top agrar plus Afrikanische Schweinepest

ASP-Ausbruch: Das gilt im Ernstfall

Was müssen Sie aktuell beachten, wenn Ihr Betrieb beim Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in eine der Restriktionszonen rutscht? top agrar gibt Ihnen einen Überblick über die geltenden Vorgaben.

Sperrzonen I, II und III, Kern-, Beobachtungs- und gefährdetes Gebiet, weiße Zone, und, und, und. Haben Sie noch den Überblick, welche Restriktionszonen bei einem Ausbruch der ­Afrikanischen Schweinepest eingerichtet werden, wie groß sie sind und wie lange die Beschränkungen gelten? Oder welche unterschiedlichen Folgen ein ASP-Nachweis bei Wild- oder Hausschweinen hat?

Durch notwendige Anpassungen an das seit April 2021 geltende EU-Tiergesundheitsrecht (Animal Health Law) sind bei der ASP-Bekämpfung neben der deutschen Schweinepestverordnung auch diverse EU-Verordnungen zu beachten. Wobei das EU-Recht Vorrang hat. Bislang wurden die EU- und natio­nalen Vorgaben noch nicht in einer einheitlichen Schweinepestverordnung gebündelt. Das führt dazu, dass die Bundesländer die Gesetzestexte teilweise unterschiedlich interpretieren und vergrößert die Verwirrung.

Damit Sie den Überblick behalten, hat top agrar die aktuell geltenden Vorgaben zusammengefasst.

ASP-Fund bei Wildschweinen

Ziel aller Bekämpfungsmaßnahmen nach einem ASP-Fund bei Wildschweinen ist, die Seuchenfreiheit in der Region so schnell wie möglich zurückzuerlangen. Nach EU-Recht dürfen die Restriktionen erst aufgehoben werden, wenn von Wildschweinen keine Gefahr einer ASP-Einschleppung mehr ausgeht.

Nach einem ASP-Fund weist die zuständige Behörde unverzüglich Restriktionsgebiete aus, intensiviert die Suche nach weiteren infizierten Wildschweinen und lässt Ansteckungsquellen (Wildschweinkadaver) zügig aus dem Seuchengebiet entfernen. Darüber hinaus können Wildzäune errichtet werden, um eine weitere Verschleppung des Virus innerhalb der Sperrzone oder auch nach außerhalb zu verhindern.

Restriktionszonen

Die Behörden vor Ort weisen die Res­triktionsgebiete risikoorientiert und ­unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten aus (Aufenthaltsräume der Wildschweine, Streifgebiete, Wildwechsel, etc.). Nach EU-Recht werden sie als  Sperrzone I  (bisher Pufferzone) und  Sperrzone II  oder  infizierte Zone  (bisher gefährdetes Gebiet) definiert. Innerhalb der Sperrzone II können die Behörden vor Ort zusätzlich ein  Kerngebiet  und eine  weiße Zone  deklarieren (siehe Übersicht 1). Beide sind Bestandteil der Sperrzone II.

Das Kerngebiet und die weiße Zone können eingezäunt werden, um das Abwandern der dort befindlichen Wildschweine zu vermeiden. Ziel ist, alle Wildschweine aus dem Kerngebiet und aus der weißen Zone zu entnehmen.

Für die Größe der Sperrzonen gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Der Radius des Kerngebietes beträgt ca. 2 bis 4 km rund um den Abschuss- bzw. Fundort des infizierten Wildschweines. Der Radius kann sich bei weiteren Funden jedoch rasch vergrößern.

Der Radius der Sperrzone II (bisher gefährdetes Gebiet) beträgt ca. 15 km. Die daran anschließende Sperrzone I (bisher Pufferzone) weist in der Regel einen Radius von 30 bis 45 km auf. ­Innerhalb und am Rand der Sperrzone II können die Veterinärbehörden den Bau weiterer Schutzzäune anordnen, um die Bewegungsfreiheit der Wildschweine einzuschränken. Die Region außerhalb der Sperrzone I gilt als ASP-freies Gebiet.

Meldepflichten/Kontrollen

Liegt Ihr Betrieb in Sperrzone I oder in Sperrzone II, müssen Sie der zuständigen Behörde unter anderem unverzüglich die Anzahl der gehaltenen Schwei-ne melden, inklusive der Nutzungsart und des Standortes. Außerdem sind Sie verpflichtet, dem Veterinäramt verendete oder erkrankte Schweine anzuzeigen – insbesondere wenn sie unter Fieber leiden.

Im Rahmen von Bestandskontrollen überprüfen die Veterinärbehörden unter anderem auch das Bestandsregister. Halten Sie die Angaben im Bestands­register und in der HIT-Datenbank deshalb immer auf dem neuesten Stand. Das gilt auch für das Besucherbuch, damit im Seuchenfall so schnell wie möglich alle Kontakte zurückverfolgt werden können.

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