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Statistische Bundesamt

Weniger Rinder, weniger Halter, aber größere Bestände

Die Zahl der Rinder und Halter geht in Deutschland immer weiter zurück. 26 % der Betriebe halten über 100 Tiere, das sind 75 % des Gesamtbestandes. Rapide nimmt die Zahl der Milchviehhalter ab.

Lesezeit: 3 Minuten

Das Statistische Bundesamt zählt im Halbjahresrhythmus die Viehbestände in Deutschland. Nach den Mai-Ergebnissen hält der starke Strukturwandel in der deutschen Nutztierhaltung auch in 2020 weiterhin an.

Nach den Ergebnissen der Mai-Zählung 2020 lag die Zahl der in Deutschland gehaltenen Rinder bei rund 11,4 Mio. Stück. Damit ist der deutsche Rinderbestand gegenüber Mai 2019 weiter zurückgegangen (- 2,9 %), heißt es im aktuellen DBV-Situationsbericht. Die Zahl der Rinderhalter verringerte sich auf 133.200 (- 2,1 %).

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75 % der Rinder in Beständen mit 100 und mehr Rindern

Der Anteil der Betriebe mit 100 und mehr Rindern liegt zwar nur bei gut 26 %, sie halten aber drei Viertel aller Tiere (75 %). Dabei treten deutliche regionale Unterschiede auf. Während in den östlichen Ländern der Anteil der Tiere in den Größenklassen ab 100 Rinder um die 90 % liegt, werden in Süddeutschland etwa drei Fünftel der Rinder in Beständen mit 100 und mehr Rindern gehalten.

38 % weniger Milchviehhalter binnen 10 Jahre

In 2020 ist die Zahl der Milchkuhhalter in Deutschland weiter stark zurückgegangen. Im Mai 2020 wurden 58.400 Milchviehhalter und damit im Jahresvergleich 4,5 % weniger gezählt. Bereits in den Vorjahren war die Zahl der Milchviehhalter stark geschrumpft (- 5,6 % in 2017, - 5,0 % im Jahr 2018, - 4,5 % 2019). Damit hat sich die Zahl der Milchviehhalter in den vergangenen 10 Jahren um 38 % verringert. Die Zahl der Milchkühe reduzierte sich gegenüber Mai 2019 um 2,4 % auf 3,97 Mio. Tiere. Im 10 Jahresvergleich fällt das Tierbestandsminus mit 5,1 % deutlich größer aus, schreibt der DBV weiter.

Durchschnittlicher Bestand bei 68 Milchkühen

Durchschnittlicher Bestand bei 68 MilchkühenIm Bundesdurchschnitt hält ein Milchviehhalter 68 Milchkühe. Groß sind die regionalen Unterschiede. Die größten Herden befinden sich in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Durchschnittsgrößen von 232 bzw. 235 Kühen. Relativ klein sind die durchschnittlichen Milchviehbestände in Bayern (42 Kühe), Baden-Württemberg und Hessen (jeweils 53 Kühe).

56 % der Milchkühe in Beständen mit 100 und mehr Milchkühen

In Beständen mit 100 und mehr Milchkühen – das sind fast 19 % aller Milchviehhaltungen – standen im Mai 2020 rund 56 % der deutschen Milchkühe. Die Anzahl der Milchviehhaltungen mit über 500 Milchkühen stieg 2020 auf 557. Deren Milchviehherden machen mit 459.200 Tieren fast 12 Prozent des deutschen Milchviehbestandes aus.

Etwas weniger Ammen- und Mutterkühe

Im Mai 2020 wurden in Deutschland 640.100 Ammen- und Mutterkühe gezählt. Damit ist der Bestand an Ammen- und Mutterkühen im Jahresvergleich um 1,9 % zurückgegangen. Die Zahl ihrer Halter ist weiter leicht rückläufig (gegenüber 2019 - 0,3 %).

Die insgesamt 49.400 Ammen- und Mutterkuhhalter hielten zuletzt im Durchschnitt 13 Ammen- und Mutterkühe. Der Schwerpunkt dieser Art von Rinderhaltung liegt in Ostdeutschland, wo 39 % aller deutschen Ammen- und Mutterkühe gehalten werden. Die meisten Ammen- und Mutterkühe werden mit rund 87.000 Tieren in Brandenburg gehalten. Der Durchschnittsbestand liegt dort bei 34 Ammen- und Mutterkühen.

Holstein-Schwarzbunt und Fleckvieh sind die dominierenden Rinderrassen

Die mit Abstand bedeutendsten Rinderrassen sind die Milchnutzungsrasse „Holstein-Schwarzbunt“ mit rund 4,54 Mio. Tieren, gefolgt von der Doppelnutzungsrasse „Fleckvieh“ mit rund 3,21 Mio. Tieren. Mit großem Abstand folgen Kreuzungstiere aus verschiedenen Fleischrinderrassen und die Milchnutzungsrasse „Holstein-Rotbunt“ mit 0,63 bzw. 0,51 Mio. Tieren. Bei der Viehzählung werden auch Büffel und Bisons erfasst. Davon gab es im Mai 2020 10.000 Tiere. Das Gesamtergebnis wird davon nicht beeinflusst.

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