Zentraler Krisenstab Tierseuchen

ASP: Kasch fordert bessere Koordination

Bei der heutigen Sitzung des Zentralen Krisenstabes Tierseuchen hat Staatssekretärin Beate Kasch ein koordiniertes Vorgehen bei der ASP-Bekämpfung angemahnt.

Von Potsdam aus leitete heute Staatssekretärin Beate Kasch vom Bundeslandwirtschaftsministerium im Rahmen einer Telefonkonferenz den Zentralen Krisenstab Tierseuchen, um die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Brandenburg abzustimmen. Gemeinsam mit Brandenburgs Verbraucherschutzstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer tauschte sie sich mit den Amtschefs der für die Tierseuchenbekämpfung zuständigen Länderministerien und Vertretern des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) zur aktuellen Infektionslage und den notwendigen Schutzvorkehrungen aus.

Zwei ASP-Hotspots

Kasch erläuterte zunächst, dass sich das Ausbruchsgeschehen der ASP auf zwei Hotspots konzentriere. Sie liegen in den Landkreisen Spree-Neiße und Oder-Spree. Seit dem Erstfund am 9. September wurden in der Region bis gestern 20 ASP-Funde amtlich bestätigt. Heute gab es weitere Kadaverfunde im Landkreis Spree-Neiße. Die Untersuchungsergebnisse des Landeslabors Berlin-Brandenburg stehen aber noch aus. Hausschweinebestände sind von der Seuche bisher nicht betroffen.

Staatssekretärin Kasch betonte in Potsdam, dass eine große Kraftanstrengung und ein gesschlossenes Auftreten vor Ort erforderlich seien, um die Tierseuche einzudämmen. „Wir haben die Erwartung an Brandenburg, dafür Sorge zu tragen, dass die zuständigen Vor-Ort-Behörden abgestimmt und einheitlich vorgehen“, so Kasch. Es sei Aufgabe des Landeskrisenzentrums Brandenburg, hier zu koordinieren und zu steuern.

DBV kritisiert unkoordiniertes Vorgehen

Hintergrund: Der Deutsche Bauernverband (DBV) hatte Brandenburgs Vorgehen nach dem Ausbruch der Seuche scharf kritisiert. Es gebe keine klare Linie. „Wir haben überhaupt kein Verständnis dafür, wenn am Tag X die Bekämpfungsmaßnahmen erst mit Verzögerung anlaufen und mehrere Krisenstäbe nebeneinander her arbeiten, ohne dass eine einheitliche Linie zu sehen ist“, kritisierte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Dieses „Chaos“ müsse schnell ein Ende haben!

Klare Handlungsvorlagen seien vorhanden, bestätigte Staatsekretärin Kasch. In den vergangenen Jahren seien im Rahmen der gemeinsamen „Bund-Länder Task Force Tierseuchenbekämpfung“ umfassende Checklisten, Verfahrensanweisungen und Maßnahmenpläne erarbeitet worden. Zusammen mit den Erkenntnissen der Experten vor Ort gelte es jetzt, die Virusverbreitung in der Schwarzwildpopulation zu analysieren und die Hausschweinebestände bestmöglich zu schützen.

EU-Expertenteam vor Ort

Am Morgen hatte Beate Kasch in Berlin bereits Experten der EUVET-Teams – des europäischen Veterinär-Notfallteams – getroffen, die anschließend in das von der ASP betroffene Gebiet reisten. Dass das EUVET-Team, das die Europäische Kommission berät, sich vor Ort selbst ein Bild macht, ist ein übliches Verfahren. „Bereits Anfang des Jahres überzeugten sich die Veterinärexperten, die auch schon die Ausbrüche in Tschechien, Belgien und Polen begleiten haben, in Brandenburg und Sachsen über den Stand der Präventionsmaßnahmen.

Für Deutschland sei die Arbeit der EUVET-Gruppe ein sehr hilfreicher Baustein zur Unterstützung der Behörden vor Ort, betonte das BMEL in einer Presseerklärung. Die europäischen Experten werden nach ihrer Bereisung einen Bericht mit Handlungsempfehlungen und Hilfestellungen abgeben. Das Bundesministerium unterstützt sie dabei organisatorisch. "Der fachliche Austausch ist wichtig", betonte Heyer-Stuffer. Die Empfehlungen und Hinweise werde man konsequent umsetzen.


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Diskussionen zum Artikel

von Bernd Nienhaus

Theoretisch sind wir Weltmeister!

Natürlich ist es alles nicht einfach. Aber solche Aussagen und der Status vor Ort lassen einen schon verzweifeln. “Es sind umfassende Checklisten, Verfahrensanweisungen und Maßnahmenpläne erarbeitet worden.“ “Virusverbreitung in der Schwarzwildpopulation analysieren“ Taten ... mehr anzeigen

von Willy Toft

Für den Tag X war anscheinend gerüstet!

Erstmal wurde das Wochenende eingeläutet, und anschließend der Zaun aufgestellt! Jeder Wolfszaun sieht besser aus, und hält womöglich auch Schweine ab! Hier werden die Wildschweine regerecht eingeladen, bei soviel Dilettantismus vor Ort! Eine ganze Nation kommt in wirtschaftliche ... mehr anzeigen

von Gerd Uken

Ob die auch aufm Schirm haben

Das sogenannte Räuber und Aasfresser sich an Tierkadaver bedienen. Heute kursieren Fotos wo eine Wölfin Sichteinlage Depot angelegt hatte... Zäune Inder Luft kann man auch nicht ziehen da sind sie auch machtlos

von Wilhelm Grimm

Wer hat denn da versagt?

ASP ist lange bekannt und jetzt fällt denen auf, dass sie ihre Abwehr koordinieren müssen. Da hilft kein Green Dealen und kein Farmen und kein Forken, die Politik hat bei all ihren Lieblingsthemen die Politik vergessen! Eine Schande !

von Diedrich Stroman

Versagen!

Auf ganzer Linie, wenn man die Videos zum Zaunbau sieht, man könnte glauben wir leben in einem Entwicklungsland! Seit vier Jahren ist bekannt das Polen es nicht im Griff hatte, aber was jetzt in Brandenburg abgeht, erschaudert doch über soviel Behördenversagen!!Deutschland ist nur noch ... mehr anzeigen

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