Tierwohl im Norden

"Pro Weideland" Gütesiegel wird in Haltungsform Stufe 3 gelistet

Rindfleisch mit Pro Weideland-Gütesiegel ist jetzt mit dem Haltungsform-Siegel Stufe 3 für Außenklima ergänzt.

Verbraucher können neuerdings anhand des orange-weißen Labels "Pro Weideland" und der „Haltungsform Stufe 3“ erkennen, dass Rindfleisch aus dem Programm aus einer Haltung stammt, die weit über die gesetzlichen Standards hinausgeht. Wie das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen mitteilt, sei Pro Weideland damit das erste Gütesiegel, das auf dem deutschen Markt bei Rindfleisch die anspruchsvollen Kriterien von Stufe 3 (Außenklima) erfüllt.

Info: Das grüne Rundsiegel "Pro Weideland" ist Eigentum des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen e.V. mit Sitz in Ovelgönne. Es wird von der Pro Weideland GmbH verwaltet. 2017 wurde das Gütesiegel eingeführt. Die Molkerei Ammerland stieg als erste Molkerei in das Programm ein. Ihr folgten weitere aus ganz Deutschland, u.a. Arla, sowie FrieslandCampina aus den Niederlanden. Die Produktpalette wurde kontinuierlich vergrößert. Zu der anfänglich gelabelten Milch kamen Käse, Butter und zuletzt Fleisch hinzu. Hinter der Initiative stehen fast 40 Vertreter aus Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz, Wissenschaft und Politik, wie das Agrar- und Umweltministerium aus Niedersachsen, das Agrarministerium Schleswig-Holstein, die BLE sowie der Umweltsenat Bremen. Vertreter aus Umwelt- und Tierschutz sind beispielsweise der BUND, ProVieh und die Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz.

Haltungsform Stufe 3 (Außenklima) entspricht nach Stufe 4 (Premium), mit der für Rind bisher nur Bioprodukte gelistet sind, der zweithöchsten Stufe. Die Stufen geben an, wie hoch das Tierwohl-Niveau bei der Haltung der Tiere war, von denen das Fleisch stammt.

Eingeordnet in die jeweilige Haltungsform von Stufe 1 bis 4 werden die am Markt befindlichen Tierwohl-Siegel für Fleischprodukte von der Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung. Diese ist zugleich Trägerin der Initiative Tierwohl. Bisher wurde Rindfleisch nur in den Stufen 1 (Stallhaltung) und 4 (Premium) gelistet, so das Grünlandzentrum weiter.

Die Einstufung von Pro Weideland in das System Haltungsform ist ein wichtiger Indikator dafür, „dass der Handel das Siegel ernst nimmt“, erläutert Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl. Es gebe zahlreiche Label am Markt, so Hinrichs, die nicht alle automatisch gelistet würden.

Die Initialzündung, ein Produkt einzuordnen, muss jeweils von einem der teilnehmenden Lebensmitteleinzelhändler ausgehen, die sich vor einem Jahr auf die gemeinsame Kennzeichnung geeinigt hatten. Wenn, wie bei Pro Weideland geschehen, die Kriterien der jeweiligen Stufe erfüllt sind und die Aufnahme in die Kennzeichnung bewilligt ist, dürfen auch andere teilnehmende Lebensmitteleinzelhändler das jeweilige Fleisch mit der Haltungsform labeln.

Was bedeutet das für Kühe?

Laut Luisa Jäger vom Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen haben Milchkühe, die in das PRO WEIDELAND Programm aufgenommen werden, ganzjährige Bewegungsfreiheit, grasen an mindestens 120 Tagen 6 Stunden lang auf der Weide und erhalten nur Futter entsprechend dem VLOG-Standard ohne Gentechnik. Pro Kuh und Jahr müssen mindestens 2000m² Grünland und davon mindestens 1000m² Weidefläche zur Verfügung stehen.

Produkte

Zu den gelabelten Pro Weideland Rindfleisch-Produkten zählen Hackfleisch, Burger-Patties und Gulasch. Das Fleisch stammt von Weiderindern vorrangig aus dem Raum Oldenburg/Ostfriesland und den umliegenden Weideregionen. Vermarktet wird es von der Westfleisch SCE aus dem westfälischen Münster.

Erst vor gut einem Jahr war Westfleisch als erster Fleischverarbeiter bei Pro Weideland eingestiegen und bietet seine Produkte seither in ausgewählten Lebensmittelmärkten an. Heribert Qualbrink, Einkaufsleiter Landwirtschaft bei Westfleisch, bilanziert: „Das Konzept kommt an und stellt für interessierte Konsumenten eine echte Alternative zur direkten Unterstützung der Landwirtschaft bei gleichzeitiger Förderung des Tierwohls dar.“


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