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Private Lagerhaltung: Der richtige Weg?

Der europäische Milchindustrieverband begrüßt die Bezuschussung der EU-Kommission für die Private Lagerhaltung. Das European Milk Board fordert eine parallele EU-weit greifende Milchmengenreduzierung.

Lesezeit: 3 Minuten

Die von der EU-Kommission angekündigten 30 Mio. € Hilfe für die Private Lagerhaltung von Magermilchpulver, Butter und Käse können nur ein erster kleiner Schritt sein, erklärt der europäische Milchindustrieverband (EDA) in einer Pressemitteilung. Der Verband gab bekannt, die EU-Kommission aufgefordert zu haben, die am Mittwoch verabschiedeten Vorschläge unverzüglich umzusetzen und die zugesagte Unterstützung dem Ausmaß der Krise sowie der Bedeutung des Milchsektors anzupassen. Denn EU-Kommissar Janusz Wojciechowski habe in seiner Diskussion mit dem europäischen Parlament bestätigt, dass das Ausmaß der Krise die Möglichkeiten des aktuellen Haushalts übertreffe. Laut EDA habe die Coronakrise das Potenzial die größte Krise seit Jahrzehnten zu werden. Die Unterstützung sei für die Milchbranche von zentraler Bedeutung.

EU-weiter Lieferverzicht

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Mit Unverständnis reagiert das European Milk Board (EMB) auf das angekündigte Maßnahmenpaket der EU-Kommission. In einer Pressemitteilung heißt es: Das Instrument der Lagerhaltung hatte – ebenso wie auch der zweite aktuelle Kommissionsvorschlag, Erzeugerorganisationen und Branchenverbänden die Planung der Produktion zu erlauben – schon in der Vergangenheit Krisen nicht eindämmen können. Wie Erwin Schöpges, Vorsitzender des EMB, erläutert, könne man die Krise nur bewältigen, wenn man das zu hohe Angebot bei der Rohmilch durch einen EU-weit koordinierten freiwilligen Lieferverzicht reduziert.Zudem dürften die Lagermengen 45.000 Tonnen für Milchpulver und 60.000 Tonnen für Butter nicht überschreiten.

Wie Menge reduzieren?

Welche Möglichkeiten ein Landwirt hat, die Milchmenge, wie von einigen Molkereien derzeit gefordert, kurzfristig zu minimieren, erklärt Cord Lilie. Er ist Vorsitzender des Ausschusses Milchproduktion und Rinderhaltung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Mitglied der Arbeitsgruppe Spitzenbetriebe Milcherzeugung und Milchviehhalter aus dem Kreis Minden-Lübbecke. In einer DLG-Pressemitteilung heißt es, es zeichneten sich zwei Wege zur Milchmengenreduktion ab: Die Reduktion des Leistungsfutters oder Vorziehen des Trockenstellens und der Vermarktung von Schlachttieren.

Maßnahmen bringen Nachteile für Milcherzeuger

Laut Lilie scheide eine Reduktion des Leistungsfutters aus, da es aus Tierschutzgründen nicht zu vertreten sei, hochleistende Tiere nicht ausreichend zu versorgen. Niederleistende Kühe erhielten nur geringe Mengen Leistungsfutter und würden nur sehr begrenzt mit einer Abnahme der Milchleistung reagieren. Die Veränderungen der Milchleistung hätte Lilie zufolge erhebliche Auswirkungen zum Beispiel auf die Leistungsdaten der Tiere. Das wirke sich wiederum auf die zukünftige Vermarktung von Zuchttieren und auch auf die Zuchtwerte von töchtergeprüften Zuchtbullen aus.

Durch das vorzeitige Trockenstellen und Schlachten von Abgangskühen kann eine begrenzte Drosselung auf Einzelbetriebsebene erfolgen. Allerdings seien Größenordnungen von 20 % oder mehr auch hiermit nicht realisierbar. Denn auch hier kämen wieder Tierschutzgesichtspunkte zum Tragen, wenn in großem Umfang Tiere mit mehr als 30 l Tagesleistung trockengestellt werden.

Molkereien sind in der Pflicht

Da eine Begrenzung der Produktion auf den landwirtschaftlichen Betrieben immer auch mit Einkommensverlusten einhergehe, fordert der Milchviehhalter die Verarbeitungsbranche dazu auf, zur Entschärfung der Krise beizutragen. „Jetzt wäre es von Vorteil, wenn wir über eine Branchenorganisation verfügen würden, die für einen solidarischen Mengenausgleich zwischen den Molkereien sorgen würde“, erklärt er.

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