Landwirte verärgert

Müll und Kot auf Grünland: Gefahr für Rinder

Weder Hundekot noch Dosen oder Flaschen gehören auf Futterwiesen. Im schlimmsten Fall kann das zu Gesundheitsschäden bei Rindern führen. Hinweisschilder sollen Hundehalter und Spaziergänger warnen.

Wenn Hundekot auf Futterwiesen liegen bleibt und somit irgendwann im Tierfutter landet, kann das im schlimmsten Fall zu Krankheiten oder Fehlgeburten bei tragenden Kühen führen. Noch dramatischer kann es werden, wenn Blechdosen, Glas- oder Plastikflaschen auf der Wiese landen und kleingehäckselt in den Futtertrog gelangen. Um auf den Missstand hinzuweisen, hat ein Grasberger Landwirt das Plakat des Bauernverbands im Netz veröffentlicht, um damit auf die Gefahren hinzuweisen. Darauf zu sehen sei ein Kuhkopf und ein Hund unter der Überschrift: „Hundekot macht mich krank.“ Das berichtet der Weser Kurier. Zwar sei der Landwirt generell glücklich, dass so viele Leute sich vorbildlich verhalten und den Kot ihrer Hunde einsammeln und mitnehmen – aber eben nicht alle Hundehalter, heißt es.

Appell an Hundehalter

Da, wo Rinderfutter gewonnen werde, sollten keine Hunde sein. „Die Flächen sind dazu da, Tiere zu ernähren. Futter und Kot gehören nicht zusammen“, meint Landwirt und Hundehalter Stephan Warnken gegenüber dem Weser Kurier. Schon die Vorstellung sei eklig. Der Rinderhalter verlangt von anderen nichts, was er nicht auch selber tut: „Den Hundekot nehmen auch wir Landwirte auf.“

Um seine Rinder vor den Bakterien zu schützen, kontrolliere Warnken seine Wiesen weit vor dem Erntezeitpunkt. Aber wenn danach noch Hundekot auf dem Grün abgelegt wird und so im Futter landet, kann das nicht nur unmittelbar den Tieren schaden, sondern beim Silieren auch zu Fehlgärungen führen. Als Jäger nennt er einen weiteren Grund, warum Hunde nicht auf die Wiesen gehören. „Grünland ist ganzjährig die Heimat von Niederwild wie Hasen, Rehen oder Fasanen.“ Das sei deren Rückzugsgebiet.

Erhebliche Gefahren

Bevor Warnken dort mäht, läuft er das Stück ab und sammelt das Leergut ein, heißt es. Inzwischen überlege er, ob er dieses Stück überhaupt noch mähen wolle. Zu groß sei die Gefahr, dass trotz Magneten im Futtermischwagen und Sensoren im Häcksler zum Aufspüren von Blechstücken etwas auf dem Futtertisch landet. Und gegen Glasscherben helfe auch das nicht. „Im Januar ist eine Kuh deswegen abgegangen“, so der Landwirt gegenüber der Zeitung. Das sei tragisch. Zumal das Tier „höllische Schmerzen“ leide, wenn Metall- oder Glasteile es innerlich zerschnitten. Freilich handele es sich bei den Verursachern um Einzelne, „die meisten sind ja vernünftig“. Vor zehn oder 20 Jahren sei das schlimmer gewesen.

Auch Landwirt Heiko Behrens findet immer wieder Blechdosen auf dem Grünland. „Alle Welt redet vom Umweltschutz und ist nicht in der Lage, so eine Dose in die Tasche zu stecken“, so Behrens. Zur Erntezeit im Mai habe er sogar schon erlebt, dass er Gras gemäht habe und währenddessen Passanten ihren Hund ins Grün koten ließen. Auch dies seien Einzelfälle, aber trotzdem ärgert sich Behrens. Denn: „Das ist der Salatteller unserer Rinder!“

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