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Es brennt: Branche fordert runden Tisch zur Ferkelerzeugung

Tierwohllabel, Kastenstand und Kastration: Der Berufsstand ist unzufrieden mit dem Stand der politischen Verhandlungen zur Schweinehaltung. Insbesondere für Sauenhalter drängt die Zeit. WLV-Präsident Johannes Röring und ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes fordern von Landwirtschaftsministerin Klöckner ein Gesamtpaket.

Lesezeit: 4 Minuten

Tierwohllabel, Kastenstand und Kastration: Der Berufsstand ist unzufrieden mit dem Stand der politischen Verhandlungen zur Schweinehaltung. Insbesondere für Sauenhalter drängt die Zeit. WLV-Präsident Johannes Röring und ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes fordern von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein Gesamtpaket.


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Die Stimmung unter den Schweinehaltern ist explosiv. In der politischen Diskussion geht es weder beim Tierwohllabel, noch beim Kastenstand oder in der Kastrationsfrage wirklich voran. Gleichzeitig sind die Erzeugerpreise mau. Nun rufen der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Johannes Röring, und Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) Heinrich Dierkes gemeinsam zu einem runden Tisch zur Ferkelerzeugung in Berlin auf. „Mir fehlt die praxisnahe Gesamtstrategie“, sagt Dierkes in einem gemeinsamen Interview mit Röring mit top agrar. Derzeit würden die drei Bereiche Tierwohllabel, Kastenstand und Kastration weitgehend unabhängig voneinander diskutiert, als hätten sie nichts miteinander zu tun. „Die Gefahr ist groß, dass dabei Stückwerk herauskommt und hinterher nichts zusammenpasst“, erläutert Dierkes weiter.


Betroffen sind vor allem die Ferkelerzeuger. „Wenn wir nicht aufpassen, droht ein gewaltiger Strukturbruch“, sagt WLV-Präsident Röring in dem Gespräch mit top agrar. Noch immer fehlt eine Lösung für die neue Rechtslage beim Kastenstand nach dem Urteil des Magdeburger Oberlandesgerichtes. „Die Sauenhalter wissen nicht, wie sie umbauen sollen und wie lange sie dafür Zeit haben“, moniert Röring. Aus seiner Sicht braucht es Lösungen, die die vorhandenen Deckzentren nicht komplett auf links drehen. Das betreffe vor allem die Breite der Kastenstände. „Wenn wir uns darauf einigen, dass die Sauen künftig nur noch wenige Tage im Kastenstand stehen und dann in die Gruppe gehen, kann es nicht das Problem sein, dass sich die Sauen im Kastenstand auch mal berühren“, sagt Röring. ISN-Chef Dierkes fordert für die Sauenhalter Übergangszeiten im Deckstall von mindestens 17 Jahren.


Zur Diskussion, ob mit dem Kastenstand im Deckzentrum auch der Kastenstand im Abferkelstall mitgeregelt werden soll, vertreten beide dieselbe Ansicht: „Für bestehende Abferkelställe fordere ich Bestandsschutz, bei Neubauten bin ich gesprächsbereit“, sagt Röring.


In der Frage der Ferkelkastration drängt besonders die Zeit. Ab dem 1. Januar 2019 soll das Verbot für die betäubungslose Ferkelkastration gelten. Röring und Dierkes pochen darauf, die Lokalanästhesie als sogenannten 4. Weg zuzulassen. „Natürlich wollen wir die Schmerzen bei der Kastration bestmöglich reduzieren. Dafür brauchen wir aber ein Verfahren, das auch in der Praxis funktioniert. Und das ist ganz klar die Lokalanästhesie, der 4. Weg“, sagt Röring. Sollten der Bund und die Länder bis Ende des Jahres keine gemeinsame Linie dazu finden, fordert er eine Übergangslösung nach österreichischem Vorbild. Dort dürfen die Landwirte so lange weiter kastrieren, bis eine tragfähige Alternative gefunden ist.


Derzeit beraten die Bundesländer über eine Bundesratsinitiative dazu, welche Alternativen nach dem Aus für die betäubungslose Ferkelkastration ab 2019 rechtlich zulässig sein sollen. Von einer Einigung sind diese aber nach Recherchen von top agrar noch weit entfernt. Bayern überlegt derzeit sogar, ob es einen regionalen Sonderweg geht. Das sehen die beiden Verbandschefs mit Wohlwollen: „Wenn die Bayern es schaffen, mit ihrer Initiative anderen Bundesländern Beine zu machen, hätte ich damit kein Problem“, sagt Röring.


Lieber ist ihnen aber eine von Anfang an gemeinsame deutschlandweite Lösung. „Wir brauchen ganz schnell einen runden Tisch zur Sauenhaltung in Berlin“, lautet ihr Aufruf an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. „Denn wenn die Ferkelerzeugung in Deutschland stirbt, brauchen wir uns über regionale Produkte, Haltungskennzeichnung usw. nicht mehr unterhalten. Nämlichkeit mit spanischen Ferkeln ist dämlich“, begründet Dierkes.


Das komplette Interview mit WLV-Präsident Johannes Röring und ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes steht in der neuen Juli-Ausgabe der top agrar. Hier gibt es das Interview bereits vorab zum Download:


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