Afrikanische Schweinepest

ASP: Frankreich besiegelt Regionalisierungsabkommen mit China

Frankreich ist es als erstem EU-Land gelungen, ein ASP-Regionalisierungsabkommen mit China zu unterzeichnen.

Nach vier Jahren harter und mitunter zäher Verhandlungen ist es Frankreich jetzt als erstem EU-Land gelungen, mit China ein ASP-Regionalisierungsabkommen abzuschließen. Es besagt, dass Frankreich auch im Falle eines ASP-Ausbruchs weiterhin Schweinefleisch nach China exportieren darf. Voraussetzung ist allerdings, dass weniger als 20 % aller französischen Departements vom ASP-Geschehen betroffen sind. In diesem Fall wären nur die jeweiligen Regionen von ASP-Ausfuhrbeschränkungen nach China betroffen.

Verhandlungen auf höchster Ebene

Wie das französische Onlineportal „Porcmag“ berichtet, wurden die Verhandlungen auf höchster politischer Ebene zwischen dem französischen Minister für Wirtschaft, Finanzen und Aufschwung, Bruno Le Maire, und dem stellvertretenden Ministerpräsidenten der Volksrepublik China, Hu Chunhua, geführt. „Diese Vereinbarung sichert die Exporte unserer Schweineproduzenten. Sie ist eine entscheidende Garantie für stabile Preise und den Wohlstand unserer Landwirte“, hob der französische Wirtschaftsminister die Bedeutung des Abkommens hervor.

Vorlage für andere Länder

Minister Bruno Le Maire zeigte sich zudem zuversichtlich, dass die Vereinbarung mit China eine Vorlage für weitere Sektoren der französischen Wirtschaft und auch für andere Länder sein könne.

K O M M E N T A R

Lehnert

top agrar-Redakteur Henning Lehnert kommentiert das Regionalisierungsabkommen Frankreichs mit China. (Bildquelle: Meckel)

Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Während Deutschland beim Thema Regionalisierungsabkommen weiter herumeiert, schafft Frankreich Fakten. Dort hat sich der Wirtschaftsminister höchstpersönlich darum gekümmert, dass französisches Schweinefleisch auch bei einem ASP-Ausbruch aus den ASP-freien Regionen weiter nach China geliefert werden kann. In Deutschland hingegen hat man bisher geglaubt, dass die Staatssekretäre das schon regeln werden. Doch in China ist das Thema auf höchster politischer Ebene angesiedelt, und man erwartet Verhandlungspartner auf Augenhöhe. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir täte gut daran, sich des Themas schnell anzunehmen. Damit könnte er gleich zu Beginn seiner Amtszeit wertvolle Pluspunkte sammeln und dafür sorgen, dass die Veredler wieder Licht am Ende des Tunnels sehen.


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