Mutterkuhhaltung

Naturschutz mit Weiderindern

Die Grünlandnutzung im südlichen Schwarzwald ist schwierig, aber wichtig für die Artenvielfalt. Ein Produktionskonzept soll Landwirte motivieren, dort (weiterhin) Rinder zu halten.

Steile Lagen, große Felsbrocken, viele Hangmoore und besondere Schutzgebiete mit seltenen Gräsern: Das Grünland im Gebiet Bernau im Schwarzwald gehört nicht zu den produktivsten Grünlandstandorten in Baden-Württemberg. So ist es nicht verwunderlich, dass sich nur noch wenige Rinderhalter der Herausforderung in dem Gebiet südlich des Feldberges annehmen. Das hat wiederum für die Naturlandschaft Konsequenzen: Invasive Arten drängen auf die offenen Flächen und die Verwaldung der ökologisch wertvollen Gebiete nimmt zu.

Ein Projekt mit Partnern aus der Landwirtschaft, Wissenschaft und dem örtlichen Handel (siehe Kasten „Das GIB-Projekt - Schützen durch Nutzen") will nun neue Lösungen finden. Das Ziel: Die Marktsituation der örtlichen Landwirtschaft durch die Nutzung hochwertiger Biorinder in Kombination mit einer regionalen Vermarktung verbessern.

In drei aufeinander folgenden Ausgaben berichtet top agrar über die Ergebnisse des Projektes bezüglich, der Optimierung der Nutzungsflächen, Ökonomie und Vermarktung.

Schwaches Grünland

Zu Beginn des Projektes erfolgte eine Bestandsaufnahme des Grünlands in zwei verschiedenen Gebieten. Dabei bestätigte sich, dass die Beweidung von Naturschutzflächen wirtschaftlich und arbeitstechnisch oft eine Herausforderung ist. Das Futter hat geringe Eiweiß- und hohe Rohfasergehalte und liefert dem Rind damit wenig Energie. Hinzu kommen Zielkonflikte zwischen Naturschutz und Landwirtschaft. Ein zu starres Naturschutzmanagement begrenzt z. B. Erntezeitpunkte und Düngemöglichkeiten. Hier ist viel Kommunikation zwischen den Beiteiligten nötig, um Naturschutz und Nutzung gleichermaßen zu ermöglichen.

Die Unterschung der Flächen in der Region Bernau bestätigt, das beim Weidemanagement Handlungsbedarf besteht. Die vorherrschenden Gründlandtypen sind: extensive Borstgrasrasen, Flügelginsterheiden, extensive Berg-Mähwiesen und mittelintensive Teilstücke. Wie Übersicht 1 zeigt, liegen die Trockenmasse (TM)-Erträge zwischen 40 und 50 kg pro ha, mit teils großen Schwankungen. Bei der vorliegenden Bewirtschaftung blieben zudem teils bis zu 50 % Weiderest stehen. Für Standweiden wäre ein Wert von 30 % des TM-Ertrags akzeptabel.

In Bezug auf die Energiegehalte (Übersicht 2) erreichen die Aufwüchse aller Weidekategorien im Schnitt über das Jahr hinweg nicht die für eine lohnende Rindermast erforderlichen Energiegehalte von 10,4 MJ ME/kg TM.

Weidewirtschaft...


Diskussionen zum Artikel

von Gerhard Steffek

Schon komisch -

Die Naturschützer wollen die Gegend so wie sie ist erhalten, aber die Arbeit machen und das unternehmerische Risiko sollen andere tragen. Sollte man sich mal überlegen.

von Diedrich Stroman

Hunger!

Und wenn sie es selber machen, lassen sie ihre Tiere im Dreck verhungern!!Schuld an ihrem versagen sind dann immer andere! Wo kommen eigentlich die ganzen Experten und Klugscheißer weg??Sollen mal den praktizierenden Landwirt fragen.???Und im Endeffekt geht es nur wieder ums abgrabschen ... mehr anzeigen

von Stefan Lehr

Altbewaehrtes nutzen

Mir geht so ein wenig das Verstaendnis ab, warum die Naturschuetzer wieder mit diversen Bewirtschaftungsregelungen kommen muessen. Wenn ich es richtig verstehe, dann geht es doch um den Erhalt einer alten Kulturlandschaft - oder? Wenn wir uns also nun an die althergebrachten ... mehr anzeigen

von Hans Spießl

Leistung? warum?

ja schon interessant wie da auf Leistung - tägl. Zunahmen gesetzt wird - aber von Nix kommt Nix.... Düngt, Gülle beispielsweise hilft..... aber das ist ja im Bio ein Fremdwort...... Im Pflanzenbau dagegen wird der mangelnde Ertrag durch ... mehr anzeigen

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