommer 8-12 kg/ha. Um dauerhaft nennenswerte Rotkleeanteile im Bestand zu halten, ist eine Beimischung von 1,5-2 kg/ha Rotkleesamen im Rahmen der kontinuierlichen, jährlichen Pflegenachsaaten mit Gräsern möglich.

Weißklee 3-6 kg/ha (unabhängig vom Saatzeitpunkt).

Eine gezielte Übersaat bzw. Durchsaat von Leguminosen ins Grünland, sollte möglichst nicht im Rahmen der obligatorischen Nachsaaten zu Vegetationsbeginn durchgeführt werden. Die Konkurrenz der Altnarbe und die geringen Temperaturen sprechen dagegen. Im Rahmen von Grünland-Neuansaaten ab April, bietet sich das Einmischen von Klee jedoch an.

Kosten

Die Saatgutkosten von Rotklee und Weißklee sind deutlich höher als die von Gräsern. Je nach Abnahmemenge liegen diese bei 5-5,5 €/kg (Rotklee) und 6-6,5 €/kg (Weißklee; netto, konventionelles Saatgut).

Je nach Aufwand und Verfahren (u.a. mehrmals Striegeln) liegen die Kosten für die Durchsaat von Rotklee zwischen 130 und 280 €/ha (inkl. Saatgut, keine festen Maschinenkosten berücksichtigt, keine zusätzliche Kalkung). Über drei Jahre verteilt liegen die Verfahrenskosten zwischen 43 und 93 €/ha und Jahr. Können auf der anderen Seite 80-100 kg/ha N pro Jahr eingespart werden, ergibt sich bei aktuellen N-Preisen (2,30 €/kg) je nach Verfahren, ein kalkulatorischer Kostenvorteil zugunsten der Leguminosendurchsaat von rund 90 bis 190 €/ha und Jahr. Bei angenommenen Produktionskosten von 20 €/dt TM Grassilage, entsprechen die Einsparungen beim Düngerzukauf dem Wert einer Futtermenge von 4,5 bis 9,5 dt/ha.

Fazit

Wer mit Futterleguminosen teure mineralische N-Dünger sparen will, darf nicht erwarten, dies von einem Jahr auf das andere großflächig nutzen zu können. Das Etablieren von Rotklee, Weißklee, Schwedenklee oder Luzerne ist kein Selbstläufer. Wichtig sind die Standortbedingungen im Hinblick auf Nährstoffversorgung und pH-Wert. Sinnvoll ist daher die Nachsaat von Futterleguminosen ins Dauergrünland zunächst auf einzelnen Flächen.

Auf intensiv genutztem Grünland sind lediglich Weißklee, Rotklee und mit Abstand Schwedenklee geeignet. Für Luzerne gilt die Eignung für das Grünland nur bedingt.

Ob eine verstärkte Nutzung von Leguminosen für intensiv wirtschaftende, viehstarke Betriebe eine geeignete Strategie sein kann, teure N-Mineraldünger zu reduzieren, kann aber nur auf Basis einzelbetrieblicher Betrachtung beurteilt werden.

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