Schweinekrise

Aktionswoche: Schweinehalter fordern Bekenntnis zu 5xD

Bei einer bundesweiten Aktion soll in den sozialen Netzwerken auf die besorgniserregende Situation der Schweinehalter aufmerksam gemacht werden.

Schweinemäster und Ferkelerzeuger stecken in der schwersten Krise seit Jahrzehnten. Seit Anfang der Woche zeigen Schweinehalter im Internet mit ihren Videobotschaften, dass ohne das Festschreiben einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung und weiterer Rahmenbedingungen seitens der Politik und ohne dem Bekenntnis der Verbraucher zu den deutschen, qualitativ hochwertigen Produkten in vielen Schweineställen Niedersachsens in naher Zukunft für immer das Licht ausgehen wird. Dies erklärte das Landvolk Niedersachsen in einer Pressemitteilung.

Auch Landvolkpräsident Hennies nimmt teil

„Die Lage unserer Schweinemäster und Ferkelerzeuger ist weiterhin existenzbedrohend. Wir dürfen nicht aufhören, auf diese schlimme Situation aufmerksam zu machen und appellieren deshalb nun auch mit Videos betroffener Landwirte an Politik, Lebensmittelhandel und Verbraucher, sich für das in Deutschland geborene, aufgezogene, gemästete, geschlachtete und verarbeitete Schwein – also 5xD – zu bekennen“, verweist auch Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies mit einem eigenen Video auf die Aktionswoche.

Der mangelnde Einsatz von Politik und Lebensmittelhandel lässt Niedersachsens Bauern befürchten, dass diese Akteure die schwierige Lage der Schweinebauern nicht ernstnehmen und deren Situation gar verkennen. „Der Lebensmittelhandel muss sich endlich zu seiner Verantwortung bekennen, indem er das deutsche Fleisch, das zu höheren Tierwohlstandards produziert wird, auch fair bezahlt“, sagt Hennies.

Aber vor allem die Politik müsse endlich ihre Hausaufgaben machen. „Wir benötigen Baugenehmigungen, um auf die gewünschten Tierwohlställe umbauen zu können. Unsere Bauern brauchen ein sicheres Einkommen aus diesem Bereich. Sie brauchen eine sichere Finanzierung höherer Tierwohlstandards, und das muss endlich von der neuen Regierung umgesetzt werden“, fordert der Landvolkpräsident.

Das gilt auch für die verpflichtende Kennzeichnung der Herkunft und der Haltungsform, damit der Verbraucher erkennen kann, woher die Lebensmittel kommen und wie sie produziert wurden. „Hier setzen wir auch auf die Unterstützung der Verbraucher. Achten Sie bitte beim Einkauf darauf, dass Wurst und Fleisch aus Deutschland kommen und unterstützen sie somit unsere Forderung nach 5D, damit auch zukünftig gutes Fleisch aus Deutschland oder gar aus der Region kommen kann“, appelliert Hennies abschließend an die Verbraucher.

DVT spricht sich für ganzheitlichen Ansatz in der Landwirtschaft aus

Auch der Deutsche Verband Tiernahrung e.V. (DVT) erhofft sich von der zukünftigen Bundesregierung klare politische Rahmenbedingungen und eine Orientierung an bereits vorliegenden Rahmenplänen. So könne der gesellschaftlichen Wunsch nach erhöhten Qualitätskriterien in der Tierhaltung langfristig umgesetzt werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbands. „Wie erfolgreich die Transformation in der Land- und Ernährungswirtschaft und somit auch der Tierhaltung gelingt, hängt maßgeblich von der Umsetzung vorliegender Strategiepläne ab“, sagte Dr. Hermann-Josef Baaken, Sprecher der Geschäftsführung des DVT, auf dem Agrarhandelstag zur Zukunft der Landwirtschaft in Warberg.

Dass die Transformation bereits einsetzt, zeigen die Rückgänge in den Tierbeständen, heißt es vom DVT. So sank der Gesamtbestand in der Schweinehaltung im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent. Bei Ferkeln, Zuchtsauen und trächtigen Jungsauen lasse die Abnahme mit bis zu zehn Prozent bereits erahnen, was auf die Wertschöpfungskette zukommen werde.

„Wenn auch die sinkenden Tierbestände zunächst krisenbedingt sind, spielen dennoch langfristige, marktunabhängige Faktoren eine bedeutende Rolle. Neben steigenden Auflagen für die Tierhalter sind vor allem neue gesellschaftliche Ansprüche Treiber der Entwicklung“, sagte Baaken. Der gesellschaftliche Wunsch nach einer stärker am Tierwohl orientierten Haltung müsse dabei Hand in Hand gehen mit der Existenzsicherung der heimischen Landwirtschaft und der mit ihr verbundenen Branchen, so Baaken weiter.

LFD Holding unterstützt Initiative 5xD

Die LFD Holding als einer der größten Ferkelzuchtbetriebe in Deutschland unterstützt die Forderung des Landvolks Niedersachsen und anderer Branchenvertretungen nach der sog. 5xD Herkunfts-Kennzeichnung. Das Unternehmen betreibt Ferkelzuchtbetriebe an mehreren Standorten in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Brandenburg, Sachsen und Bayern. Wer regionale Lebensmittel und faire Bedingungen für Tiere wie Tierhalter haben will, sollte sich diesem Grundsatz anschließen, erklärte die LFD Holding in einer Pressemitteilung.

Auch gelte es, vernünftige Veränderungsvorschläge für die Branche wie andere Stall- und Haltungsformen oder Kapazitätsabbau politisch wie finanziell zu unterstützen, so die LFD-Holding weiter. Wer mehr Regionalität und mehr Tierwohl wolle, müsse dies auch konkret angehen. Mit 5xD seien dem Argument, Kapazitätsabbau in Deutschland führe zu mehr Importen von Schweinefleisch, klare Grenzen gesetzt.


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