„Weidemilch hält ihr Versprechen nicht“

Die Weidemilch-Kennzeichnung ist vor allem eine Werbemaßnahme. Sie hält ihre Versprechen gegenüber Verbrauchern wie Milcherzeugern nicht. Das sagte Eckard Wendt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung (AGfaN), anlässlich des Starts der Weidesaison in Niedersachsen.

Tobende Kuh beim Weideaustrieb. (Bildquelle: AGfaN)

Die Weidemilch-Kennzeichnung ist vor allem eine Werbemaßnahme. Sie hält ihre Versprechen gegenüber Verbrauchern wie Milcherzeugern nicht. Das sagte Eckard Wendt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung (AGfaN), anlässlich des Starts der Weidesaison in Niedersachsen.

 „Wer die überschwängliche Freude, die ihren Ausdruck in Freudensprüngen und intensivem Wälzen im frischen Gras auch nur einmal miterlebt hat, weiß, was den Tieren bei reiner Stallhaltung vorenthalten wird“, sagte Wendt. Besonders diejenigen Kühe würden hinausrennen, die schon mindestens eine Saison den Aufenthalt auf den Weiden erleben durften.

Unter dem Siegel „Pro Weideland“ werde die Milch als Weidemilch vermarktet, wenn für jede Kuh mindestens 2.000 m² Weide vorhanden sind und die Landwirte sich verpflichten, ihre Kühe im Sommerhalbjahr an mindestens 120 von 180 Tagen für jeweils sechs Stunden auf die Weiden zu lassen. Hieraus sei ersichtlich, dass Weidemilch zu einem nicht zu vernachlässigenden Teil aus Stallmilch bestehe. „Auch wenn diese Bedingungen im kleingedruckten Teil auf den Milchverpackungen stehen, handelt es sich in erster Linie um eine Werbemasche“, sagt Wendt.

Bereits bei der Vorstellung des Programms sei den Landwirten ein Preisaufschlag von 5 Cent/kg Milch in Aussicht gestellt worden, weil Weidehaltung mit nicht unerheblichem zeitlichen Mehraufwand verbunden ist. Tatsächlich bekämen Milcherzeuger aber nur 1 Cent/kg höheres Milchgeld. Begründet werde dies damit, dass die Werbungskosten so hoch seien. So würden nicht nur die Verbraucher, sondern auch die Milchviehhalter mit Versprechungen über den Tisch. Die AGfaN kritisiert außerdem, dass es bislang abgelehnt werde, die am "Pro Weideland"-Programm beteiligten Höfe mit Hofschildern kenntlich zu machen.

Artikel geschrieben von

Katharina Lütke Holz

Redakteurin Rinderhaltung

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