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LBV Brandenburg: Herdenschutz gegen den Wolf funktioniert nicht

Experten gehen von einer deutlichen Zunahme der Wolfspopulation in Brandenburg aus. Der Herdenschutz funktioniert schon heute nicht und wird immer teurer. Bauern fordern nun die Jagd.

Lesezeit: 4 Minuten

Trotz hoher Fördersummen des Landes Brandenburg für eine Vielzahl von Maßnahmen der Wolfsprävention bleibt die Anzahl der Wolfsrisse unverändert hoch. Weitere Herdenschutzzäune bzw. der intensivere Einsatz von Herdenschutzhunden erzielten nicht den gewünschten Effekt einer spürbaren Reduzierung des Rissgeschehens, zeigt sich der Landesbauernverband Brandenburg ernüchtert.

Jens Schreinicke, Wolfsbeauftragter des LBV, hat sich denaktuellen Bericht des Landesumweltamtes zum Wolfsmanagement genau angesehen. Demnach hatte das Land 2022 mit rund 2,9 Mio. € die bisher größte Summe für die Präventionsförderung Wolf bewilligt. Finanziert wurden davon Erwerb, Installation und Unterhaltung wolfsabweisender Zäune sowie die Anschaffung, Ausbildung und der Unterhalt von Herdenschutzhunden.

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Dass das Land soviel Geld in die Hand nimmt, erkennt der Verband ausdrücklich lobend an, dennoch führt das alles nicht zu einer Abnahme der Risse. Weiteres „Wettrüsten“ mit mehr Zäunen, Pferchen oder mit dem verstärkten Einsatz der hoch sensiblen Herdenschutzhunde, mit denen man als Halter auch umgehen können muss, sind aus Sicht von Schreinicke aber nicht die Lösung. „In der wolfreichsten Region der Welt müssen wir das sinnvolle Modell einer Entnahmequote umsetzen, um langfristig diese gigantische Materialschlacht für den Herdenschutz auf unseren Weiden zu beenden“, betont er.

LBV erwartet 60 Rudel allein in Brandenburg

Laut Schätzung Schreinickes ist im aktuellen Monitoringjahr (Mai 2022 bis April 2023) mit einem Zuwachs der Wolfsrudel von bisher 47 auf 60 Rudel auszugehen. Auch nach Angaben des Landesumweltamtes verdichtet sich nachweislich der Bestand in der bereits vom Wolf besiedelten Lausitz. Gleichzeitig erschließen sich die Rudel neue Territorien im Norden und Osten des Landes.

Der Zuwachs in der Wolfspopulation geht mit steigenden technischen und finanziellen Investitionen in den Herdenschutz einher. Diese brisante Entwicklung müsse mit geeigneten flankierenden Maßnahmen gestoppt werden, so der Wolfsbeauftragte.

Schutzjagd möglich machen

Bereits im Januar 2022 schlug das Forum Natur Brandenburg ein Berechnungsmodell für einen „Akzeptanzbestand“ vor, aus dem sich eine „Entnahmequote“ Wolf pro Bundesland ergibt. Für das Land Brandenburg wurde nach diesem Modell eine Anzahl von 80 Tieren ermittelt, um die der Wolfsbestand verringert werden würde.

Dieser Form der Schutzjagd, die in anderen europäischen Ländern wie Schweden und Finnland erfolgreich praktiziert wird, schiebt das Naturschutzgesetz des Bundes jedoch einen Riegel vor. Darin wird der Wolf als vom Aussterben bedrohte Art klassifiziert und unter maximalen Schutz gestellt, der eine geregelte Bejagung ausschließt. Der Rahmen, den die Europäische Kommission in ihrer Richtlinie für den Schutz von Flora- und Fauna-Habitaten (FFH-Richtlinie) für das Management von größer werdenden Beständen von Prädatoren in einer Kulturlandschaft durch Schutzjagd eingerichtet hat, wird nicht ausgeschöpft.

Andere Länder haben auch mit Jagd einen guten Erhaltungszustand

„Entgegen verfestigter Meinungen vieler Naturschutzverbände in Deutschland hat die baltisch-osteuropäische Wolfspopulation, zu der unsere Brandenburger Wölfe gehören, längst einen guten Erhaltungszustand erreicht. So wird es auch von vielen Wissenschaftlern bestätigt. Die exponentielle Ausbreitung der Wölfe in den Wäldern Brandenburgs und ihre vermehrten Beutezüge in der Nähe von Siedlungen untermauern das. Wir müssen die komplett überzogene Beschränkung auf die Entnahme nur einzelner Schaden stiftender Wölfe hinter uns lassen, die das Bundesnaturschutzgesetz derzeit maximal einräumt. Stattdessen brauchen wir die quotenorientierte Schutzjagd wie anderswo in Europa auch“, macht Jens Schreinicke deutlich.

Die Weidetierhalter im Landesbauernverband appellieren auch erneut an die Landesregierung, die Anstrengungen für die Lockerung des Schutzstatus zu verstärken und im Verbund mit führenden Experten, die sich für das aktive Wolfsmanagement aussprechen, eine gesetzlich verankerte Bestandsregulierung des Wolfs zugunsten eines Gleichgewichts von Wild- und Weidetieren im Land Brandenburg voran zu treiben.

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