top agrar plus ISN-Mitgliederversammlung

BMEL-Staatssekretärin Bender: „Wir müssen unseren Fleischkonsum halbieren“

Auf der ISN-Mitgliederversammlung übermittelte Staatssekretärin Silvia Bender den Schweinehaltern eine klare Botschaft: Das Agrarministerium wolle eine pflanzenbasierte Ernährung etablieren.

Die Pläne der Bundesregierung für die künftige Schweinehaltung stellte die Staatsekretärin des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Silvia Bender, auf der gestrigen Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN) in Osnabrück vor. „Wir wollen weniger Tiere besser halten“, machte Bender den rund 250 anwesenden Schweinehaltern und weiteren Branchenvertretern deutlich. Auf den Betrieben solle mehr Wertschöpfung generiert werden, sodass die Landwirte wieder Geld verdienen können.

Das Leitbild der Bundesregierung bestehe aus vier Komponenten:

  • Einer Haltungskennzeichnung,
  • besseren Regeln für den Tierschutz,
  • Änderungen im Bau- und Genehmigungsrecht sowie
  • einem Finanzierungskonzept für den Umbau der Tierhaltung.

Dabei ließ die Staatssekretärin keinen Zweifel daran, dass aus ihrer Sicht der Fleischkonsum insgesamt reduziert werden müsse. „Wir essen doppelt so viel Fleisch, als uns gesundheitlich gut tut. Wir müssen unseren Fleischkonsum deshalb halbieren“, mahnte Bender. Die Folgen des Fleischkonsums würden die Staatskasse stark belasten. Diese Finanzlast müsse endlich reduziert werden. Nicht zuletzt schade der Fleischkonsum auch dem Klima und der Umwelt, so Bender weiter. Ein „Fleisch-Bashing“ seitens der Bundesregierung dementierte sie. Dafür erntete die Staatsekretärin Widerspruch und Buh-Rufe aus dem Publikum.

Betriebsaufgaben von Familienbetrieben verhindern

ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack mahnte hingegen: „Die Betriebsaufgabewelle rollt. Wir haben in Deutschland bereits den niedrigsten Schweinebestand seit 25 Jahren. Von 2011 bis 2021 haben fast 40 % der Schweinebetriebe aufgegeben“. Erste Ergebnisse der Mai-Viehzählung würden bereits weitere, zweistellige Rückgänge zeigen. „Das paradoxe ist, dass die Politik mit aller Gewalt die Tierbestände reduzieren will und dabei genau jene Familienbetriebe unwiederbringlich zum Ausstieg treibt, die sie eigentlich für die Weiterentwicklung der Tierhaltung behalten will“, legte der ISN-Vorsitzende Heinrich Dierkes den Finger in die Wunde.

Silvia Bender erwiderte darauf, dass es auch aus ihrer Sicht höchste Zeit sei, zu handeln. Kurzfristig solle es für die Landwirte rund 180 Mio. € Hilfsgelder im Rahmen des Ukraine Hilfspakets geben. Diese sollen nach Aussagen der Staatssekretärin auch...

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