Wichtiger Tipp

Bei Vermarktung von Schweinen aus N-/P-reduzierter Fütterung aufpassen!

Wenn bei nährstoffreduzierter Fütterung die Indexpunkte sinken, muss das nicht an der Futterstrategie liegen. Fehler passieren häufig auch bei der Vermarktung.

Unsere Autorin: Christa Niemann, ­Deutscher ­Bauernverband

Der Nährstoffdruck in den Veredlungsregionen ist hoch. Und daran dürfte sich vorerst auch wenig ändern, denn die Politik verschärft die Vorgaben weiter. Viele Betriebsleiter suchen deshalb nach Lösungen. Eine kann die nährstoffreduzierte Fütterung der Schweine sein. Denn mithilfe der N-/P-­reduzierten Futterstrategie sinken die Stickstoff- und Phosphoreinträge in die Gülle. Man unterscheidet dabei vier Intensitätsstufen:

  • N-/P-reduziert,
  • stark N-/P-reduziert,
  • sehr stark N-/P-reduziert,
  • extrem stark N-/P-reduziert.

Welche Rohprotein- und Phosphor­grenzen bei starker oder sehr starker N-/P-Reduzierung einzuhalten sind, gibt das DLG-Merkblatt 418 vor.

Bei extrem starker Absenkung werden die Werte nochmals reduziert. Und bei N-/P-reduziert sind die Vorgaben im Vergleich zum Universalfutter vermindert.

Viele Betriebsleiter haben inzwischen gute Erfahrungen mit der nährstoff­reduzierten Fütterung gesammelt. In der Regel fahren sie die Nährstoffgehalte ab 70, 80 oder 90 kg Lebendgewicht (LG) zurück. Denn im letzten Mastabschnitt sind Futterverbrauch und Einspareffekt am höchsten.

Nährstoffe früher absenken

Zudem ist die Gefahr, dass sich die Mast- und Schlachtleistungen verschlechtern, relativ gering, je später man „auf den Punkt genau“ füttert. Betriebsleiter in den Veredlungsregionen müssen jedoch schon früher mit der Nährstoffabsenkung beginnen.

Mitunter starten sie bereits zu Beginn der Ferkelaufzucht. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass die Mastschweine nicht mehr volle Leistung zeigen. Denn wenn sie in der Aufzucht oder zu Mastbeginn zu wenig essenzielle Aminosäuren erhalten, leidet die Fleischbildung. Das kostet Geld, da die Indexpunkte bei AutoFOM in den Keller rauschen.

Die folgenden Beispiele zeigen, welche Erfahrungen Mäster mit der frühen Nährstoffreduzierung gemacht haben.

In Beispiel 1 kauft Mäster Müller Ferkel von zwei Sauenhaltern zu. Die Hälfte der Tiere sind Jungeber. Die Ferkel aus dem ersten Lieferbetrieb fressen in der Aufzucht ein nach Standardrichtwerten zusammengesetztes Futter, die Ferkel aus dem zweiten Betrieb bekommen bereits in der Ferkelaufzucht eine stark N-/P-reduzierte Futtermischung.

Mäster Müller bietet allen Ferkeln nach dem Einstallen sieben Tage lang ein Begrüßungsfutter an, das dann in der zweiten Mastwoche mit dem Anfangsmastfutter verschnitten wird. Insgesamt füttert der Unternehmer in vier Phasen stark N-/P-reduziert.

Die Tageszunahmen liegen in den letzten drei Mastdurchgängen mit 866 bis 892 g über dem NRW-Durchschnitt von 820 g. Die Futterverwertung fällt mit 1 : 2,52 bis...


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