Afrikanische Schweinepest

ASP breitet sich weiter in Asien und Osteuropa aus

In Asien sind bereits elf Länder von der Seuche betroffen. Und auch in Osteuropa sorgt das ASP-Virus weiterhin für neue Ausbrüche in Wild- und Hausschweinebeständen.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) verbreitet sich in Asien immer weiter und verursacht dort massive Tierverluste. Zuletzt hat das Virus einen Sprung von mehreren Tausend Kilometern über das Meer gemacht: In Osttimor, gelegen zwischen Indonesien und Australien, gab es mehr als 100 ASP-Ausbrüche in kleinen Hinterhofhaltungen. Besonders alarmiert zeigte sich Australien, weil das Virus nun weniger als 700 km von der Grenze entfernt ist. „Bis Ende dieses Jahres wird ein Viertel der Schweine auf der Welt der ASP zum Opfer gefallen sein, und es gibt keinen Impfstoff und keine Heilung", warnte Australiens Landwirtschaftsministerin Bridget McKenzie. Sie kündigte an, die Schutzmaßnahmen an den Außengrenzen zu verstärken, um eine Einschleppung zu verhindern. Dazu zählen vermehrte Stichproben von Flugreisenden aus ASP-Gebieten und der Einsatz von Spürhunden. Internationale Besucher, die gefährliche und nicht angemeldete Güter wie Schweinefleisch aus Infektionsländern einführten, könne die Einreise nach Australien verweigert werden, betonte die Ministerin. Ihr zufolge werden wöchentlich bei Grenzkontrollen im Schnitt rund 100 kg illegale Schweinefleischerzeugnisse sichergestellt. „In immer wettbewerbsintensiveren Märkten ist unsere Freiheit von Krankheiten wie der Afrikanischen Schweinepest von zentraler Bedeutung für unseren Handel mit all unseren landwirtschaftlichen Produkten, und wir müssen dies schützen“, bekräftigte McKenzie.

Millionen Schweine gekeult

Osttimor ist mittlerweile das elfte asiatische Land, in dem die ASP festgestellt wurde. Zu den betroffenen Ländern gehört seit Mitte September auch Südkorea, wo die Zahl der Ausbrüche nahe der Grenze zu Nordkorea auf 13 gestiegen ist. Es wurden dort bereits rund 100.000 Schweine gekeult; bald sollen es nach Abschluss der Maßnahmen 150.000 Tiere sein. Auch in Vietnam gab es zuletzt weitere ASP-Fälle. Dort wurden nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) bereits mehr als 5 Mio. Schweine im Zuge der Seuchenbekämpfung getötet. Dagegen nimmt sich die für China offiziell genannte Zahl von 1,2 Mio. gekeulten Schweinen angesichts des umfangreicheren Bestandes recht klein aus. Der Bestandsabbau ist jedoch um ein Vielfaches höher, da vor allem kleinere Erzeuger ihre Produktion eingestellt haben. In den ebenfalls betroffenen Ländern Philippinen, Laos, Kambodscha und Myanmar hat es nach Angaben der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und laut nationalen Presseberichten ebenfalls neue Ausbrüche gegeben. Dort fielen mehrere 10.000 Schweine der Tierseuche zum Opfer.

Neue Ausbrüche in Osteuropa

Auch in Europa bereitet die ASP weiter Probleme. In Rumänien gab es in der letzten Septemberwoche fast 50 Ausbrüche in kleineren Schweinehaltungen. Im bisherigen Jahresverlauf waren es Anfang Oktober bereits 1.453 Fälle in Nutztierbeständen. Nach Angaben der bulgarischen Landwirtschaftsministerin Dessislava Taneva hat der Seuchenzug zu einem Rückgang der Schweinebestände von 20 % geführt. Ausgehend von 6,21 Mio. Schweinen im Dezember 2018 wären das gut 1,2 Mio. Tiere weniger. Taneva erklärte, dass sie sich in Gesprächen mit der EU-Kommission über weitere finanzielle Hilfen aus Gemeinschaftsmitteln für die Erzeuger beim Bestandsaufbau und für Biosicherheitsmaßnahmen befinde. In Ungarn sind vergangene Woche in einem Wildgehege bei Budapest Dutzende an ASP verendete Wildschweine gefunden worden. Derzeit würden die restlichen Tiere des abgezäunten Geheges erschossen, erklärte der ungarische Landesveterinär Lajos Bognar dem staatlichen Fernsehsender M1. Es sei mit Sicherheit davon auszugehen, dass Menschen das Virus in das Wildgehege eingeschleppt hätten.

Wildschweine werden resistent

Während die ASP in polnischen Schweinehaltungen etwas abgeflaut ist, hält das Seuchengeschehen bei Wildtieren unvermindert an. Die oberste Veterinärbehörde des Landes bestätigte zuletzt einen Seuchenausbruch in einem Schweinestall im westlichen Teil der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Betroffen ist ein vergleichsweise kleines Unternehmen mit insgesamt 32 Tieren. Laut Behördenangaben handelte es sich dabei um den 46. Ausbruch bei Hausschweinen in diesem Jahr. Zuvor hatte es fast einen Monat lang keinen bestätigten Fall in der Landwirtschaft gegeben. Bis dahin waren im Rahmen der seuchenrechtlichen Vorschriften laut Veterinärbehörde bereits fast 35.300 Tiere gekeult worden. Unterdessen registrierten die zuständigen Stellen in den vergangenen zwei Wochen weitere 32 ASP-Fälle mit insgesamt 35 Wildschweinen. Mehr als die Hälfte der Tiere soll ASP-Antikörper aufgewiesen haben, was nach Einschätzung der beteiligten Fachleute auffällig ist, da der Anteil entsprechender Fälle bisher deutlich niedriger lag. Sollte die Zahl solcher teilresistenter und damit noch lange mobiler Tiere tatsächlich zunehmen, könnte dies die Ausbreitung der Seuche befördern. Auch in Belgien sind im Infektionsgebiet ASP-resistente Wildschweine festgestellt worden, die nun gezielt bejagt werden sollen.

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